111 Jahre Jecken auf der Geest

"Alles im Eimer!": Die Tänzer des Badelatschen-Balletts genehmigen sich eine Erfrischung
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"Club Gemütlichkeit" aus Mulsum feiert Jubiläum mit Faschingsball / Narren-Show und Eierschnorren

tp. Mulsum. Begeisterung für Clowns-Nasen und „rauchende Colts“, Büttenreden und Faschingsbräuche wie „Eierschnorren“ sind in der Region eher selten. Neben den wenigen Karnevalshochburgen wie z.B. Oldendorf und Ahlerstedt im Landkreis Stade und einigen Nordheide-Dörfern, in denen Bürger den norddeutschen Fasching, den „Faslam“, feiern, hat sich das beschauliche Geest-Dorf Mulsum in der Samtgemeinde Fredenbeck zur heimlichen Jecken-Metropole gemausert. Am Samstag, 11. Februar, feiert der „Club Gemütlichkeit“ sein 111-jähriges Bestehen mit einem rauschenden Faschingsball.

Insgesamt 418 der rund 2.000 Einwohner von Mulsum - vom Neugeborenen bis zum 90-jährigen Senior - sind Mitglied im „Club Gemütlichkeit“, der laut dem Vorsitzenden und Sprecher Günter Busch (59) mit der Pflege der Geselligkeit einen bedeutenden Beitrag zur Dorfgemeinschaft leistet.

Zwar ohne offiziellen Vereinsstatus, sei der „Club Gemütlichkeit“ der größte Verein im Ort, sagt Günter Busch. Der Ur-Mulsumer, der im Ortsteil Hohenmoor geboren wurde, genießt die Geselligkeit im Club, z.B. bei Boßeltouren oder Ausflügen wie zum Draisine-Fahren in Ratzeburg. Auch auf der jährlichen Mitgliederversammlung geht es lustig zu: Bei Currywurst mit Kartoffelsalat und Krautsalat lachen stets um 100 Gäste über Sketche wie „Dinner for One“ oder über die Show des „blödelnden Krankenpflegers“ Hartmut Schümann.

Beim jährlichen Faschingsball drehen die Narren von der
Geest so richtig auf. Im Dorf-Gasthof „Deutsches Haus“ sieht man fesche Mädels im kessen Dirndl, Micky-Mäuschen, Engelchen, Teufelchen und Co.
Eine legendäre Show lieferte ein männliches Badelatschen-Balett. Als Höhepunkt der Show kühlten sich die Tänzer die hitzigen Köpfe in Wassereimern. Auch als „Betschwestern mit Beinhaaren“ machten Männer schon eine gute Figur auf dem Parkett.

Am Sonntag nach dem Ball geht das Faschingsritual mit dem Eierschnorren in die Endrunde. In Begleitung eines Teufelsgeigers und eines Akkordeonspielers ziehen die Teilnehmer von Haus zu Haus, um Eier, Speck und Schnaps zu sammeln.
Beim Wettessen am Abend wird der Eierkönig gekürt. Der Rekordhalter bei den Männern schaffte 33 Eier, bei den Frauen liegt die Spitzenmarke bei 19 Eiern.
• Am Samstag, 11. Februar, 20 Uhr, feiert der „Club Gemütlichkeit“ im „Deutschen Haus“ seinen Faschingsball. Von 14 bis 17 Uhr sind Jungen und Mädchen beim Kinderfaschingsfeier willkommen.

• Jedermann kann Mitglied im „Club Gemütlichkeit“ werden. Kontakt: 04762 - 8449 (Günter Busch).

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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