Hausärztliche Versorgung soll gesichert werden
Elbmarscher Politiker fordern kommunales medizinisches Versorgungszentrum

Malte Krafft, stellvertretender Samtgemeinde-Bürgermeister und Kreistagsabgeordneter
  • Malte Krafft, stellvertretender Samtgemeinde-Bürgermeister und Kreistagsabgeordneter
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ce. Elbmarsch. "Die hausärztliche Versorgung in der Elbmarsch muss gesichert sein!": Das fordert die Gruppe Grüne/Piraten im Samtgemeinderat. Sie hat daher an die Verwaltung den Antrag gestellt, dass die Samtgemeinde ein kommunales medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) gründen und betreiben soll. 
Schon heute sei es - so die Antragsteller - schwierig bis unmöglich, neue Hausärzte in der Region zu finden, da die bestehenden Praxen bereits an ihren Kapazitätsgrenzen seien und keine neuen Patienten aufnehmen könnten. "Durch die Schließung der hausärztlichen Praxis von Dr. med. Bernd Klemeyer in Tespe zum 31. März verschärft sich diese Situation, denn eine Nachfolge konnte nicht gefunden werden", betont stellvertretender Samtgemeinde-Bürgermeister und Kreistagsabgeordneter Malte Krafft (Grüne).
Mit diesem Problem stehe die Elbmarsch nicht allein da. Sei es wegen der hohen Arbeitsbelastung, der Unsicherheiten einer Selbstständigkeit oder der Finanzierung einer eigenen Praxis – jüngere Mediziner wollten immer seltener als "zu jeder Tages- und Nachtzeit ansprechbarer" Landarzt arbeiten, sondern auch Zeit für sich und ihre Familie haben.
Grüne und Piraten sehen die Verantwortung nun in der Politik, für eine sichere hausärztliche Versorgung in der Samtgemeinde zu sorgen. Daher beantragen sie, eine Gesellschaft zum Betrieb eines samtgemeindeeigenen MVZ ins Leben zu rufen. "Hier wären die Ärzte mit einem festen Gehalt, geregelten Arbeitszeiten und Urlaub angestellt", so Malte Krafft. “Die Elbmarscher müssen eine adäquate ärztliche Versorgung vor der Haustür haben. Unsere Gesellschaft altert und ist im Krankheitsfall nicht in der Lage, weite Wege zum Arzt zurückzulegen."
"Die Gemeinden können auch erfolgreich selbst etwas auf die Beine stellen, wenn der Markt versagt", verweist Krafft auf den Glasfaserausbau in der Elbmarsch durch den "Elbmarsch Kommunal Service" (ElbKom), der kommunalen Anstalt öffentlichen Rechts (das WOCHENBLATT berichtete). 
Bundesweit gebe es einige kommunale medizinische Versorgungszentren, die erfolgreich betrieben würden, etwa auf Pellworm oder in Büsum. "Auf die Erfahrungen aus diesen Gründungen kann, neben Gesprächen mit der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen, zusätzlich zurückgegriffen werden."

Autor:

Christoph Ehlermann aus Salzhausen

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