Kanadische Firma will nach Öl suchen - Sondierungsfeld reicht bis in die Samtgemeinde Tostedt

Das Erlaubnisfeld (rot) erstreckt sich vom Landkreis Rotenburg über die Kreisgrenze (gelb) bis in die Samtgemeinde Tostedt
  • Das Erlaubnisfeld (rot) erstreckt sich vom Landkreis Rotenburg über die Kreisgrenze (gelb) bis in die Samtgemeinde Tostedt
  • Foto: Foto: LBEG Hannover / MSR
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mi. Tostedt. Könnte die Samtgemeinde Tostedt mittelfristig von Probebohrungen für Öl oder sogar Ölförderung betroffen sein? Das fragt sich die Bürgerinitiative „Kein Fracking in der Heide“ (BI). Denn direkt vor den Toren der Samtgemeinde, auf Gebiet des Landkreises Rotenburgs, will das kanadische Unternehmen „PRD Energy GmbH“ nach Öl suchen. Eine entsprechende Erlaubnis hat das Landesbergbauamt erteilt. Die Untersuchungen könnten theoretisch auch auf das Gebiet der Samtgemeinde ausgedehnt werden.
Was wohl wenige wissen: Der westliche Rand der Samtgemeinde Tostedt liegt im sogenannten „Erlaubnisfeld Sittensen“ - ein rund 330 Quadratkilometer umfassendes Areal, in dem Ölverkommen vermutet werden. Es erstreckt sich vom Landkreis Rotenburg bis zum Westrand der Samtgemeinde Tostedt im Landkreis Harburg.
Wie das Landesbergbauamt (LBEG) jetzt mitteilte, hat die Firma „PRD Energy GmbH“ zunächst für ein 90 Quadratkilometer-Areal im Bereich der Ortschaften Klein Meckelsen, Sittensen, Helvesiek, Elsdorf und Heeslingen im Landkeis Rotenburg eine Erlaubnis für „3D-seismische Messungen“ beantragt.
Bei 3D-seismischen Messungen werden nicht hörbare Schallwellen, die durch kleine Sprengungen oder „Rüttelfahrzeuge“ erzeugt werden, ins Erdreich geschickt. Die Wellen werden an den Grenzen unterschiedlicher Gesteinsschichten reflektiert. An der Erdoberfläche zeichnen hochempfindliche Messinstrumente (Geophone) den zurückgeworfenen Schall auf. Aus den Daten entsteht ein 3D-Modell des Erdinneren, an dem Experten Lagerstätten für Erdöl ausmachen können. Nach den seismischen Messungen kann „PRD-Engery“ die Ergebnisse durch Probebohrungen konkretisieren. Dafür brauche die Firma allerdings eine neue Erlaubnis, heißt es in einer Pressemitteilung des LBEG.
Bei der Bürgerinitiative „Kein Fracking in der Heide“ beobachtet man den Vorgang mit Sorge. Vor allem, dass bei der späteren Ölförderung auch das umstrittene „Fracking“ zum Einsatz kommen könnte, treibt die Bürger um. Außerdem sorgt sich die Initiative, ob das Grundwasser ausreichend geschützt wird. „Wir haben bereits beim Landkreis Harburg nachgefragt, ob es eine Stellungnahme zu dem jetzt genehmigten Betriebsplan von „PRD-Energy“ gibt, und was der Kreis unternehmen will, um späteres Fracking zu verhindern“, erklärt Ingo Engelmann vom Sprecherrat der BI. Eine Antwort stehe allerdings aus.

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