Besonderer Service im Ort

Uwe Lütjen

"Sozio-Med-Mobil" für Drochtersen geplant

ig/jd. Drochtersen. In der Gemeinde Drochtersen ist es für alte, kranke, behinderte oder von Armut betroffene Bürger schwer, eigenständig die fern gelegenen Gesundheitsdienste aufzusuchen oder dort eine erforderliche Fachberatung in Anspruch zu nehmen. Die Situation soll sich jetzt durch das gemeinnützige DRK-Projekt „Sozio-Med-Mobil“ verbessern. Auf der Sitzung des Sozialausschusses fand die Vorstellung des Vorhabens durch DRK-Kreisverbandgeschäftsführer Uwe Lütjen einhellige Zustimmung. Gründe, dieses Projekt ins Leben zu rufen, seien vor das eingeschränkte öffentliche Nahverkehrsangebot sowie der Ärztemangel, betonte Lütjen. Das Mobil soll im Umkreis von 30 Kilometern unterwegs sein und die Ärzte in Stade und Hemmoor ansteuern. Angesprochen werden Menschen fortgeschrittenen Alters, mit Behinderung oder in irgendeiner Weise eingeschränkt – zum Beispiel ohne Führerschein. Der Service ist über die Homepage im Internet zu buchen. Lütjen weiter: „Bei Problemen im Umgang mit dem Internet kann ein ,Kümmerer' - zum Beispiel ein Angehöriger - das Mobil buchen.“ Das Med-Mobil sei nur für Routinefälle da, bei Notfällen müsse ein Krankenwagen gerufen werden.

Hingewiesen wurde auf ein schon erfolgreiches Projekt in Wolfenbüttel. „Dort gab es in zwei Jahren 140 Nutzer, 45 Kümmerer, 32 Partner und 750 gebuchte Fahrten", so Lütjen. Während einer zweijährigen Anlaufphase sei das Projekt kostenlos. Ein weiteres Jahr kann beantragt werden. Bürgermeister Mike Eckhoff macht in der Sitzung deutlich, dass sich die die Versorgungssituation verschlechtert habe. Ein Hausarzt habe vor zwei Jahren seine Praxis aufgegeben. Diese konnte nicht neu besetzt werden. Ebenso könnte es aufgrund der Altersstruktur der noch vorhandenen Hausärzte kurzfristig zu weiteren Praxisschließungen kommen. „Ein Sozio Med Mobil könnte hier die Situation verbessern, zumal es ja mit der Samtgemeinde Nordkehdingen einen Partner gibt“, so Eckhoff. Um das Projekt bekannt zu machen, soll es in Kürze Info-Veranstaltungen geben. Lütjen: „Ein Mitarbeiter des DRK reist in alle Ortschaften, um das Projekt vorzustellen.“ Überprüft werden soll auch die Möglichkeit, Bützfleth mit einzubeziehen. Der Grund: Hausärzte in Drochtersen haben Aufnahmestopp. Drochterser wechseln deshalb zu Ärzten mit Praxen in Bützfleth. Von den Ausschussmitgliedern wurde das Vorhaben, das im April 2020 starten soll, begrüßt. Weiterhin solle aber das Ziel verfolgt werden, die Hausärzte-Situation zu verbessern.

Autor:

Dirk Ludewig aus Stade

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