Heimkinder in Kutenholz unerwünscht?

Die frühere Gaststätte in Nachbarschaft des Bahnhofes
3Bilder
  • Die frühere Gaststätte in Nachbarschaft des Bahnhofes
  • hochgeladen von Thorsten Penz

Ex-Gaststätte: Eigentümer stellen Verhandlungen mit der Jugendhilfe ein / Wohnraum in alter Bäckerei

Der private Kinder- und Jugendhilfeträger „B + S Soziale Dienste“ sucht Gebäude und Grundstücke für seine Betreuungsaufgaben, die er im Auftrag des Landkreises Stade wahrnimmt. Nun hat die Firma B + S im Geest-Dorf Kutenholz die leerstehende Bäckerei und die frühere „Gaststätte Tribke“ an der Langen Straße für die Unterbringung von Jugendlichen ohne Familienanschluss ins Visier genommen. B+S betreibt u.a. in Stade in der Turnhalle der Fröbelschule eine Notaufnahme für minderjährige Flüchtlinge. Die kürzlich auf einer Gemeinderatssitzung vorgestellten, bis dahin öffentlich weitgehend unbekannten Pläne, stoßen auf Widerstand in der Bevölkerung.

Dem Vernehmen nach befürchten Bürger aus Kutenholz Probleme mit den Jugendlichen aus möglicherweise schwierigen Verhältnissen. „Ich kann die Bedenken verstehen“, räumt Sebastian Beck, Stader Geschäftsführer für „Entwicklung und Konzeption“ der Firma B + S, auf WOCHENBLATT-Nachfrage ein.

Beck versichert aber, dass in Kutenholz „keine Kriminellen“ untergebracht werden sollen. Es werde Wohnraum für Jugendliche unterschiedlicher Herkunft gesucht, vom minderjährigen Flüchtling aus einem Krisenland bis zu einem jungen Menschen mit Betreuungsbedarf aus Deutschland.

Die alte Gaststätte gegenüber des kleinen Pendlerbahnhofes sollte nach Plänen von B + S abgerissen werden. Doch - wohl auch unter dem Druck einiger kritischer Dorfbewohner - hätten die Privatbesitzer die Verhandlungen vorübergehend eingestellt. Auf dem Gaststättengrundstück sollten in einem Neubau bis zu zehn jüngere Jugendliche vor der Berufsausbildung in Wohngruppen betreut werden. Sebastian Beck will den Standort trotz der momentanen Zurückhaltung der Eigentümer noch nicht ganz aufgeben.

Die Verhandlungen mit den Eigentümern der früheren Bäckerei hingegen laufen. Dort sollen nach einem Umbau bis zu acht ältere Jugendliche einziehen, die tagsüber mit dem Zug zu ihren Ausbildungs- und Arbeitsstätten fahren.

Sebastian Beck von „B + S Soziale Dienste“ will jetzt „offensiv in den Dialog mit den Bürgern“ treten, um Kritiker von den beiden Vorhaben doch noch zu überzeugen: Die von B + S in Kutenholz geplanten Maßnahmen umfassen Wiedereingliederungshilfe, sozialpädagogische Familienhilfe und Einzelbetreuung, eine Schlichtungsstelle sowie eine Begegnungsstätte. Mangels Standorten leben derzeit viele Jugendliche in Unterkünften außerhalb des Landkreises Stade. Das hat höhere Kosten zur Folge.

• Fragen beantwortet Sebastian Beck gerne unter Tel. 04141 - 786800.

Kommentar: Wo bleibt die Willkommenskultur?

Es ist fast immer dasselbe: Sobald - wie jetzt in Kutenholz - Schwache, Fremde oder Andersartige in die Gegend ziehen, schürt das in der Nachbarschaft irrationale Ängste und Ablehnung. Doch wo sonst, wenn nicht sozial in intakter Wohnumgebung, sollen die familienlosen Jugendlichen das gute, ehrliche Leben lernen? Wo bleibt die Willkommenskultur?
Thorsten Penz

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

Panorama

Zahlen vom 25. November
Corona im Landkreis Harburg: Mehr Genesene als Neuinfizierte

os. Winsen. Seit vergangenem Donnerstag haben im Landkreis Harburg an jedem Tag mehr Menschen ihre COVID-19-Erkrankung überstanden als sich neu infiziert haben. Am heutigen Mittwoch, 25. November, nannte Landkreissprecherin Katja Bendig folgende Zahlen: Seit Ausbruch der Pandemie sind insgesamt 1.928 Corona-Fälle bestätigt worden - ein Plus von 28 im Vergleich zum Vortag. Die Zahl der Genesenen lag bei 1.648 (plus 49), 33 Menschen sind bislang mit oder an dem Coronavirus verstorben. Daraus...

Panorama
Behcet Kitay (3. v. li.) mit Söhnen, seiner Tochter Awasin und Kangal "Keles"

Nachbarschaftsstreit
Die Halter des Kangal in Hittfeld: "Jetzt reden wir"

ts. Hittfeld. Der Streit um die Haltung eines Kangals in Hittfeld beschäftigt seit Monaten die Gemeindeverwaltung, das Kreisveterinäramt, manchmal die Polizei, aber vor allem die Nachbarn, die Halter des Anatolischen Hirtenhunds selbst - und die Leser, wie ungewöhnlich hohe Zugriffe auf den WOCHENBLATT-Artikel im Internet zeigen. Nach unserem Bericht von vergangenem Mittwoch äußern sich die Halter des Kangals im Gespräch mit WOCHENBLATT-Redakteur Thomas Sulzyc und im Beisein von Kangal...

Panorama
Mit diesen Affen fordern Tierschützer am LPT den Stopp von Tierversuchen
5 Bilder

Neuigkeiten vom LPT-Standort Mienenbüttel
Von der Tierqualstätte zum Tierschutzzentrum?

bim. Mienenbüttel. Ist das jetzt die Wandlung von der Tierqualstätte zu einer Tierschutzeinrichtung? Oder der Versuch, das Laboratory of Pharmacology and Toxicology (LPT) am Standort in Mienenbüttel aus den Negativ-Schlagzeilen zu bringen und als Vorzeigestandort zu etablieren, um von den Tierquälereien an den LPT-Standorten in Hamburg-Neugraben und Löhndorf (Schleswig-Holstein) abzulenken? "Auf dem ehemaligem Laborgelände entsteht ein Tierschutzzentrum", verkündet das LPT-Presseteam in einer...

Panorama
Bei der Auktion "ebbes-ersteigern.de" gibt es mit etwas Glück Mega-Reiseangebote zur Hälfte des Preises

Mega-Auktion rund um Urlaub, Reisen und Freizeit
Reiseschnäppchen mit "ebbes-ersteigern.de" entdecken und bis zum 30.11. mietbieten

Mit der neuen Auktion ebbes-ersteigern.de gibt es auch in dieser Zeit tolle Möglichkeiten, "mal rauszukommen", sich zu erholen und sich etwas zu gönnen. Denn "ebbes-ersteigern.de" bietet vom 14. bis 30. November 2020 jede Menge attraktive Reiseschnäppchen. "Ebbes" ist schwäbisch und heißt im Hochdeutsch "etwas". Also warum nicht mal "etwas" ersteigern! "Diese Plattform könnte zu keinem besseren Zeitpunkt kommen", sagt Stephan Schrader, Geschäftsführer des WOCHENBLATT, das die Auktion mit ins...

Blaulicht

Vorläufige Festnahme gefilmt
"Gewalt"-Video soll Polizei in Misskredit bringen

tk. Buxtehude. Dieser "Film" wird für den Kameramann" und den "Hauptdarsteller" Folgen haben: In Netz kursiert ein kurzer Streifen, der eine Festnahme in Buxtehude zeigt. Zu sehen ist, wie zuerst zwei und später mehrere Polizeibeamte versuchen, einen Mann am Boden festzuhalten, der  heftige Gegenwehr leistet. Der eingeblendete Text "ACAB Polizei Buxtehude" - die Buchstaben stehen für "All Cops Are Bastards" - soll vermutlich deutlich machen, dass es sich bei der Szene um ungerechtfertigte oder...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen