Das "gallische Dorf" Brackel zeigte Flagge gegen Y-Trassen-Varianten

Ines Westphalen und Axel Meinhard informierten über die Protest-Aktion in Brackel
26Bilder
  • Ines Westphalen und Axel Meinhard informierten über die Protest-Aktion in Brackel
  • hochgeladen von Bianca Marquardt

bim. Brackel. Das war beeindruckend: Mit ohrenbetäubendem Hupen und einem Konvoi aus 22 Traktoren machten jetzt rund 1.000 Bürger gegen neue Güterverkehrsstrecken durch den Landkreis Harburg, die sogenannte Y-Trasse, in Brackel mobil - als unübersehbarer und unüberhörbarer symbolischer Güterzug. Zu dem friedlichen Protest unter dem Motto "Ein Dorf zeigt Flagge" oder: "Wir feiern die Trasse weg" hatte die Bürgerinitiative "X-durch-Y.de" aufgerufen.
"Es ist bemerkenswert, dass das ganze Dorf mitmacht. Das berührt mich", freute sich Mit-Organisatorin Ines Westphalen. "Ich habe das Gefühl, ganz Brackel ist auf den Beinen", meinte auch Hanstedts Bürgermeister Gerhard Schierhorn, der die Aktion ebenso unterstützte wie Samtgemeinde-Bürgermeister Olaf Muus.
Die Anfang März gegründete Bürgerinitiative (BI) "X-durch-Y" zählt bereits fast 900 Mitglieder. Sie leisten Widerstand gegen die geplanten Gütertrassenvarianten, insbesondere gegen die zweigleisige Neubaustrecke der SGV-Y - von Maschen über Soltau nach Celle - sowie gegen die sogenannte Breimeiertrasse über Hamburg, Buchholz, Lüneburg, Domitz bis Wittenberge, auf der sogar doppelstockiger Güterverkehr geplant ist. Letztere würde Brackel komplett durchschneiden, wie ein 50 Quadratmeter großes Banner zeigte, das in Richtung der Gleise enthüllt wurde.
"Wir wollen unsere Lebensqualität erhalten. Der Landkreis ist schon genug belastet durch Autobahnen, Pipeline und Güterverkehrstrasse", so BI-Mitbegründer Axel Meinhard.
"Wir werden mit langem Atem in der Manier eines gallischen Dorfes protestieren", so Meinhard. Er sendete auch einen Gruß an Bahnchef Rüdiger Grube und Verkehrsminister Alexander Dobrindt: "Hier wird es kein Durchkommen geben", so Meinhard.
Aber nicht nur die Menschen in Brackel wehren sich gegen die neuen Y-Trassen-Varianten. Mit dabei waren auch Abordnungen der anderen vier Bürgerinitiativen: Bürgerbündnis Nordheide gegen Eisenbahnneubautrassen, "UnsYnn.de" aus Egestorf und Evendorf", "Y-Monster" aus Seevetal und "WahnsYnn" aus Marxen.
"Diese Trassenplanung ist der reine Unsinn. Wir haben genügend Ausbaustecken, die ertüchtigt werden könnten. Schon bei den jetzt genutzten Güterverkehrstrassen sollte die Bahn dafür sorgen, dass die Bürger vor Lärm geschützt werden", sagte Heidi Müller von der BI "UnsYnn".
Ihre Bedenken, dass sich nur Menschen im forgeschrittenen Alter dem Protest anschließen und nicht die künftigen Generationen, die unter dem Bahnlärm leiden müssen, war zumindest in Brackel unbegründet: Zahlreiche Kinder und Jugendliche beteiligten sich mit selbstgebastelten Plakaten am Umzug.
Zum Abschluss wurde auf dem Dorfplatz ein Familienfest mit Musik und Spiel gefeiert.

Im Rahmen des "Dialogforums Schiene Nord" bleibt den Beteiligten sieben Monate Zeit, neun verschiedene Trassenvarianten zu bewerten. Die zweite Sitzung findet am 24. April von 9 bis 17 Uhr in Celle statt.

Weitere Infos zur Bürgerinitiative gibt es im Internet unter www.x-durch-y.de.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

Service

In einer Gemeinde haben sich die Corona-Zahlen innerhalb eines Monats mehr als verdoppelt
Corona-Fälle in den Kommunen des Landkreises Stade: Aktuelle Grafik zeigt Gesamtwerte und Steigerungsraten

(jd). Der Landkreis Stade bewegt sich bei den Corona-Zahlen wie viele norddeutsche Kreise und Kommunen eher im unteren Bereich. Im bundesweiten Vergleich liegt die Zahl der bisher positiv auf den Coronavirus getesteten Personen deutlich unter dem Durchschnitt. Aktuell hat der Landkreis Stade eine Gesamtinzidenz von 1.167 (Inzidenzwert der Gesamtfälle seit Beginn der Pandemie, bezogen auf 100.000 Einwohner). Der durchschnittliche Wert für Deutschland liegt derzeit bei 2.445, für Niedersachsen...

Panorama
Jan-Florian Graf von Bothmer

Interview mit dem Feuerwerker Jan-Florian Graf von Bothmer
"Heimwerkerfreier Tag bringt mehr als Feuerwerksverbot"

(tk). Über das Thema Böllerverbot hat das WOCHENBLATT mit Jan-Florian Graf von Bothmer, Geschäftsführer und Inhaber von "Bothmer Pyrotechnik" in Scheeßel (Kreis Rotenburg) gesprochen. WOCHENBLATT: Angesichts der Pandemie hat es in Holland bereits ein Verbot von Böllern und Raketen gegeben. Haben Sie Verständnis für eine solche Entscheidung? von Bothmer: Das ist so nicht ganz korrekt. Böller, Raketen und sogenannte „Single Shots“ waren in Holland seit diesem Jahr generell verboten. Teile der...

Panorama

Die Zahlen vom 16. Januar
Corona im Landkreis Harburg: Eine weitere Person gestorben

(ce). Von insgesamt 57 auf 58 angestiegen ist die Zahl der Personen, die im Landkreis Harburg mit oder am COVID-19-Erreger verstorben sind. Das teilte der Landkreis Harburg am Samstag, 16. Januar, mit.  Wieder leicht gesunken - nämlich 69,96 auf 63,7- ist im Zusammenhang mit dem Coronavirus der Sieben-Tage-Inzidenzwert im Landkreis.   Derzeit sind 250 Menschen bekannt, die mit dem Coronavirus infiziert sind - am Vortag waren es 231 Fälle gewesen. Insgesamt waren im Landkreis Harburg seit...

Sport
Nach dem Spiel feierte das Team des Buxtehuder SV auch das 1111 Bundesliga-Tor von Lone Fischer (vorne Vierte v.re. stehend)
26 Bilder

Handball-Derby der 1. Bundesliga
Buxtehude besiegt die „Luchse“ deutlich

(cc). Der Buxtehuder SV (BSV) hat sich im prestigeträchtigen Derby der 1. Bundesliga am Samstagabend in der Nordheidehalle deutlich mit 30:15 (Halbzeit: 12:9) Toren gegen Aufsteiger und Kooperationspartner Handball-Luchse (HL) Buchholz 08-Rosengarten durchgesetzt. Mit dem Sieg verbesserte der BSV sich auf Rang sieben der Tabelle (16:12 Punkte). Die „Luchse“ bleiben mit 8:22 Zählern auf dem Punktekonto Tabellen-13. Dabei führen die „Luchse“ schnell mit 3:0 (4. Minute). Dann aber verkürzte Annika...

Panorama
Nicht überall klappte der Start in das Distanzlernen reibungslos Foto: Fotolia/Monkey Business

Homeschooling: WOCHENBLATT fragt sein Leser
Schule zuhause: Top oder Flop?

(tk). Montagmorgen in Deutschland: Zehntausende Schüler loggen sich in ihre Homeschooling-Plattformen ein - theoretisch. Denn vielerorts bricht das Netz zusammen. Die Server waren schlichtweg überlastet, als sich etwa mit dem Ende der Weihnachtsferien in Niedersachsen die Schüler online zurückmeldeten. Statt Begrüßung im Videochat gab es einen schwarzen Monitor. Ist das ein Sinnbild dafür, dass es seit dem Ende der Sommerferien, und damit der Rückkehr in eine Art schulischer Normalität mit...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen