Tricksereien sind an der Tagesordnung

Wir wollen die Kniffe der Marketing-Manager offenbar unbedingt glauben
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Irgendwie ist die Aufregung um den VW-Abgasskandal ja verständlich, bei all den Auswirkungen für die Umwelt, für das Image deutscher Industrieerzeugnisse, für die vielen ehrlichen Mitarbeiter des Konzerns. Was aber schwer zu verstehen ist, ist die ausgeprägte Larmoyanz der großen Masse an Verbrauchern, sie wären ganz plötzlich Opfer manipulativer Marketing-Manager geworden. Betrügereien im Konsum-Dschungel sind doch längst an der Tagesordnung.

Bleiben wir kurz in der Automobilbranche. Nicht nur VW, auch andere Marken greifen tief in die Trickkiste. Beispiel verkaufsfördernde Werte beim Benzinverbrauch. Die Abweichungen zwischen den im Labor ermittelten Werten und dem tatsächlichen Spritverbrauch sind teilweise extrem. Das ist bekannt - und wird trotzdem von Verbrauchern weitgehend ignoriert.

Dabei hat die Deutsche Umwelthilfe die - wohlgemerkt legalen - Kniffe der Autobauer beim Messen von Verbrauchswerten längst veröffentlicht. Es geht um optimale Umgebungstemperaturen, null Windwiderstand, Spezialöle, voll aufgepumpte Reifen, besonders leichte Ausstattungsvarianten, etc. Manche Hersteller sollen sogar vorher die Sitze ausbauen, bevor das Auto auf der Laborrolle getestet wird. Und dennoch wollen wir Autofahrer einfach glauben, dass die beworbenen Verbrauchswerte irgendwie zu erreichen wären.

Kfz-Konzerne sind aber wahrlich nicht die einzigen Trickser. An dieser Stelle nur drei Fragen an Sie, liebe Leser: Haben Sie es schon einmal geschafft, die vom Hersteller angegebene Akkulaufzeit ihres Handys oder Notebooks auszureizen? Oder die komplette Anzahl der Seiten ausgedruckt, die der Toner angeblich zu drucken imstande ist? Oder haben Sie auf einem Volksfest schon einmal eine Pfanne mit echten Scampi gegessen? Und noch was: Wer glaubt, dass Internet-Suchmaschinen Suchergebnisse nicht manipulieren, glaubt wohl auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten.

Wir lassen uns als Verbraucher offenbar gerne hinters Licht führen. Manchmal verhalten wir uns auch richtig paradox. Zum Beispiel wenn wir in einer Coffeeshop-Kette anstandslos eine Tasse Cappuccino für fünf Euro ordern, am nächsten Tag aber über 80 Cent für den Liter Milch im Supermarkt meckern. Ein Schlag ins Gesicht für jeden Landwirt, der Qualität zu Minipreisen produziert.
Wir sollten uns als Verbraucher immer kritisch hinterfragen. Dann ist hinterher auch das Geschrei nicht mehr allzu groß.

Björn Carstens

Aufruf

Liebe Leser, kennen Sie weitere Beispiele an Tricksereien in der Konsumwelt? Schreiben Sie uns per E-Mail an red-bux@kreiszeitung.net oder per Post an Neue Buxtehuder, Bahnhofstraße 46, 21614 Buxtehude; Stichwort: Verbraucher.

Autor:

Björn Carstens aus Buxtehude

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