"Wie in alten DDR-Zeiten"

Schimpften über den Stacheldrahtzaun und hatten mit der Unterschriftensammlung Erfolg - die Anwohner Ernst  Ringen, Ika Elend, Günter und Marlies Marx (v. li.)
  • Schimpften über den Stacheldrahtzaun und hatten mit der Unterschriftensammlung Erfolg - die Anwohner Ernst Ringen, Ika Elend, Günter und Marlies Marx (v. li.)
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Deichverband errichtet in Barnkrug einen Stacheldrahtzaun, erntet heftige Kritik und lenkt ein

Barnkrug. "Uns wird ein Stück Lebensqualität genommen. Schlimm, was hier passiert ist." Was den Bürgern des kleinen Drochterser Ortsteils Barnkrug die Zornesröte ins Gesicht treibt, ist ein mehrere hundert Meter langer Zaun entlang des Deiches, der an ihren Grundstücken vorbeiführt und mit Stacheldraht versehen ist. "Ich wohne hier jetzt seit 50 Jahren, kann den Deich nur über einen großen Umweg betreten", schimpft Anwohnerin Ilka Elend. "Häufig sitzen wir oben auf der Bank. Das geht nicht mehr. Wir müssen lange laufen, um zu unserem Treffpunkt zu kommen."
Der Zaun wurde vom Deichverband erstellt, soll die Schafe des Schäfers schützen. Für Maik Eckhoff, Stellvertreter des Bürgermeisters, eine unverhältnismäßige Entscheidung. Er verstehe den Unmut der Bürger. Günter Marx, seit 1976 in der Hafenstraße ansässig, erinnert die Baumaßnahme an DDR-Zeiten. Gegen einen Zaun habe er nichts. "Aber bitte ohne Stacheldraht. Und mit Pforten wie im Alten Land." Der Drochterser Bürgermeister Hans-Wilhelm Bösch kritisiert ebenfalls die Baumaßnahme und hofft auf einen Kompromiss. "Anwohner und Deichverband sollten sich zusammen setzen."
Die Barnkruger wehrten sich mit einer Unterschriftensammlung - initiiert von Gunter Marx. Die zeigte Wirkung: Der Deichverband reagierte, vereinbarte für den vergangenen Montag eine Ortsbegehung. Mit dabei: Bürgerkomitee-Mitglied und SPD-Ratsfrau Angelika Prott. Das Gespräch hatte Erfolg. "Es wurde ein Kompromiss in angenehmer Atmosphäre gefunden", resümiert Oberdeichgraf Gunter Armonat. "An vier Stellen wird der Zaun abgebaut. Die Lücken führen zu den Sitzbänken. Die Anwohner haben versprochen, dass sie das Umfeld pflegen." Der Stacheldraht allerdings bleibt. "Wir können ja nicht alles bekommen. Beide Seiten mussten Abstriche machen. Wir sind zufrieden mit dem Erreichten", sagt Marx. Wenn der Zugang zum Deich wieder frei sei, werde er den Verbandschef zu einem Bier auf einer der Sitzbänke einladen.

Autor:

Dirk Ludewig aus Stade

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