sb. Stade. "Chemotherapie heilt Krebs und die Erde ist eine Scheibe!" So lautet der Titel eines Buches, das der Stader Krebsspezialist Sven Sbrezesny u.a. seinen Patienten empfiehlt. Sbrezesny gilt als "Querdenker gegen den Krebs". Sein „Biologisches Krebsinstitut“ betreibt er seit 1996 in Stade. Das WOCHENBLATT sprach mit dem Therapeuten.
WOCHENBLATT: Sie betreiben seit 1996 ein Institut für biologische Krebstherapie. Warum empfehlen Sie eine andere Therapie als die gängige Schulmedizin?
Sven Sbrezesny: Ich rebelliere nicht gegen die Schulmedizin. Als ich aber eines Tages durch einen Kollegen vor Augen geführt bekam, wie gering die tatsächliche Erfolgsrate bei den gängigen Krebstherapien war und ist, löste das ein Umdenken in mir aus und damit logischerweise auch eine therapeutische Umstellung. Wenn man sich beispielsweise vor Augen führt, wie wenig die Chemotherapie bewirkt, wie gefährlich sie aber ist und wie verschwindend gering die Anzahl von Menschen ist, die durch diese Therapieform tatsächlich gerettet werden, dann ist man verleitet zu hinterfragen welchen Sinn die Chemotherapie macht. Ich wollte daher den Menschen einen anderen therapeutischen Weg ermöglichen. Mein „Querdenken“ richtet sich also im Grunde genommen gegen die scheinbare Ohnmacht angesichts dieser Krankheit, die alljährlich Tausende von Menschen dahinrafft. Ich denke, daß es parallel zu der schulmedizinischen Methodik sehr wohl noch andere wirksame Ansätze gibt, mit denen man Krebs begegnen kann und sollte.
WOCHENBLATT: Was ist das Besondere an Ihrem Konzept? Und was kann man sich unter dieser Therapie vorstellen?
Sven Sbrezesny: Das Besondere ist, daß wir bestimmte Kräfte, die Tumorzellen zerstören können oder das Immunsystem stärken, bündeln. Dadurch ergibt sich ein Summationseffekt, der die Erfolge vergrößert. Bei meiner Biologischen Krebstherapie handelt es sich um eine etwa vier bis sechswöchige Intensivtherapie, bei der immunstärkende Infusionen, Peptide, Antioxidantien, Thymus, Curcumin, Selen, Magnesium, Entgiftungs-Infusionen, Sauerstofftherapie, Hyperthermie und Elekto-Cancer-Therapie zu einem schlagkräftigen Konzept gebündelt werden. Wichtige Faktoren sind auch Ernährung und psychische Aspekte. Die Kombination, Dosierung und Darreichungsform dieser Behandlung werden je nach Diagnose, Krankheitsverlauf und Zustand des Patienten individuell angepaßt.
Laut einer Studie des Epidemiologen Dieter Hölzel von der Universität München, der die Krankengeschichten tausender Krebspatienten erfaßte, soll es in den vergangenen 25 Jahren bei der Chemotherapie für den Patienten überhaupt keinen Fortschritt gegeben haben, zumindest nicht bei den Organtumoren wie Darm-, Brust-, Lungen- und Prostatakrebs. Eine andere Auswertung der Daten von über 200.000 Krebspatienten in den USA und Australien (im Zeitraum 1990 bis 2004) ergab ein katastrophales Ergebnis für die Chemotherapie: Es wurden 72.946 Krebspatienten in Australien und 154.971 Krebspatienten in den Vereinigten Staaten untersucht. Man stellte fest, dass Chemotherapie insgesamt nur bei 2,3 (Australien) bzw. 2,1% (USA) aller Krebs-Patienten einen Erfolg brachte (Erfolg = 5 Jahre Überlebenszeit). Dabei lag die Erfolgsrate bei den positiv ansprechenden Krebsarten bei 10 … 41%, bei den anderen jedoch unter 1,5%, häufig sogar bei Null (Siehe Tabelle 1 und 2).
WOCHENBLATT: Sie sprechen sich unter bestimmten Umständen für die Chemotherapie aus, warum?
Sven Sbrezesny: Es gibt ja viele sogenannte biologische Kliniken in Deutschland. Diese arbeiten in den meisten Fällen auch mit der Chemotherapie, denn ohne diese Therapie würden sie die Unterstützung der Kassen verlieren. Manche Patienten sind auch dermaßen verzweifelt, daß sie meinen, ohne eine Chemotherapie etwas zu versäumen. Außerdem glauben die meisten Betroffenen ja an die Schulmedizin wie an einen Gott. Wenn man von einer Chemo abraten würde und es bildeten sich dann Metastasen, die wahrscheinlich sowieso gekommen wären, so können sie sich denken, wo der Schuldige gesucht würde. In der Praxis sieht das so aus, daß Patienten, die morgens beispielsweise irgendwo mit einer Chemotherapie behandelt wurden, nachmittags zu uns kommen und sich parallel behandeln lassen. Sie erhalten so eine Kombinationsbehandlung, eine Ergänzung der Schulmedizin, die nicht in Konfrontation mit der gewünschten oder bereits begonnenen Behandlung steht und die Immunkräfte des Patienten stärkt oder die vielen und schlimmen Nebenwirkungen auffangen hilft.
WOCHENBLATT: Wie erklären Sie sich den unverdrossenen Optimismus, mit dem die chemische Therapierichtung weiterverfolgt wird? Immerhin wurden im Jahr 2003/4 Zytostatika im Wert von 1,8 Mrd. umgesetzt. Wer profitiert denn letztlich von der Chemotherapie?
Sven Sbrezesny: Es klingt zwar abgegriffen, dennoch läßt sich Ihre Frage nicht anders beantworten, als daß die Pharmaindustrie der große Nutznießer ist, immerhin sprechen wir hier von einem hochprofitablen Industriezweig. Ärzte und Patienten klammern sich verzweifelt an einen letzten Strohalm, der eigentlich keiner ist. Hinter vorgehaltener Hand zweifeln die Chefärzte innerer Abteilungen oft daran, daß die Chemotherapie etwas nützt. Schauen Sie sich doch die Statistiken der Weltgesundheitsorganisation an, demnach haben die gängigsten Therapieansätze – Operation, Chemo- und Strahlentherapie – zusammengenommen einen Heilerfolg von unter 20 Prozent! Bei der Chemotherapie im einzelnen waren es rein statistisch sogar nur unter 4 Prozent! Jährlich registrieren wir in Deutschland ca. 400.000 neue Krebserkrankungen, was Krebs mittlerweile zur häufigsten Todesursache noch vor den Herz-Kreislauf-Erkrankungen macht. Wir haben aber immer noch kein „Mittel“ gegen Krebs, treten auf der Stelle und verteufeln dazu noch neue Ansätze, gerade wenn sie empirischer Natur sind und nicht von der Pharmaindustrie oder aus Hightechküchen kommen!
WOCHENBLATT: Die Chemotherapie hat viele Nebenwirkungen. Ist der Patient diesen Symptomen hilflos ausgeliefert oder bieten Sie auch hier Hilfe an?
Sven Sbrezesny: Unter meiner Therapie sind die allgemein bekannten Nebenwirkungen wie Übelkeit/ Erbrechen, Hitzewallungen, Fatigue, Angstströrungen und Schlafstörungen viel seltener oder treten in einer deutlich abgeschwächten Form auf.
Viele Krebspatienten nutzen Therapieformen der Komplementärmedizin. Zu den häufig angebotenen Verfahren gehört eine spezielle Akupunktur. Was Krebskranke sich von den Nadeln erhoffen dürfen, haben US-Forscher, nach Durchsicht von 41 Studien, veröffentlicht.
Der Analyse dieser 41 Untersuchungen entsprang nur ein evidenzgesichertes Resultat: Akupunktur wirkt gegen Übelkeit und Erbrechen unter Chemotherapie, wobei der Effekt dieser ergänzenden Behandlung als stark zu bezeichnen ist.
• www.nhz-stade.de

Autor:

Stephanie Bargmann aus Stade

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