Dr. Jörn Lütjohann verurteilt Millionenförderung für Bossard-Kunststätte
"Verantwortliche müssen sich öffentlich entschuldigen"

"Millionen für Feind der freiheitlich-demokratischen Gesellschaft": Dr. Jörn Lütjohann ist gegen die Kunsthallen-Konzeption
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  • hochgeladen von Christoph Ehlermann

ce. Marschacht. "Die Kunsthalle kann jetzt nicht mehr gebaut werden. Die Konzeption muss dringend überarbeitet werden." Das steht für Kreistagsmitglied Dr. Jörn Lütjohann (CDU) aus Marschacht mit Blick auf die kürzlich vom Kreistag beschlossene Millionenförderung für die neue Bossard-Kunststätte fest (das WOCHENBLATT berichtete). Lütjohann begründet sein Veto mit Äußerungen von Johann Bossard, die Dr. Ingo Engelmann aus Buchholz in einem WOCHENBLATT-Leserbrief zu Bossards Nähe zu den Nationalsozialisten zitierte. Bei einer Frankreichreise mit Studenten im Jahr 1938 habe Bossard, der Professor an der damaligen Hamburger Kunstgewerbeschule war, laut Engelmann das "nordische Erbe" heraufbeschworen, "Kulturbolschewismus" und "Emigranten-Hetzblätter" beklagt. "Nachdenklichkeit zur Rassenfrage" habe Bossard ebenso umgetrieben wie das "nordische Bluterbe".
Dr. Jörn Lütjohann fordert vor diesem Hintergrund, die Verantwortlichen, die von dieser Einstellung wussten, "müssen sich öffentlich entschuldigen" für den Kreistagsbeschluss. Dabei zielt er auch auf die eigenen Parteimitglieder, denn verantwortlich sind für ihn Landrat Rainer Rempe (CDU), CDU-Kreistags-Fraktionschef Hans-Heinrich Aldag, der den Bossard-Neubau als "visionäres Projekt" anpries, und Prof. Dr. Rolf Wiese, der das Bossard-Konzept entwickelte.
"Entscheidend ist auch die Frage, wie viele Millionen Euro eine freiheitlich-demokratische Gesellschaft bereit ist, für einen Kunsttempel ihres Feindes auszugeben", so Lütjohann weiter. "Vielleicht geht ja auch alles eine Nummer kleiner. Das eingesparte Geld könnte für politische Bildung investiert werden, damit zum Beispiel nicht weitere Bossards nachwachsen, die mit ihrer Kunst auch Terrorangriffe auf die Demokratie feiern."

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