Schlag gegen Schrott-Betrüger? - Polizei ermittelt gegen Hanstedter Paar / Manipulierte Container in Marxen sicher gestellt

Zeugen berichten, dass auch das Haus in Hanstedt, in dem sich das Büro von „Elbe-Metallhandel Ltd“ befindet, von der Polizei durchsucht wurde
  • Zeugen berichten, dass auch das Haus in Hanstedt, in dem sich das Büro von „Elbe-Metallhandel Ltd“ befindet, von der Polizei durchsucht wurde
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(mum). Ist der Polizei ein großer Schlag gegen Schrott-Betrüger gelungen? Laut WOCHENBLATT-Informationen sollen am Donnerstag zeitgleich Razzien in Hanstedt, Marxen und Frankfurt stattgefunden haben. Die Beamten sollen mehrere Personen zur Befragungen mitgenommen haben - darunter auch Hannelore B. aus Hanstedt. Sie gilt gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Michael R. als Strippenzieher.
Und darum geht es: Bei einer Großbaustelle im Raum Göttingen soll das Hanstedter Unternehmen über Jahre hinweg mehr Schrott abtransportiert haben als sie gegenüber dem Auftraggeber abgerechnet haben. Dadurch sollen sich die Firmeninhaber zwischen 500.000 und einer Million Euro erschwindelt haben. Der Coup sei möglich gewesen dank eines manipulierten Containers.
Ein Insider erklärt den Trick. „In der Regel wird ein Lkw nur zu Beginn des Auftrags gewogen. Dann wird ein manipulierter Container eingesetzt, in dem eine 1,5 Tonnen schwere Platte auf dem Boden verschweißt ist. Die Waage zeigt beispielsweise fünf Tonnen an. Später werden Container ohne das zusätzliche Gewicht eingesetzt. Das bedeutet, beim Wiegen transportiert das Abfuhr-Unternehmen pro Container 1,5 Tonnen Schrott mehr ab, als abgerechnet wird. Das rechnet sich schnell, denn für eine Tonne Schrott zahlt der Großhandel etwa 200 bis 240 Euro. Für Zugfahrzeug und Hänger macht das ein Plus von gut 500 Euro. Da bis zu drei Touren am Tag möglich sind, kommen da bis zu 1.500 Euro täglich zusammen.“
Die Polizei in Buchholz konnte den Sachverhalt nicht bestätigen. „Federführend sind Beamte aus Göttingen“, so ein Sprecher in Buchholz. Man habe lediglich als ortskundige Polizei assistiert. Ein Sprecher der Göttinger-Polizei teilte auf Nachfrage mit, dass an mehreren Orten in Deutschland zeitgleich Razzien stattfanden. Auch im Landkreis Harburg. Details könne man erst in der kommenden Woche mitteilen. Hannelore B. war für keine Stellungnahme zu erreichen.
Bestätigt ist aber, dass es in Marxen auf dem Gelände von „Ro-Con Containerdienst“ einen Polizeieinsatz gegeben hat. Inhaber Ralf Owsianski sagte auf WOCHENBLATT-Nachfrage, dass die Polizei Container auf seinem Firmengelände untersucht hat. Dabei sollen die Beamten auch einen manipulierten Container entdeckt haben. „Ich habe die Container bei der Firmenübernahme im vorigen Jahr übernommen“, so Owsianski. Er habe nichts davon gewusst, dass sie manipuliert waren. „Ich bin lediglich Zeuge und werde der Polizei helfen, den Fall aufzuklären.“ Owsianski habe den Betrieb vor einem Jahr von Hannelore B. übernommen. Damals firmierte der Betrieb noch unter dem Name „Elbe-Metallhandel Ltd“. Laut Owsianski soll Michael R. zuvor den Betrieb unter dem Namen „Metall Recycling Marxen“ geführt haben.

Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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