Unerträglich und gefährlich

Eng und gefährlich: Brummis fahren durch den Ort
2Bilder
  • Eng und gefährlich: Brummis fahren durch den Ort
  • Foto: ig
  • hochgeladen von Stephanie Bargmann

Durch Freiburg rollt eine Lkw-Karawane / Bürgerinitiative fordert Entlastung

ig. Freiburg. "Der Lärm ist unerträglich und macht uns krank." "Die schweren Laster beschädigen unsere Häuser." "Wir sind hier vor zwei Jahren hergezogen, wohnen direkt an der Landestraße – und überlegen, ob wir wieder wegziehen." Das waren nur einige Unmutsäußerungen von Freiburgern auf einer Versammlung am vergangenen Donnerstag im Kehdinger Hof, zu der die "Interessengemeinschaft gegen Lärmbelastung" eingeladen hatte.

Der beschauliche Flecken Freiburg im Herzen von Nordkehdingen hat ein Problem: die Landesstraße 111. Von früh bis spät rollt der Brummi-Verkehr durch den Ort. "Hauswände vibrieren und das Geschirr klappert in den Schränken", sagt Claus List. Der Freiburger ist mit Christian Witt und Ralf Stahl Initiator der Interessengemeinschaft. Im Zuge der Straßenbauarbeiten in Wischhafen, die noch bis Sommer 2020 dauern sollen, habe die Belastung durch den überregionalen Schwerlastverkehr erheblich zugenommen, so Stahl zu den mehr als 60 Bürgern. "Eine unerträgliche und gefährliche Situation." Zudem sei es aufgrund des Fahrbahnbelags mit Absätzen und Schwellen zu Erschütterungen in den Anliegerhäusern gekommen. Die Forderungen, die mit großem Applaus bedacht wurden: Ausbesserung des Straßenbelags, um die Belastung zu vermindern. Und die Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit in der gesamten Ortsdurchfahrt auf 30 Stundenkilometer. Nur die 30-er Zone vor der Schule reiche nicht aus. "Da wird mit 100 und mehr in den Ort reingebrettert", empörte sich ein Anwohner. "Das ist lebensbedrohlich für die Schüler." Sein Fazit: Kaum jemand halte sich an die Geschwindigkeit. Auch werde überhaupt nicht geblitzt. "Und das würde sich hier wirklich lohnen."

Die höchste Stufe der Lärmbelastung erfahre man in der Allwördener Straße. "Da gibt es ein Haus, das von einer sechsköpfigen Familie bewohnt wird. Der Abstand beträgt von der Fahrbahnkante bis zu den Fenstern weniger als 1,80 Meter", berichtete der Freiburger Peter Loudovici. Eine weitere Gefährdung für dessen Nutzer stelle der kombinierte Rad- und Fußweg in der Allwördener Straße dar. "Dort befindet sich eine 1,40 Meter-Verengung, auf der sich alle Kinder der ersten bis zur zehnten Klasse bewegen", so Loudovici. Den Verkehrswahnsinn beobachte er als unmittelbarer Anlieger jeden Tag. Er sei überzeugt, dass eine deutliche Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit die Situation spürbar entschärfen würde.

30 Stundenkilomter in ganz Freiburg zu erreichen, das sei nicht einfach, stellte Samtgemeinde-Bürgermeister Edgar Goedeke heraus. "Da gibt es gesetzliche Regelungen." Gleichwohl wolle er Gespräche mit dem Landkreis und der Landesbehörde für Straßenbau führen. Goedeke berichtete, dass der Landkreis gerade eine Erfassung in der Tempo-30er-Schulzone abgeschlossen habe. Kontrolliert wurde über mehrere Tage die Verkehrsbelastung und die Geschwindigkeitsüberschreitungen.

Gespräche mit den Behörden führen will auch der Landtagsabgeordnete Kai Seefried (CDU), der zu der Versammlung eingeladen wurde. Ihm geht es vor allem um Verbesserungen der aktuellen Baustellen-Situation. Einfließen in die Gespräche soll auch der Vorschlag eines Teilnehmers, prüfen zu lassen, ob sich die Baustelle in Wischhafen so verändern lasse, dass dort Lkw passieren können – und die Fahrer nicht den Weg über Freiburg suchen. Das habe doch auch in Drochtersen geklappt. Ein weiteres Ergebnis: Bildung einer Arbeitsgruppe der Samtgemeinde. Stahl: "Wir bleiben am Ball. Und wollen nicht zu drastischen Mitteln wie Blockaden greifen." Was angenehm auffiel: Die Diskussion wurde emotional, aber stets sachlich, ergebnisorientiert und ohne Polemik geführt.

Eng und gefährlich: Brummis fahren durch den Ort
Moderator Ralf Stahl
Autor:

Dirk Ludewig aus Stade

Politik
Michael Roesberg ist noch bis Ende Oktober 2021 im Amt

Verzicht auf eine erneute Kandidatur
Stades Landrat Michael Roesberg tritt nicht wieder an

jd. Stade. Politischer Paukenschlag im Stader Kreishaus: Landrat Michael Roesberg (parteilos) hat am Montagabend erklärt, dass er für eine erneute Kandidatur nicht zur Verfügung steht. Die Amtszeit des 63-Jährigen endet im Oktober 2021. Roesberg steht seit 2006 an der Spitze der Kreisverwaltung. Bisher galt als sicher, dass der amtierende Landrat bei den Kommunalwahlen im Herbst 2021 noch einmal ins Rennen geht. Roesberg hätte beste Chancen für eine Wiederwahl gehabt. Er kann auf die...

Politik
Wenn sich in der Biotonne Maden sammeln, ist das nicht gefährlich, beruhigt der Landkreis

Antwort des Landkreises Harburg auf FDP-Antrag
Maden in Biotonnen sind ungefährlich

(os). Wenn sich in der Biotonne Maden sammeln oder die Tonne einen unangenehmen Geruch verbreitet, ist das für Menschen ungefährlich. Das geht aus der Antwort des Landkreises Harburg auf eine Anfrage der FDP-Kreistagsfraktion hervor. Wie berichtet, wollten die Freidemokraten wissen, ob es möglich ist, die Biotonne in den Monaten zwischen Mai und September jede Woche und nicht wie derzeit alle 14 Tage leeren zu lassen. Die FDP-Fraktion hatte auf viele Klagen von Bürgern verwiesen, denen beim...

Panorama
Die Container der inzwischen geschlossenen Testzentren - wie hier am Krankenhaus Buchholz - bleiben zunächst stehen Foto: os

Corona-Testzentren in der Pampa

KVN eröffnet Testeinrichtung für Urlaubsrückkehrer in Rosche (Uelzen) / Landkreis Harburg stinksauer thl. Winsen. "Corona-Testzentren werden für Urlaubsrückkehrer neu eröffnet" - so lautet die vollmundige Überschrift einer Pressemitteilung der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN). Wie das WOCHENBLATT berichtete, gab es heftige Kritik an der KVN, nachdem sie die Abstrichzentren in der Region, wie z.B. an den Krankenhäusern Winsen und Buchholz, geschlossen hatte. Deswegen hat die...

Panorama
Bei Drochtersen soll die A 20 die Elbe unterqueren. Der Tunnelbau könnte - wenn alles gut läuft - 2025 beginnen

Fertigstellung der A 20 weiter für 2030 angepeilt
Neuer Elbtunnel: Baubeginn soll 2025 sein

Ab 2030 sollen die ersten Autos durch den neuen Elbtunnel bei Drochtersen rollen.(jd).  Der Termin 2030 wurde in den Vorjahren immer wieder von Planern und Politikern genannt. Jetzt bestätigte der schleswig-holsteinische Verkehrsminister Bernd Buchholz noch einmal indirekt die Zeitplanung: Er rechne damit, dass die A 20 in seinem Bundesland ab 2030 in ihrer kompletten Länge befahren werden kann, erklärte der Minister. Er dürfte dabei auch an die Elbquerung gedacht haben. Denn ohne den Tunnel...

Panorama
  3 Bilder

Eklat zwischen dem Künstler Erwin Hilbert und dem Vorstand der St.-Petri-Kirche
Kunstausstellung in Buxtehuder Kirche vorzeitig beendet

sla. Buxtehude. Nach etlichen Vorfällen, über die das WOCHENBLATT berichtete, hat der Kirchenvorstand der St.-Petri-Kirchengemeinde die Kunstausstellung "Jesus und andere Gestalten" sowie die weitere Zusammenarbeit mit dem Künstler Erwin Hilbert vorzeitig beendet. Der Entschluss wurde durch Pastor Michael Glawion nach dem Druck der Wochenendausgabe bekanntgegeben. Die genauen Hintergründe, die zu dieser Entscheidung führten, werden in der nächsten WOCHENBLATT-Ausgabe am Mittwoch ausführlich...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen