Defensiv gerechnet
Drochterser Rat verabschiedet einstimmig Nachtragshaushalt

Gemeindebrandmeister Peter Lühwink (li.) erhält die Urkunde von Bürgermeister Mike Eckhoff
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ig. Drochtersen. Die Corona-Pandemie hat „immense Auswirkungen“ auf den Nachtragshaushalt der Gemeinde Drochtersen, so Kämmerer Michael Krüger auf der vergangenen Sitzung des Gemeinderates in der Festhalle. Die Gemeinde stehe aber durch Rücklagen und hohe Gewerbesteuereinnahmen immer noch gut da. Die bereits beschlossenen Investitionen seien "trotz der Durststrecke" zu meistern.

Und: "Wir setzen sogar noch etwas drauf, geben 1,1 Millionen Euro mehr aus." Denn das Ausschreibungsergebnis für das Neubaugebiet in Assel sei höher ausgefallen – wie auch die Kosten für eine Spundwand beim neuen Feuerwehrgerätehaus und der Ausbau der Hafenstraße. Positiv: Bedingt durch vorliegende liquide Mittel in Höhe von 6,7 Millionen Euro und durch deutlich höhere Gewerbesteuerzahlungen im vergangenen Jahr verringert sich die Kreditaufnahme von 4,34 Millionen auf 2,49 Millionen Euro.

Minus von 809.600 Euro

Der im November 2019 verabschiedete Haushaltsplan hatte noch mit einem Plus von 560.000 Euro abgeschlossen. Krüger: "Jetzt weist der Nachtrag ein Minus von 809.600 Euro auf." Konkret: Bei den Erträgen werden 1,3 Millionen Euro weniger eingenommen als eigentlich im November geplant. Gründe dafür gebe es viele, so der Kämmerer. Allein die nicht eingezogenen Kindergartengebühren würden rund 46.000 Euro ausmachen. Die Schließung des Hallenbades weitere 12.500 Euro. Der größte Verlust sei der Einbruch bei den Gewerbesteuern. "800.000 Euro weniger gegenüber den veranschlagten 5,7 Millionen." Mehrkosten gab es u.a. bei den Aufwendungen zur Meisterung der Corona-Krise. So mussten für Desinfektionsmittel und Schutzmaßnahmen rund 15.000 Euro aufgebracht werden. Und weiter: Die Mehrkosten für Straßenunterhaltung stiegen von 150.000 auf 200.000 Euro.

Beim Personal würden weitere Kosten anstehen, so Krüger. Benötigt werde eine weitere Stelle im Bereich Finanzen und Personal. Kosten: rund 80.400 Euro. Schlussworte des Kämmerers: "Wir können guten Mutes abwarten, wie sich dieses Jahr entwickelt und was das Konjunkturprogramm bringt." Der Haushalt sei defensiv gerechnet. Und wenn nicht weitere Wellen durch die Corona-Pandemie kommen, könne sich das Ergebnis noch verbessern.

Offensiv und investigativ

Kein Wunder, dass die trotz Corona-Krise insgesamt positive Bilanz Auswirkungen auf die Abstimmung im Rat hatte. Alle Fraktions-Mitglieder der CDU, SPD und FWG stimmten dem Zahlenwerk zu. Der Finanzausschuss-Vorsitzende Matthias Mehlis (SPD): "Es ist gut, dass die Gemeinde auf die Krise offensiv und investiv reagiert." Das sah auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Jens Schütt so.

Viele Neue im Amt

Weitere Entscheidungen des Rates: Für den im Mai verstorbenen Ratsherrn Martin Bremert (CDU) rückt der 51-jährige Bernd Mattern aus Barnkrug nach. Britta Schröder-Buttkewitz ist die neue Schiedsfrau der Gemeinde Drochtersen, löst nach zehn Jahren Dieter Baukloh ab. Stellvertretender Schiedsmann bleibt Klaus-Dieter Schradiek. Gemeindebrandmeister Peter Lühwink wurde für weitere zehn Jahre – es ist seine dritte Amtszeit - Gemeindebrandmeister. Isabel Strömer wurde zur neuen Gleichstellungsbeauftragten bestellt.

Gemeindebrandmeister Peter Lühwink (li.) erhält die Urkunde von Bürgermeister Mike Eckhoff
Saniert: die Hafenstraße in Dornbusch
Autor:

Dirk Ludewig aus Stade

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