Kreisfeuerwehrverbandstag 2019 mit Auszeichnungen - und ernsten Worten
Assel: Weniger Lobby für ehrenamtliche Einsatzkräfte

Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands, Peter Winter (v.li.), mit Sven Nemitz, Träger der Ehrennadel des Landesfeuerwehrverbandes in Silber, und Landrat Michael Roesberg. Ihm wurde die Deutsche Feuerwehr-Ehrenmedaille verliehen
  • Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands, Peter Winter (v.li.), mit Sven Nemitz, Träger der Ehrennadel des Landesfeuerwehrverbandes in Silber, und Landrat Michael Roesberg. Ihm wurde die Deutsche Feuerwehr-Ehrenmedaille verliehen
  • Foto: Feuerwehr/Stefan Braun
  • hochgeladen von Alexandra Bisping

ab. Landkreis. Die Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis erfreuen sich wachsenden Zulaufs. Das teilte jüngst der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands, Peter Winter, auf dem Kreisfeuerwehrverbandstag in Assel mit. Doch Winter sprach auch den immer häufiger fehlenden Respekt gegenüber den Ehrenamtlichen an - und eine fehlende Lobby, auch in der Bundespolitik.

"Am 31. Dezember 2018 hatten wir 3.999 aktive Mitglieder in der Freiwilligen Feuerwehr und damit eine Steigerung um 52 Ehrenamtliche gegenüber dem vergangenen Jahr" , teilte Peter Winter mit. Von den Mitgliedern seien 335 weiblich, eine erneute Steigerung, diesmal um 30 Aktive.

Bei den Mitgliedern der Werkfeuerwehr gebe es eine Person weniger und somit 182. Bei der Jugendfeuerwehr stieg die Zahl um 24 Mitglieder auf 652, davon 459 Jungen und 193 Mädchen. Auch die Kinderfeuerwehr sei gewachsen: 146 Kinder gebe es in neun Kinderfeuerwehren, was einer Steigerung um 23 Kinder entspreche, verteilt auf 93 Jungen und 53 Mädchen.

Besonders erfreulich ist die Zunahme der vielen Ehrenamtlichen auch angesichts der Geschehnisse in der jüngsten Zeit. "Konnte ich noch bis Ende 2018 von lediglich geringfügigen Verbalattacken gegen unsere Kameradinnen und Kameraden im Zug von Einsätzen berichten, nahm die Zuspitzung der Gewaltbereitschaft von Mitbürgern gegenüber Einsatzkräften in der vergangenen Silvesternacht ihren Lauf", so Winter. In Stade war es damals bei einem Brandeinsatz zu Angriffen auf die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr gekommen, ein Kamerad in Buxtehude wurde ebenfalls angegriffen und es habe weitere massive verbale Entgleisungen bei Brandeinsätzen im Stader Stadtgebiet gegeben.

Nicht zu vergessen die Attacke Anfang April, als ein Feuerwehrkamerad an einem Unfallort von einem wütenden, davonfahrenden Pkw-Fahrer mit dem Auto verletzt wurde. Bei einem anschließenden Treffen zwischen Landrat Michael Roesberg, sämtlicher Führungskräfte der BOS (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben), der Landkreisverwaltung, der Städte und Gemeinden sowie der Staatsanwaltschaft bezüglich der steigenden Gewaltbereitschaft einiger Bürger gegenüber von Einsatzkräften habe es einen Schulterschluss und seitens der Politik eine öffentliche klare Ansage gegeben: „Null Toleranz bei Angriffen jeglicher Art gegenüber Einsatzkräften."

Wenig Würdigung hingegen hätten die rund 250 Einsatzkräfte aus dem Landkreis von der Bundesministerin für Verteidigung, Ursula von der Leyen (CDU), nach dem mehrtägigen Einsatz beim Moorbrand in Meppen erfahren. Nach von der Leyens Ausführungen seien die öffentlichen Feuerwehren nur untergeordnet am Einsatz beteiligt gewesen und in den Reden der Verteidigungsministerin nur am Rande und in Nebensätzen erwähnt worden. Winter: "Wie schon bei den verschiedenen Hochwasserkatastrophen an der Elbe in den vergangenen Jahren waren auch bei diesem selbstverschuldeten Schadenereignis der Bundeswehr die Freiwilligen Feuerwehren durch ihre Schlagkraft und Kompetenz ganz deutlich eine tragende Säule in der Einsatzbewältigung." Peter Winter wurde einstimmig für sechs weitere Jahre als Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes gewählt.

• Auf der Versammlung geehrt wurden:
Torsten Bluschke (Schwinge) und Holger Hase (Stade) mit der Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes in Silber, Rolf-Heinrich Heckert (Dammhausen), Rolf Jarck (Himmelpforten), Torsten Meyn (Hedendorf) und Torsten Ropers (Schwinge) jeweils mit der Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes in Gold und Sven Nemitz (Wischhafen) mit der Ehrennadel des Landesfeuerwehrverbandes in Silber. Thomas Ehlers (Estebrügge), Peter Lühwink (Drochtersen), Holger Pankau (Oldendorf) und Thorsten Wichern (Hagenah) erhielten das Deutsche Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber. Die Deutsche Feuerwehr-Ehrenmedaille wurde Michael Roesberg (Harsefeld) verliehen.

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