Konfliktpotenzial erkennen: Ehemaliger Flüchtlingshelfer aus Fredenbeck meldet sich zu Wort

lt. Fredenbeck. Warum ist die Gewalt unter Bewohnern der Flüchtlingsunterkunft in Fredenbeck bereits zum zweiten Mal derart eskaliert, dass dabei ein Mensch ums Leben kam? Diese Frage stellen sich derzeit viele Bürger. Gefühle der Hilflosigkeit und die Angst vor neuer Gewalt treiben viele Fredenbecker um.
Ein ehemaliger Flüchtlingshelfer*, der anonym bleiben möchte, ist überzeugt, dass die Dinge in einem größeren Zusammenhang gesehen werden müssten. Um mögliches Konfliktpotenzial erkennen zu können, müsse man die Geschichte der Heimatländer - in diesem Fall des Sudan - kennen und versuchen zu verstehen, wie die Geflüchteten aufgewachsen seien.
Die meisten seien traumatisiert, hätten nie einen echten Rückhalt gehabt und hätten sich in ihrer Heimat in einem ständigen Kampf ums Überleben befunden. Würden diese Männer dann plötzlich auf engstem Raum in einem fremden Land zusammenleben und sich unterschiedlich schnell integrieren, berge das per se schon Konfliktpotenzial.
Man müsse auch bedenken, dass Sudanese nicht gleich Sudanese sei. So liege ja der Grund für den Bürgerkrieg in dem nordostafrikanischen Staat im Konflikt zwischen den Dinka und den Nuer um die politische Führung des Landes. Zudem seien in der Vergangenheit zum Beispiel Muslime am Sklavenhandel im Sudan beteiligt gewesen, was eine tief verankerte Abneigung vieler nicht-muslimischer Sudanesen gegen muslimische Sudanesen zur Folge habe. Und zumindest im Fall des ersten Tötungsdeliktes (der Prozess startete am vergangenen Freitag in Stade) habe es sich bei Täter und Opfer um einen Nicht-Muslim und einen Muslim gehandelt, so der Flüchtlingshelfer.
Während das Opfer streng muslimisch gelebt habe und strebsam gewesen sei, sei der Täter zum Beispiel oft alkoholisiert und sicher in gewisser Weise neidisch auf die gelingende Integration seines späteren Opfers gewesen.
Zum jüngsten Konflikt konnte der Flüchtlingshelfer nichts sagen, da er im vergangenen Jahr aus der ehrenamtlichen Tätigkeit ausgeschieden sei. Unter anderem auch, weil der Frust über die Verwaltungsmitarbeiter immer größer geworden sei. Obwohl mehrfach auf Probleme hingewiesen worden sei, habe es immer nur geheißen, der Samtgemeinde seien die Hände gebunden. "Keiner hat mal Rückgrat bewiesen und alle haben sich immer nur in Verwaltungsgeschwafel geflüchtet", so der Flüchtlingshelfer.
* Name der Redaktion bekannt

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