Niedersächsische Deichkonferenz zu Auswirkungen auf Hochwasser- und Küstenschutz
Auch in Elbmarsch gerüstet für Klimawandel

"Sind mit unseren Vorgaben für Deichhöhen auf dem richtigen Weg": Deichhauptmann Hartmut Burmester (li.) und Geschäftsführer Ansgar Dettmer vom Artlenburger Deichverband
  • "Sind mit unseren Vorgaben für Deichhöhen auf dem richtigen Weg": Deichhauptmann Hartmut Burmester (li.) und Geschäftsführer Ansgar Dettmer vom Artlenburger Deichverband
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ce. Elbmarsch. Über Auswirkungen des Klimawandels auf den Hochwasser- und Küstenschutz auch in der Region wurde jetzt auf der Niedersächsischen Deichkonferenz in Artlenburg diskutiert. 47 Teilnehmer waren der Einladung des Wasserverbandstages (WVT) in die Geschäftsstelle des Artlenburger Deichverbandes (ADV) gefolgt.
Der WVT mit Sitz in Hannover vertritt die Interessen seiner rund 1.000 Mitglieder aus Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt und unterstützt sie bei der Umsetzung ihrer Aufgaben. Dazu gehören unter anderem der Hochwasserschutz im Binnenland und der Küstenschutz, aber auch die Gewässerunterhaltung, Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung.
Professor Frank Thorenz vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) referierte ausführlich über den aktuellen Bericht des Weltklimarates. WVT-Geschäftsführer Godehard Hennies fasste die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Vortrag zusammen. "Klar ist schon lange, dass das Klima sich verändert und als Folge daraus der Meeresspiegel ansteigt. Neu ist allerdings, dass dies schneller geschieht als von den Wissenschaftlern bislang erwartet", so Hennies.
Grund zur Panik bestehe für die niedersächsischen Deichschützer aufgrund der neuen Sachlage allerdings nicht. "Wir sind mit unseren Vorgaben für Deichhöhen bereits auf dem richtigen Weg für die kommenden Jahrzehnte“, erklärte Deichhauptmann Hartmut Burmester vom ADV.
Das bestätigte WVT-Präsident Heiko Albers: "An der Küste wäre es möglich, unsere Deiche noch bis zu zwei Meter zu erhöhen. Unsere Nachbarn in Holland meinen, bei ihnen wären sogar fünf Meter möglich.“ ADV-Geschäftsführer Ansgar Dettmer betonte, dass die gewählte Technik im niedersächsischen Deichbau die richtige für die Herausforderung sei. "Wir setzen auf Klei-Deiche. Diese lassen sich technisch gesehen problemlos erhöhen, es muss nur der notwendige Platz verfügbar sein", gab Dettmer zu bedenken. Dies sei im Tidebereich der Elbe der Fall. "Dort zeigen wir mit der Deicherhöhung zwischen Rönne und Schwinde, dass es prima funktioniert."
Godehard Hennies räumte ein, dass die beste Technik nichts nütze, wenn es dafür kein Geld gebe. "Der Politik muss klar sein, dass der Klimawandel zwangsläufig eine Aufstockung der Mittel für den Hochwasserschutz gebietet.“ Denn Hochwasserschutz müsse generationengerecht betrieben werden und Deiche müssten so beschaffen sein, dass sie auch nachfolgenden Generationen noch Schutz bieten.
Auch mit dem Thema Wolf befassen sich die Deichschützer intensiv. Fast alle Verbände - so der Tenor der Versammlung - hätten Probleme mit dem Tier, weil es deren Schafe reiße. So beklagte der Deichschäfer des ADV zuletzt vier Wolfsangriffe innerhalb eines Jahres mit 17 getöteten Schafen. "Wir fordern von der Politik ein Wolfsmanagement, das dem Hochwasserschutz nicht entgegensteht. Arten- und Hochwasserschutz müssen zusammenpassen“, waren sich Heiko Albers und Hartmut Burmester einig.

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