Artlenburger Verband passt Schutzwerke in Elbmarsch an neue Bemessungswasserstände an
"Der Deich wird standsicherer"

Auf Inspektionstour an der Elbe zwischen Rönne und Schwinde: Deichhauptmann Hartmut Burmester (li.) und Ansgar Dettmer, Geschäftsführer des Artlenburger Deichverbandes
  • Auf Inspektionstour an der Elbe zwischen Rönne und Schwinde: Deichhauptmann Hartmut Burmester (li.) und Ansgar Dettmer, Geschäftsführer des Artlenburger Deichverbandes
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ce. Rönne/Schwinde. Der Artlenburger Deichverband (ADV) setzt jetzt die Erhöhung des Deiches zwischen Rönne und Schwinde im Tidebereich der Elbe fort, die er bereits 2013 am Binnendeich begonnen und abgeschlossen hatte. Nun wird der Deich an der Wasserseite auf einer Länge von 400 Metern von aktuell 9,20 Meter auf künftig 9,40 Meter aufgestockt. Die Arbeiten finden zwischen der Rampe zur Brücke über das Elbvorland in Richtung Schwinde statt.
"An der Binnenseite hatten wir den Deich schon 2013 angepasst“, blickt Deichhauptmann Hartmut Burmester zurück. Die Arbeiten hatte der ADV dann aber gestoppt, weil vom Land Niedersachsen seinerzeit neue Bemessungswasserstände angekündigt wurden. "Auf diese mussten wir in der Folge sehr lange warten. Ohne die neuen Berechnungen hätte der Weiterbau keinen Sinn gemacht. Doch nun liegen sie vor, sodass wir mit der Deicherhöhung weitermachen können“, so Burmester.
Die Bemessungswasserstände stellen Werte für die höchsten Wasserstände dar, die in Zukunft im Falle einer extremen Sturmflut in der Nordsee für die Elbe zu erwarten sind. Die Bundesanstalt für Wasserbau hat diese Stände im Auftrag der Länder Hamburg, Niedersachsen und Schleswig Holstein neu ermittelt, denn 2017 hatten sich diese auf einheitliche Bemessungswasserstände in der Tideelbe verständigt. Ziel ist ein gleichwertiger Schutz für alle Anrainer. Der ADV ist einer der ersten Verbände in Niedersachsen, der anhand der neuen Vorgaben seine Deiche anpasst.
"Aus Sicht der Wasserbau-Ingenieure geht es aber nicht nur um die Höhe. Wichtig ist auch, dass die Deiche durch den Umbau eine breitere Krone und flachere Böschung erhalten. Das bedeutet, sie haben künftig eine größere Aufstellfläche. Der Deich in Rönne wird um sechs Meter breiter zum Wasser hin“, erklärt ADV-Geschäftsführer Ansgar Dettmer. „Er wird dadurch standsicherer“, ergänzt Hartmut Burmester. Später würden die Bauwerke im Tidebereich zudem an der Wasserseite mit Pflastersteinen bedeckt. "Das Pflaster wirkt als Panzer gegen Eisschollen und schützt so vor Beschädigungen“, so der Deichhauptmann.
Die Anwohner der Baustelle in Rönne müssen in den kommenden Wochen mit Staub, Lärm und Vibrationen im Boden sowie mit reichlich Lkw-Verkehr, herumfahrenden Baggern, Raupen und Walzen rechnen. Die Kosten der Deichanpassung werden mit knapp 870.000 Euro beziffert, finanziert mit Küstenschutzmitteln von Bund und Land.
Nach Abschluss der Deichanpassung im Bereich Rönne folgt laut Ansgar Dettmer ein zwei Kilometer langer Abschnitt zwischen Schwinde und dem Stover Strand. Die Planungen dafür liefen bereits, demnächst folge das Planfeststellungsverfahren. "Das Projekt ist vielleicht in zwei Jahren genehmigt und kann dann starten“, schätzt Hartmut Burmester.
Die aktuelle Deicherhöhung im Bereich der Samtgemeinde Elbmarsch beweist ihm zufolge, wie umsichtig es vom Landkreis Harburg war, in den neuen Naturschutzgebieten an der Elbe dem Hochwasserschutz einen 15 Meter breiten Streifen einzuräumen, in dem der Schutzstatus nicht gilt. "Ohne diese Freistellung würden wir beispielsweise bei den aktuellen Bauarbeiten immer wieder in geschützte Flächen hineinkommen, weil die Arbeiten entsprechend Raum benötigen. Das hätte dann jedes Mal Konflikte mit dem Naturschutz zur Folge gehabt“, lobt der Deichhauptmann die Entscheidung des Kreises.

Autor:

Christoph Ehlermann aus Salzhausen

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