Kippen, Kotze, Kaugummi

30. Mai 2015
10:00 Uhr
Kunsthaus, 21682, Stade
Marc Brandenburg in einem Imbiss in Berlin. Im Hintergrund: die Spuren der Explosion einer Ketchup-Flasche
5Bilder
  • Marc Brandenburg in einem Imbiss in Berlin. Im Hintergrund: die Spuren der Explosion einer Ketchup-Flasche
  • Foto: Anna Ballestrem © Marc Brandenburg
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Was auf der Straße liegt: Marc Brandenburgs neueste Zeichnungen in Stade / "Techno-Kiosk" exklusiv im Museum

tp. Stade. Die Ideen für seine Kunstwerke liegen buchstäblich auf der Straße: Marc Brandenburg (50), Untergrund-Star der internationalen Zeichner-Szene aus Berlin, der Kippen, Kotze, Kaugummi und Co. in die Museen bringt, stellt bis Sonntag, 13. September, seine Werke im Kunsthaus am Wasser West in Stade aus.
„Wir freuen uns sehr, einen so begnadeten Zeichner zeigen zu können.

Marc Brandenburg ist ein kritischer Chronist unserer Zeit“, sagte Dr. Sebastian Möllers, Direktor der Museen Stade. Autodidakt Brandenburg präsentiert in der Stader Ausstellung „Zeichnung. Kultur. Performance“ erstmals Bilder seiner jüngsten, seit 2014 entstandenen Serie.

Im Jahr 1965 in Berlin geboren und in den USA und Deutschland aufgewachsen, zählt Marc Brandenburg zu den führenden Vertretern einer Künstlergeneration, die die klassische Pop Art der 1960er und 70er Jahre neu interpretieren. Seit seinen künstlerischen Anfängen Ende der 1980er Jahre beschäftigt er sich mit dem Großstadtleben in all seinen Facetten - von der Ansicht einer Straßenecke mit obdachlosen Kindern in schmutzigen Schlafsäcken bis zu demonstrierenden Neonazis. Die neuesten Zeichnungen zeigen Dinge, die in der Stadt auf dem Boden herumliegen - ein demolierter Regenschirm, ein gefüllter Müllsack, eine spanische Chips-Verpackung oder ein Pappteller mit Smiley-Gesicht. Brandenburg hebt dadurch das scheinbar Alltägliche und Triviale in den Fokus der Aufmerksamkeit und provoziert eine kritische Auseinandersetzung mit der Konsumgesellschaft im düsteren Endstadium des Kapitalismus.

Noch nie im Museum gezeigt wurde zudem ein "Kiosk", den Brandenburg zum zehnjährigen Bestehen des legendären Berliner Technoclubs Berghain entwickelte. Die Fenster sind mit Tätowier-Motiven im Brandenburg-Stil zugeklebt, die Kunsthaus-Besucher als Souvenir auf dem Unterarm mit nach Hause nehmen können: Straßentauben, zerfledderte Regenschirme, benutzte Kondome, Burger-Schachteln.

Die Ausstellung wurde von der Kunsthaus-Kuratorin Luisa Pauline Fink in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler konzipiert.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Künstler-Interview und einem Text von Luisa Pauline Fink. Speziell für die Ausstellung fertigte Brandenburg eine limitierte und signierte Tattoo-Edition, die für 120 Euro im Kunsthaus zu erwerben ist.

Öffnungszeiten: Dienstag, Donnerstag und Freitag 10 bis 17 Uhr, Mittwoch 10 bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag 10 bis 18 Uhr.

Marc Brandenburg in einem Imbiss in Berlin. Im Hintergrund: die Spuren der Explosion einer Ketchup-Flasche
Zeichnungen des Autodidakten Marc Brandenburg
Brandenburg-Zeichnungen im fluoreszierenden Licht
Fotografien dienen als Vorlage für die Schwarz-Weiß-Zeichnungen

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