Lesetipps für die Ferien
Neue Romane laden zum Schmökern ein

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Manche Bücher mag man erst aus der Hand legen, wenn die letzte Seite gelesen ist. So geht es einem auch beim Debütroman "Femme Normale" der Autorin Laura Louise Brawand. Die Jungautorin aus Hamburg veröffentlichte jetzt ihr erstes Buch. 
Die Handlung ist schnell. Die Autorin treibt den Plot mit ausdrucksstarken Szenen immer weiter. Zur Handlung: Wie die meisten "Twentysomethings" ist sich die Hauptperson Lotti in vielen Belangen ihres Lebens noch ziemlich unsicher. Nur eines weiß sie genau: Sie ist zu Großem bestimmt! Doch sie ist sich noch nicht so ganz sicher, worin sich ihr Erfolg zeigen wird. Vielleicht steht ihr ja eine kometenhafte Karriere als Reporterin beim Fernsehen bevor? Leider arbeitet sie momentan noch bei einem kleinen Online-TV-Sender. Und ihre Chefin kann sie nicht leiden...
Und der stadtbekannte Star-Journalist Matteo Giordano blickt auf sie mitleidig herab.
Schließlich bekommt Lotti einen Auftrag in Rom, der sie nicht nur Matteo Giordano näher bringt, als ihr lieb ist - sondern auch den langersehnten Weltruhm mit einem Schlag in greifbare Nähe bringt. Doch wird wird der Erfolg Lotti auch glücklich machen?
Auch wenn sich das Jahr 2019 erst in seiner ersten Hälfte befindet, hat der Roman "Femme Normale" von Laura Louse Brawand gute Chancen eine Buch des Jahres zu werden. Er passt in die Zeit. Der Blick für die besonderen Momente und viel Humor machen die Handlung leicht - aber nicht seicht. Dieses Buch ist eine hervorragende Sommerlektüre. Sie gehört in jedes Urlaubsreisegepäck. Aber auch zuhause auf dem Balkon oder der Terrasse lässt sich das Buch genießen.
Zur Autorin: Laura Louise Brawand wurde 1989 geboren und wuchs in Hamburg und Amsterdam auf. Schon in ihrer Kindheit und Jugend verbarrikadierte sie sich gerne in ihrem Kinderzimmer und schrieb an diversen Romanen - die aber in der Schublade blieben... Nach dem Abitur studierte sie in Oxford Kommunikations- und Medienwissenschaften. Inzwischen berichtet sie als Fernsehjournalistin über spannende Themen aus Politik, Wirtschaft und Kultur. „Femme Normal“ ist ihr Debütroman.
"Die Lüneburger Heide ist immer ein Stück Rückzugsort und Erholung für mich", sagt Laura Louse Brawand. Sie besucht dort gern Bekannte. "Das Schreiben des Romans hat eine Menge Kraft gekostet", sagte die Autorin bei ihrer ersten Lesung in Hamburg. Buchholz und Jesteburg sind ihr gut bekannt. Vielleicht findet in der nächsten Zeit dort auch eine Lesung statt. 
Laura Louise Brawand: Femme Normale - Roman - Piper Verlag München, 278 Seiten, Euro 13,99

2. Wer Krimis mag, der sollte sich den Titel "Der Mann, der Sherlock Holmes tötete" von Graham Moore zur Hand nehmen.
Sherlock Holmes' berühmter Schöpfer, Sir Arthur Conan Doyle, hat eine neue Leidenschaft: Er jagt einen Serienmörder, der es auf junge Frauen abgesehen hat. Er durchstreift die dunklen Straßen des viktorianischen London - auf der Jagd nach einem Täter, der ihm immer wieder entwischt. Conan Doyle hält seine Ermittlungsergebnisse, seine Indizien und Überlegungen in einem Tagebuch fest. Das Schriftstück verschwindet und selbst hundert Jahre später ist es noch verschollen. 
Im London der Gegenwart wird der junge Sherlock-Holmes-Fan Harold in einen Mordfall verwickelt, bei dem es vor Hinweisen auf die Geschichten des berühmten Meisterdetektives nur so wimmelt. Auch Conan Doyles verschollenes Tagebuch spielt dabei eine wichtige Rolle...
Ein Roman, der intelligent aufgebaut ist und viele Wendungen enthält. Ein Leckerbissen für Krimifans. Graham Moore wurde 1981 geboren und arbeitet als Drehbuchautor und Schriftsteller.  2015 gewann er für den Oscar für das beste Drehbuch.
Graham Moore: Der Mann, der Sherlock Holms tötete - Roman - Eichborn Verlag, Köln, 480 Seiten, 22 Euro

3. Auch Martha Grimes, der unumstrittene Star des Kriminalromans, hat ein neues Buch veröffentlicht. Erneut ermittelt Inspektor Jury in London, der zunächst ratlos erscheint bei einem rätselhaften Doppelmord.
Robbie Parsons kennt als Taxifahrer jeden Winkel Londons. Nichts kann ihn aus der Ruhe bringen. Bis eines Tages zwei seiner Fahrgäste, David und Rebecca Moffit, beim Aussteigen wie aus dem Nichts erschossen werden - und der Mörder prompt in Robbies Taxi springt, um sich durch die Stadt chauffieren zu lassen. Doch zum Glück steigt der bewaffnete Fahrgast am Bahnhof Waterloo aus und verschwindet. Inspektor Jury ist schockiert, als er davon erfährt, denn er hat kurz zuvor Bekanntschaft mit dem sympathischen David gemacht. Eine erste Spur führt ihn in einen exklusiven Londoner Club. Und was er dort erfährt, stellt ihn vor ein Rätsel...
Wie gewohnt baut Martha Grimes wieder einen Handlungsstrang auf, der den Leser - ebenso wie Inspektor Jury - im Dunkeln lässt, wer für den Mord in Frage kommt.
Martha Grimes: Inspektor Jury und der Weg des Mörders, Goldmann Verlag, München, 512 Seiten, 20 Euro 

4. Der schottische Schriftsteller Martin Walker ist seit Jahren auf Bestseller abonniert. Nun ist sein 11. Fall für den französischen Dorfpolizisten Bruno erschienen.
In "Menu Surprise" lässt Martin Walker seinen Serienhelden in die europäische Geschichte eintauchen. Es handelt sich dabei um terroristische und geheimdienstliche Aktivitäten in der jüngeren Vergangenheit. Dabei hatte Bruno eigentlich vor, den Gästen eines Kochkurses seine Freundin Pamela einige Besonderheiten der französischen Küche beizubringen. Doch eine Teilnehmerin des Kurses erscheint nicht. Zwar ist sie pünktlich aus ihrer englischen Heimat abgereist, doch nicht in St. Denis angekommen. Schließlich kommt heraus, dass die Frau - ebenso wie  ihr Liebhaber - ermordet wurden. 
"Menu Surprise" ist ein typische Martin Walker-Krimi: Stets unterhaltsam zu lesen, wobei keine Härte des Handels hervorgehoben wird. Der Text ist wieder gespickt mit den bekannten Zutaten aus gesellschaftspolitischen Hintergründen und - wie soll es sonst sein - kulinarischen Abschweifungen. Ein Muss für Liebhaber von französischer Lebensart und Küche.
Martin Walker: Menu Surprise - Roman - Diogenes Verlag, Zürich, 422 Seiten, 24 Euro

5. Auch die Venedig-Expertin Donna Leon schickt ihren Commissario Brunetti wieder auf Verbrecherjagd.
Gonzalo Rodriguez de Tejeda - ursprünglich aus Spanien stammend - hat im Kunsthandel ein Vermögen gemacht. Nun verbringt er seinen Lebensabend in Venedig. Was kommt dann? Soll die rigide Familie, die mit seinem freizügigen Lebenswandel noch nie einverstanden war, seine Schätze erben? Oder wer ist der Auserwählte? Brunettis Schwiegervater fürchtet, seinem Freund Gonzalo können Übles zustoßen. Der Commissario Brunetti soll helfen - und verläuft sich beinahe in den Abgründen des menschlichen Herzens.
Wie immer kämpft der Commissario Brunetti mit seinem "goldenen Herzen". Wo andere die Dinge schweifen lassen, hinterfragt er die Verhältnisse und findet so immer den rechten Weg.
Donna Leon: Ein Sohn ist uns gegeben - Roman- Diogenes Verlag, Zürich, 308 Seiten, 24 Euro

6. Auch in Portugal laufen die Ermittlungen der Polizei. So in den Romanen von Gil Ribeiro - alias Holger Karsten Schmidt.
Leander Lost, Kriminalkommissar aus Hamburg, wird aufgrund eines Austauschprogramm nach Südportugal in die Nähe von Faro für ein Jahr versetzt. "Lasst uns die Besten austauschen" - so stand es in der Broschüre von Europol. Und so landet Leander in Fuseta. Gleich nach seiner Ankunft gibt es den ersten Mordfall zu bearbeiten. Mit seiner Auffassungsgabe und seiner Ermittlungstechnik hilft Leander der portugiesischen Polizei zu lösen. Natürlich stoßen die unterschiedlichen Lebensweisen eines Norddeutschen und der Portugiesen humorvoll aufeinander. 
Mit seiner Krimireihe hat Gil Ribeiro einen faszinierende Krimireihe um einen deutschen Kommissar in Protugal - spannend, atmosphärisch dicht, warmherzig und mit feinem Humor geschaffen.
Die Reihe umfasst drei Kriminalfälle: 1. Lost in Fuseta 2. Spur der Schatten und 3. Weiße Fracht, jeweils 10,30 Euro

7. Anthony Horowitz hat eine neue Krimireihe geschaffen, bei der Daniel Hawthorne ermittelt.
Kaum hat die wohlhabende Diana Cower ihre eigene Beerdigung geplant, wird sie in ihrem haus erdrosselt aufgefunden. Daniel Hawthorne, ehemaliger Polizeioffizier und inzwischen Privatdetektiv, nimmt die Spur auf. Sein Assistent: Anthony Horowitz, der aus dem Fall ein Buch machen soll. Auf der Suche nach dem Mörder verstrickt sich Horowitz tiefer in den Fall, als ihm lieb ist. Eine Jagd auf Leben und Tod beginnt. Ganz im Stil von Holmes und Watson begeben sich Hawthorne und Horowitz auf die Suche nach dem Mörder. 
Anthony Horowitz, geboren 1956, gehört zu den erfolgreichsten Autoren der englischsprachigen Welt. Neben Büchern schreibt er auch Drehbücher.
Anthony Horowitz: Ein perfider Plan - Roman - Insel-Verlag, Berlin, 363 Seiten, 22 Euro

8. Die britische Schriftstellerin Anne Perry hat ebenfalls eine neue aus dem historischen London ins Leben gerufen.
London, 1910: Der junge Daniel Pitt, Sohn des berühmten Sir Thomas Pitt, nimmt seinen ersten großen Fall als junger Anwalt an. Russel Graves soll seine Ehefrau kaltblütig ermordet haben. Alle Indizien sprechen gegen ihn, die Verteidigung ist auf verlorenem Posten. Und tatsächlich wird Graves schließlich im ehrwürdigen Strafgericht Old Bailey zum Tode durch den Strang verurteilt. Drei Wochen Galgenfrist bleiben Daniel, doch noch die Unschuld seines Mandanten zu beweisen. Eine Unschuld, an die er selbst kaum glaubt...
Die Engländerin Anne Perry, 1938 in London geboren, verfasst eine Vielzahl an historischen Romanen. Die spielen im späten neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert. 
Anne Perry: Todesurteil im Old Bailey - Ein Daniel-Pitt-Roman - Heyne Verlag, München, 432 Seiten, 9,99 Euro

9. Auch wenn es sich "nur" um ein Buch nach dem Film handelt: Der Asterix- Band "Das Geheimnis des Zaubertranks" ist ein echter Asterix.
Die Figuren sind sehr schön gezeichnet, die Handlung atmosphärisch widergegeben. Einzig die Texte sind etwas kindlich und einfach. Die Handlung:  Der Druide Miraculix sucht einen Nachfolger. Dieser muss natürlich auch den Zaubertrank brauen können. Und daher muss der neue Druide vertrauensvoll sein.
Es handelt sich bei dem Band nicht um einen Comic, sondern um einen Bildband mit Text. Ein Muss für jeden Asterix-Fan.
Egmont Verlag, Berlin, 48 Seiten, 13 Euro

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