"Das ist ein politischer Skandal"

Edda Eggers

Die Grünen Edda und Peter Eggers legen Mandat im Drochterser Rat nieder / Ratsmitglieder üben heftige Kritik

ig. Drochtersen. Wenige Monate vor der nächsten Kommunalwahl haben Edda und Peter Eggers ihre Mandate im Gemeinderat Drochtersen abgegeben. Die Grünen sind jetzt im Rat nicht mehr vertreten. Nachrücker gibt es nicht. Bis zur Wahl im September arbeiten nur noch 26 Mitglieder in dem Gremium.
Drochtersens Bürgermeister Mike Eckhoff spricht von einem unglücklichen Zeitpunkt: "Eine Entschluss mit einem bitteren Beigeschmack."

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Heino Baumgarten findet den Rückzug nicht nachvollziehbar. Er bedauere den Schritt, hätte sich gewünscht, dass sie das Mandat bis September behalten. „So kann der Eindruck entstehen, dass sie nur ihre Anliegen durchbringen wollten." Jetzt müssten sie sich vorwerfen lassen, seinerzeit nur wegen des in die Kraftwerkserneuerung (Repowering) von Windkraftanlagen das Ratsmandat angenommen zu haben.

Ähnlich sieht es CDU-Fraktionschef Kai Seefried: "Ich bedaure den Rücktritt, da dadurch insgesamt der Eindruck verstärkt wird, dass sie die Ratsmitgliedschaft nur aus eigenen Interessen genutzt haben."
Hintergrund: Die Eggers' investieren in Repowering ihrer Windkraftanlagen. Erst vor einigen Tagen passierten noch ausstehende Beschlüsse die Gemeinderatssitzung.
Harsche Kritik verteilt Fraktionschef der Freien Wählergemeinschaft (FWG), Cornelius van Lessen: "Wir haben immer gesagt, dass die beiden Grünen Ratsmitglieder sich nur haben wählen lassen, um ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen durchzusetzen. Ihr einziges Ziel war, in Drochtersen-Süd ihre Windenergieanlagen zu repowern. Dies haben sie geschafft. Jetzt legen sie ihr Ratsmandant nieder, lassen ihre Wähler im Regen stehen.“ Dies sei ein politischer Skandal. „Sie haben es geschafft, ihre Partei in Drochtersen gegen die Wand zu fahren.“

Edda Eggers möchte sich zu den Vorwürfen noch nicht äußern. Ein Gespräch mit den Kreis-Grünen stehe an. Dann könne man an die Öffentlichkeit gehen.
„Wir werden grüne Ideen und einen neuen und frischen Wind in den Rat der Gemeinde Drochtersen bringen!“, war das Credo der Grünen vor der letzten Gemeinderatswahl 2011. In dem politischen Gremium wollten die Grünen für mehr Transparenz in den politischen Entscheidungsprozessen sorgen. „Die Planungs- und Entscheidungsprozesse müssen offen gestaltet werden und die Bürger sind frühzeitig zu beteiligen“, so Peter Eggers damals. Er arbeitete im Arbeitskreis Hallenbad mit. Beide setzten sich für Sanierung des Schulhofes der Asseler Grundschule ein. Edda Eggers engagiert sich stark für die Integration von Flüchtlingen in der Gemeinde.

Autor:

Dirk Ludewig aus Stade

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