"Zur schönen Fernsicht": Belebung durch Veranstaltungen - Gemeinde will Objekt verkaufen
Neue Pläne für Traditionsgastronomie in Grünendeich

"Zur schönen Fernsicht" in Grünendeich: Diverse Gastro-Konzepte sind in dem Traditionshaus schon gescheitert
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sla. Grünendeich. "Auf dem Saal hat früher schon meine Oma getanzt", erzählt Gemeindedirektorin Henrike Lühders und zeigt den großen Saal des traditionellen Gastronomiebetriebes mit großer Bühne. Seit kurzem bietet die Gemeinde den historischen Gastronomiebetrieb "Zur schönen Fernsicht" am Obstmarschenweg auf dem Immobilienportal "Immowelt" zum Verkauf an. Einige Anfragen habe es bereits gegeben, aber bislang war nichts Konkretes dabei, sagt die Gemeindedirektorin. Das historische Gebäude aus dem Jahr 1850 steht unter Denkmalschutz und zählte früher zu den beliebtesten Gastronomiebetrieben im Alten Land, war Mittelpunkt von gepflegter Gastlichkeit und Unterhaltung. Auf dem großen Saal fanden Tanzveranstaltungen statt, und auch Familienfeiern wurden dort noch im großen Stil gefeiert. Ebenso lockten die Kinoabende früher viele Altländer vom heimischen Sofa. Das Restaurant und weitere Clubräume sowie eine Kegelbahn waren ebenfalls Highlights, ebenso der Garten mit Außensitzplätzen.
1982 ging das Anwesen in den Besitz der Gemeinde Grünendeich über. 2006 gab es zeitweise Überlegungen zu einem Tagungszentrum, die jedoch vom Rat abgelehnt wurden, berichtet Lühders. Inzwischen wurde das historische Gebäude mit LEADER-Mitteln in Höhe von 200.000 Euro für insgesamt eine Million Euro saniert. Neun Pächter versuchten in den vergangenen Jahren ihr Glück dort mit Gastronomiebetrieb - und scheiterten letztlich. In den vergangenen Jahren ging es für die Gastronomieszene allgemein bergab. Familienfeiern werden immer öfter nur im kleinen Rahmen und zu Hause gefeiert. Auch Kino und Kegeln liegen heutzutage nicht mehr so im Trend. Vielerorts kämpfen Gastronomen um ihre Extistenz.
Im März 2019 schloss Gastronom Peter Hauschildt mit der Gemeinde Grünendeich einen Nutzungsvertrag bis 2023 ab. Neben seiner Bedarfsgastronomie und Events bietet der versierte Altländer Gastronom die Räumlichkeiten als Dorfgemeinschaftsräume für private Feiern und Veranstaltungen zur privaten Mietung an. Vereine wie die Männergesangsvereine aus Mittelnkirchen und Steinkirchen sowie der DRK-Ortsverein nutzen die Clubräume für ihre Zusammenkünfte. "Es ist eine Win-win-Situation", sagt der 66-jährige Hauschildt, denn die Mieteinnahmen kommen auch der Gemeinde zugute. Der Start lief bei Hauschildt gut, doch dann kam nach nur einem Jahr Corona. Dennoch will sich Hauschildt nicht unterkriegen lassen und hat neue Pläne für das traditionelle Haus: Es stehen Veranstaltungen vom Oktoberfest über Musikveranstaltungen mit Bands wie "Die Melker", "Elbsand live", ein Rockabend am 2. Weihnachtstag und Silvester-Showprogramm auf dem Programm. "Alles selbstverständlich unter den jeweils herrschenden Corona-Regeln", sagt Hauschildt. Von anderen Gastronomen holt er sich Anregungen, etwa vom XXL-Wirt in Kutenholz und im Kulturzentrum im Kornspeicher. Derzeit ist Hauschildt im engeren Gespräch, um Busreisen mit Senioren nach Grünendeich zu lotsen. "Ich bin mit Liebe und Leidenschaft dabei, komme aus der Samtgemeinde und kenne das Objekt seit vielen Jahren", sagt Hauschildt. "Das Feiern ist anders geworden, aber trotz Corona lasse ich mich nicht unterkriegen." Wenn Hauschildts Event-Ideen in der "Schönen Fernsicht" gut laufen, ist auch eine Verlängerung seines Nutzungsvertrages mit der Gemeinde möglich, sagt Gemeindedirektorin Henrike Lühders.

"Zur schönen Fernsicht" in Grünendeich: Diverse Gastro-Konzepte sind in dem Traditionshaus schon gescheitert
Grünendeichs Gemeindedirektorin Henrike Lühders und 
Gastronom Peter Hauschildt vor dem Gebäude "Zur schönen Fernsicht" Fotos: sla
Autor:

Susanne Laudien aus Buxtehude

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