„Bis heute gab es null Information"

Martin Groll (2, v. li.), Teamleiter des Netzbetreibers "Tennet" erntete heftige Kritik von Bürgermeistern aus der Region. Sie werfen dem Unternehmen schlechte Informationspolitik vor
3Bilder
  • Martin Groll (2, v. li.), Teamleiter des Netzbetreibers "Tennet" erntete heftige Kritik von Bürgermeistern aus der Region. Sie werfen dem Unternehmen schlechte Informationspolitik vor
  • Foto: ig
  • hochgeladen von Dirk Ludewig

"Südlink"-Stromtrasse: Bürgermeister aus Drochtersen, Freiburg, Oldendorf und Himmelpforten üben heftige Kritik an Tennet

ig. Drochtersen Es ist eines der größten Projekte der Energiewende: der geplante Stromtrassen-Bau von Wilster im Landkreis Steinburg bis Grafenrheinfeld im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt. Im Rahmen der Energiewende soll die "Suedlink"-Leitung bis zum Jahr 2022 den Offshore-Windstrom von Schleswig-Holstein über Nord- und Osthessen ins fränkische Grafenrheinfeld bringen.

Für die Trasse gibt es eine Vielzahl von Routen-Alternativen. Besonders betroffen sind die Gemeinde Drochtersen sowie die Samtgemeinden Oldendorf-Himmelpforten und Nordkehdingen. Planungs-Varianten der "Strom-Autobahn" verlaufen direkt durch die drei Kommunen.

Erfahren davon haben die Gemeindevertreter aber erst aus der Zeitung. Deshalb lud der Bürgermeister der Gemeinde Drochtersen, Hans-Wilhelm Bösch, die Ratsvertreter und den Tennet-Kommunikationleiter Martin Groll kürzlich zu einem Gespräch ins Rathaus ein. Der Teamleiter erntete heftige Kritik. Ihm wurde vorgeworfen, dass die Belange der Bürger in der Region nicht ernst genommen würden. Tennet habe Transparenz versprochen. „Aber die gibt es nicht“, schimpfte der Oldendorfer Bürgermeister Johann Schlichtmann. Engelschoffs Ortschef Heinz Düe setzte noch einen drauf: „Bis heute gab es null Information." Die als Projektdialog angepriesene Öffentlichkeitsarbeit sei eine Farce und reine Augenwischerei.

Burwegs Bürgermeister Matthias Wolff wunderte sich, wie ohne Beteiligung der betroffenen Gemeinden neue Varianten entstehen konnten. Und Himmelpfortens Ortsvorsteher Bernd Reimers glaubt, dass der Netzbetreiber bewusst Informationen zurückhalte. Heftig kritisiert wurde, dass Tennet schon im Jahr 2015 mit konkreteren Plänen in die nächste Planungsphase einsteigen will. "Obwohl Bürger in der Region noch nicht informiert und befragt wurden", so Heino Baumgarten, SPD-Fraktions-Vorsitzender aus Drochtersen.

Im Jahr 2022 müsse die Leitung stehen, betonte Martin Groll. Baubeginn sei im Jahr 2018 oder 2019. Tennet beabsichtigt, 20 Prozent der Leitungen in der Erde zu verlegen. Der Konzern-Vertreter nahm die Kritik an, entschuldigte sich dafür, dass das Projekt hier nicht früher vorgestellt wurde. Er machte aber deutlich, dass es sich nur um Entwürfe handele.

Nun soll alles besser werden: Geplant ist ein Bürger-Informationsabend am Freitag, 19. Dezember, 18 Uhr, in der Eulsethe-Halle in Himmelpforten.

Autor:

Dirk Ludewig aus Stade

Service
Aus den beiden Grafiken geht hervor: Der Anteil der Altersgruppe "Ü 70" liegt im Landkreis Stade bei 16 Prozent. Aus dieser Gruppe kommen aber mit Abstand die meisten Corona-Toten (88 Prozent)

Sieben-Tage-Inzidenz weiter unter dem Grenzwert 50
Über 70-Jährige stellen nur 16 Prozent der Bevölkerung im Landkreis Stade, aber 88 Prozent der Corona-Toten

jd. Stade. Die Warteliste für das Impfzentrum in Stade ist abgearbeitet. Daher ruft der Landkreis Stade die über 80-Jährigen dazu auf, bei der Impf-Hotline des Landes einen Impftermin zu vereinbaren. "Auf der Warteliste des Landes stehen für den Landkreis Stade zurzeit keine Namen mehr von Personen, die 80 Jahre oder älter sind", sagt Nicole Streitz, Leiterin des Impfzentrums in Stade. Menschen aus dieser Altersgruppe, die sich impfen lassen möchten, können laut Streitz im Moment zeitnah einen...

Panorama
Die Entwicklung des Inzidenzwertes in den vergangenen zwei Wochen im Landkreis Harburg

Die aktuellen Corona-Zahlen vom 5. März
Inzidenz wieder bei 56,6 im Landkreis Harburg - 200 aktive Fälle

(sv). Nachdem es am Donnerstag noch aussah, als würde der Inzidenzwert im Landkreis Harburg wieder unter die 50er-Grenze sinken, stieg er am heutigen Freitag, 5. März, wieder an - auf 56,60. In den Kommunen bleibt die Gemeinde Stelle weiterhin an der Spitze der Inzidenzwerte (132,68), gefolgt von der Gemeinde Neu Wulmstorf (94,08). Die Samtgemeinde Jesteburg (8,97) und die Samtgemeinde Salzhausen (13,80) verzeichnen immer noch die niedrigsten Werte. Der Landkreis Hamburg kommt am Freitag auf...

Politik
Dr. Dunja Sabra
2 Bilder

Rassismus bekämpfen: WOCHENBLATT-Serie begleitet Online-Veranstaltungen
"Man hat mir den Tod durch Vergasung gewünscht"

tk. Stade. Ein breites Bündnis von verschiedenen Akteuren lädt im Landkreis Stade dazu ein, sich in digitalen Formaten mit dem gesellschaftlichen Problem des Rassismus auseinanderzusetzen (das WOCHENBLATT berichtete). "Solidarität-Grenzenlos" ist der Leitsatz. In den kommenden Wochen schreiben Menschen aus dem Landkreis Stade, wie sie selbst Rassismus erleben und wie sie mit den Herausforderungen einer Gesellschaft umgehen, die sich von Vorurteilen befreien will. Wir drucken die Texte...

Panorama
Dreh in der Scheune: Truck Stop
Video 9 Bilder

Ein heimlicher Besuch
Videodreh mit Truck Stop in der Drochterser Kulturscheune

ig. Drochtersen. Nebelschwaden, Country-Musik vom Band, viele Kameras, grelles Licht, immer wieder Anweisungen - und bittere Kälte. Den Cowboys und den Linedancern machen die frostigen Temperaturen in der Drochterser Kulturscheune aber nichts aus. "Wir sind hart im Nehmen", schmunzelt Andreas Cisek. Der Frontman ist mit seiner Band Truck Stop nach Drochtersen gereist, um in dem Musiktempel einen besonderen Film aufzunehmen. Die norddeutsche Kultband veröffentlicht in Kürze ihre neue CD "Liebe,...

Service
Gegenüber dem Vorjahr zeigt sich zwar ein deutlicher Zuwachs, jedoch ist die Anzahl an Luchsweibchen mit Nachwuchs in Deutschland immer noch zu gering, um von einem stabilen Bestand zu sprechen
Video

Luchse immer noch selten in Deutschland

(nw/tw). Insgesamt 32 Luchsweibchen mit Jungtieren konnten am Ende des Monitoringjahres 2019/2020 in Deutschland gezählt und bestätigt werden. Das geht aus neuen Erhebungen der Bundesländer hervor, wie das Bundesamt für Naturschutz (BfN) jetzt meldet. Die 32 Luchsweibchen mit 59 Jungtieren im ersten Lebensjahr konnten in Bayern (13), Hessen (1), Niedersachsen (10), Rheinland-Pfalz (2), Sachsen-Anhalt (5) und Thüringen (1) nachgewiesen werden. Zum Ende des Monitoringjahres gab es insgesamt 125...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen