Immer weniger Boden für Bauern

Weite Rapsfelder: Noch sind rund 50 Prozent der Flächen im Landkreis Harburg Agrarland
  • Weite Rapsfelder: Noch sind rund 50 Prozent der Flächen im Landkreis Harburg Agrarland
  • hochgeladen von Mitja Schrader

mi. Landkreis. Ist die Verknappung landwirtschaftlich nutzbarer Flächen auch im Landkreis Harburg ein Problem? Kürzlich hatte Johann Knabbe, Kreislandwirt im Kreis Stade, in einem Zeitungsinterview auf das Problem hingewiesen und die Politik zum Handeln aufgefordert. Vor allem die zunehmende Ausweisung von Ausgleichsflächen bei Baumaßnahmen sei problematisch, so Knabbe.
Ulrich Peper von Landwirtschaftskammer im Landkreis Harburg sieht das ähnlich. „Der Flächenentzug ist ein generelles Problem für die Landwirtschaft, das wir auch im Landkreis Harburg haben“, so Peper.
Der Druck auf die Landwirte nehme stetig zu, sie müssten mit immer weniger Flächen auskommen. Das bestätigen auch Zahlen zur Entwicklung der Landwirtschaft, die der Landkreis Harburg veröffentlicht hat. Demnach sind seit dem Jahr 2007 rund 800 Hektar Agrarland verloren gegangen. Symptomatisch: Gleichzeitig schrumpfte die Zahl der landwirtschaftlichen Betrieb um ca. 24 Prozent.
Die Ursache der Verknappung sieht Ulrich Peper vor allem in der aus landwirtschaftlicher Perspektive verfehlten Praxis, bei Baumaßnahmen zusätzlich gleichgroße Areale als Ausgleichsflächen auszuweisen. Die Landwirtschaft verliere so gleich zweimal nutzbare Böden. Das muss laut Ulrich Peper nicht sein. „Ausgleich für die Natur lässt sich ebenso gut durch die nachträgliche Aufwertung vorhandener Flächen schaffen“, so der Vertreter der Landwirtschaft. Großes Potenzial böten im Landkreis zum Beispiel Waldflächen. Weniger Kiefermonokulturen und dafür abwechslungsreicher Baumbestand wären genau so sinnvoll für den Naturschutz und kosteten keine weiteren Flächen.
Die derzeitige Politik beschleunigt laut Ulrich Peper den Strukturwandel zum Großbetrieb. Schon jetzt gäbe es immer weniger Höfe, die immer größere Flächen bewirtschafteten. Ulrich Peper: „Für manchen Landwirt ist das Problem mittlerweile existenziell.“

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