Wanderausstellung zu Martin Luther und die Juden: "Ertragen können wir sie nicht"

Um Martin Luthers Verhältnis zu den Juden und dem Judentum im historischen und theologischen Kontext dreht sich die Ausstellung „Ertragen können wir sie nicht“
  • Um Martin Luthers Verhältnis zu den Juden und dem Judentum im historischen und theologischen Kontext dreht sich die Ausstellung „Ertragen können wir sie nicht“
  • Foto: St.-Jakobi-Kirchengemeinde
  • hochgeladen von Tamara Westphal

nw/tw. Hanstedt. Die St.-Jakobi-Kirchengemeinde Hanstedt lädt zum Besuch der Ausstellung „‘Ertragen können wir sie nicht’ - Martin Luther und die Juden“ ein. Sie ist in der Zeit von Samstag, 23. Oktober, bis Sonntag, 7. November, jeweils von 15 bis 17 Uhr im Gemeindehaus (Harburger Str. 4) in Hanstedt zu besichtigen. Feierlich eröffnet wird die Exposition im Anschluss an den Gottesdienst (ab 11 Uhr) am Sonntag, 24. Oktober. Dazu wird Pastorin Hanna Lehming, Initiatorin der Ausstellung, einen Vortrag halten.
Am Reformationstag wird an die Veröffentlichung der 95 Thesen am 31. Oktober 1517 erinnert, mit denen sich Martin Luther gegen den Missbrauch des Ablasses in der damaligen katholischen Kirche wandte und damit eine radikale Neuausrichtung der Kirche in die Wege leitete. Seine Verdienste und seine Leistung bei der Übersetzung der Bibel und deren Auslegung, sein Engagement für das Priestertum aller Glaubenden, für die Predigt und den Gottesdienst in deutscher Sprache sowie für einen Glauben ohne Angst, sind unbestritten.
Aber es gab auch den Martin Luther, der sich den unter anderem durch die Reformation ermutigten aufständischen Bauern entgegenstellt und die Gewaltanwendung der Obrigkeit gegenüber den Aufständischen legitimiert. Und auch sein Verhältnis zum Judentum wirft Fragen auf: Zunächst nimmt Luther den Juden gegenüber eine eher tolerante, dialogbereite Haltung ein.
Die Ausstellung mit dem Titel „‘Ertragen können wir sie nicht’ - Martin Luther und die Juden“, die im Referat für Christlich-Jüdischen Dialog der Ev.-Luth. Nordkirche unter Federführung der Pastorin Hanna Lehming konzipiert wurde, möchte nach eigener Aussage über Grunddaten der Biographie Luthers informieren, einen Überblick zu Luthers Äußerungen gegenüber den Juden geben und sein Verhältnis zum Judentum in die Theologiegeschichte, in den Kontext seiner Zeit, einordnen. Darüber hinaus bietet sie Informationen über das jüdische Leben im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Die Ausstellung soll sich allerdings nicht mit der Darstellung historischer Inhalte begnügen, sondern sie fordert zugleich die Besucher dazu auf, ihre eigene Position zu finden.

Autor:

Tamara Westphal aus Buchholz

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