D/A-Kunstrasenplatz: Politik streitet um die Umweltverträglichkeit

Der alte Kunstrasenplatz ist kaum noch bespielbar
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  • hochgeladen von Stephanie Bargmann

Nach heftiger Diskussion schließlich Zustimmung

ig. Drochtersen. Die Gemeinde Drochtersen unterstützt die Sanierung des Kunstrasenplatzes der SV Drochtersen/Assel mit 71.000 Euro. Das ist das Ergebnis der Sitzungen des Ausschusses für Familie, Soziales, Kultur und Sport und des Verwaltungsausschusses. Die Erneuerung des Platzes kostet rund 155.000 Euro. 28.500 Euro kommen von D/A, rund 43.000 Euro vom Landessportbund und 12.400 aus der Vorsteuererstattung.

Vor der Entscheidung wurde im Ratssaal, dabei waren viele SV-Anhänger, heftig über die Umweltverträglichkeit des Materials für den neuen Platz diskutiert. D/A-Präsident Rigo Gooßen erläuterte eingangs, dass neben den künstlichen Grashalmen das Spielfeld pro Quadratmeter mit etwa 15 Kilogramm Quarzsand und rund sieben Kilogramm Granulat aus Altreifen befüllt werde.

Das rief Cornelius van Lessen auf den Plan. Der FWG-Ratsherr berief sich auf eine Stellungnahme des wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages von September 2017,  nach dem das Niedersächsische Umweltministerium davon abgeraten habe,  ein Granulat aus Autoreifen zu verwenden, da dies polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) enthalte. Sein Vorschlag: Kork solle eingesetzt werden. Kork würde sich aber zu sehr mit Wasser aufsaugen, weiß Gooßen: "Dann ist der Platz schwer bespielbar.“ Auch sei Korkgranulat wesentlich teurer. Und Korkplätze seien noch in der Erprobungsphase. „Wer weiß, wie sich das entwickelt.“

Das sah auch Rainer Heinsohn (CDU) so. Sein Einwand: „Wenn diese Bedenken gerechtfertigt wären, würden doch sämtliche Kunstrasenplätze gesperrt.“ Matthias Mehlis und Dirk Ludewig (beide SPD) stellten die Notwendigkeit des Platzes heraus, der wohl zu den meistbespielten  in Niedersachsen gehöre.  Neun Herrenmannschaften, 20 Jugendmannschaften und die Schulen nutzen ihn. Auch würden viele Aktivitäten innerhalb der „Aktion Ferienspaß“ dort stattfinden. Und: "Solche Plätze unterliegen doch Kontrollen." Gooßen belegte die Aussagen mit einem Nachweis der RAL-Gütegemeinschaft aus dem Jahr 2018, der die Umweltverträglichkeit bestätige. Das Gütezertifikat soll nun auch für das laufende Jahr eingeholt werden. Ein Vorschlag, den auch van Lessen mitragen konnte. So gab es im Ausschuss schließlich einhellige Unterstützung.

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