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Sprachförderung in Kitas: Das Geld ist da, die Richtlinien fehlen

Landesmittel für Sprachförderung in Kitas

tk. Landkreis. Das Kultusministerium in Hannover hat Anfang der Woche mitgeteilt, wie viel Geld welche Jugendämter für die Sprachförderung in Kindergärten bekommen. Wie mehrfach berichtet, ist diese Aufgabe durch eine Gesetzesänderung von der Grundschule in die Kitas verlagert worden. Das Jugendamt in Winsen bekommt dafür 968.000 Euro im Jahr, das Jugendamt Stade 577.000 Euro und das Jugendamt in Buxtehude 156.000 Euro. Weil die Verlagerung in die Kindergärten bei den Kommunen für Unmut gesorgt hat, wollte das WOCHENBLATT wissen: Ist jetzt alles in Ordnung und reichen die Summen?

Birgit Behrens, Sprecherin des Landkreises Harburg, kann noch nicht einschätzen, ob die Landesmittel letztlich auskömmlich sind. Weil die Förderung ab August komplett anders sei, könne zu den Kosten für die Kommunen keine verlässliche Aussage gemacht werden. Die Sprachförderung in Kitas verlaufe anders und über einen längeren Zeitraum als an Grundschulen. 

Frauke Schulte, stellvertretende Leiterin des Jugendamtes in Buxtehude, weist auf ein weiteres Problem hin: Es stehe zwar die gesamte Fördersumme fest, doch sie werde nicht pauschal aufs Konto eines Jugendamtes überwiesen. "Das Geld ist zwar da, aber die Förderrichtlinien fehlen noch." Das erhöhe den Druck auf die Kitas, die eigentlich zu Beginn des neuen Kindergartenjahres mit der Sprachförderung beginnen müssten. So sei noch unklar, wie der zusätzliche Personalbedarf aussehe. Könne der durch Schulung vorhandener Mitarbeiter gedeckt werden oder muss es Neueinstellungen geben?
Hier sehen alle Experten ein großes Problem: Der Markt der pädagogischen Fachkräfte ist leergefegt und alle Kommunen in Niedersachsen stürzen sich jetzt auf die, die für die anstehenden Aufgaben qualifiziert sind.

Als vor einigen Wochen die Veränderungen in der Sprachförderung vom Land bekannt gegeben worden sind, hagelte es Kritik von den Städten und Gemeinden. Tenor: Es sei grundsätzlich zwar richtig, dass die Sprachförderung in die Kitas komme, doch die Pläne seien überstürzt umgesetzt worden. Binnen weniger Wochen könne diese wichtige Aufgabe nicht von der Schule in den Kindergarten verlagert werden.