alt-text

++ A K T U E L L ++

Unfallopfer (71) ist leider verstorben

Wer zündelt da in Hanstedt?
Mehrere kleine Brände im Ort - Harburger Straße besonders im Fokus

Joachim Stoll vor der angezündeten Hecke seines Wohnhauses. Die Spuren, die das Feuer hinterlassen hat, sind deutlich zu erkennen
  • Joachim Stoll vor der angezündeten Hecke seines Wohnhauses. Die Spuren, die das Feuer hinterlassen hat, sind deutlich zu erkennen
  • Foto: lm
  • hochgeladen von Lennart Möller

lm. Hanstedt. Ein Feuerteufel geht um in Hanstedt. Seit dem Frühjahr hat es rund um die Harburger Straße immer wieder gebrannt. Mal war es ein Papiercontainer, mal eine Hecke. Einmal sogar ein Pkw, dieses Feuer ging allerdings von alleine wieder aus.

Die Polizeiinspektion Harburg bestätigt auf Anfrage, dass alle Brände aufgenommen wurden und von einem vorsätzlichen Handeln ausgegangen wird. Einem Anwohner stößt das Zündeln besonders sauer auf: Joachim Stoll wohnt in einer Erdgeschosswohnung an der Harburger Straße und beschäftigt sich sehr genau mit den Bränden. "Es war die letzten Male schon auffällig, jedes Mal auf die Minute genau, wenn der Wetterbericht in der Tagesschau beginnt, fängt es vor der Tür an zu brennen", bemerkt der 75-Jährige.

Die Brände an der Hecke sind für ihn besonders gefährlich. Durch das trockene Nadelgehölz könnten sich die Flammen schnell den Weg in den Garten bahnen und von dort auf das Haus überspringen. Und dass Stoll sich deswegen vielleicht mehr sorgt als manch anderer Anwohner, hat auch einen ganz besonderen und mehr als verständlichen Grund:

Es ist der Silvestermorgen des Jahres 1989. Eine Zivilstreife der Hamburger Polizei bemerkt aufsteigende Rauchschwaden aus Richtung der Alsterarkaden. Sie alarmieren sofort die Feuerwehr, die mit mehreren Zügen aufbricht und ein Flammeninferno vorfindet. Große Teile des Gebäudes stehen in Flammen, brennende Brüstungselemente fallen auf die Treppe, die zur Kleinen Alster führt.

Direkt neben dem Flammenmeer befindet sich die Wohnung von Joachim Stoll. Der Kaufmann aus Heidelberg betreibt ein Büro im Gebäude der Alsterarkaden und ist am ersten Weihnachtstag aus der Heimat in die Hansestadt gefahren. Bereits auf der Autobahn musste er mit ansehen, wie ein Auto vor ihm gegen die Leitplanke prallte und mit den Insassen vollkommen ausbrannte. Vor den Flammen am Morgen des 31. Dezember kann er sich knapp retten.

Die Ermittlungen ergeben damals: Brandstiftung soll es gewesen sein. Der Pächter eines vegetarischen Restaurants in den Alsterarkaden stand vor dem unausweichlichen Konkurs und wollte die Versicherungsprämie kassieren. In den frühen Morgenstunden des 31. Dezember legte er dann das Feuer in der Küche seines Lokals.

Joachim Stoll kommt von dem, was er im späten Dezember des Jahres 1989 erlebt hat, nie ganz los. Auch heute noch weckt der Geruch von Feuer unliebsame Erinnerungen. Im Anschluss an die Erlebnisse begann er, sich selbst zu therapieren und suchte sich eine Beschäftigung in seiner Wohnung, die weitestgehend unversehrt geblieben ist.

Er freundete sich rasch mit den Handwerkern an, die nebenan an der Restauration des Gebäudes arbeiteten. Im Sommer spendierte er kalte Getränke, im Winter gab es heißen Kaffee und Tee, die Handwerker versorgten ihn im Gegenzug mit Überbleibseln aus dem vegetarischen Restaurant. Viele Teller und Tassen hatten die Flammenhölle überlebt, Stoll restaurierte sie in stundenlanger Handarbeit mit Schmirgelpapier und ließ sie wieder in altem Glanz erstrahlen.

Noch heute befinden sich diese Arbeiten in seinem Besitz. In seiner Hanstedter Wohnung fungieren sie unter anderem als Schale für Handseifen. Nie wieder möchte er eine Situation erleben, wie im Hamburger Winter vor 31 Jahren.

Autor:

Lennart Möller aus Rosengarten

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Das könnte Sie auch interessieren:

Blaulicht
Äußerst realistisches Übungsszenario: Mit einem Knall steht plötzlich das Nachbargebäude in Flammen
18 Bilder

Übung der Freiwilligen Feuerwehren der Samtgemeinde Jesteburg
Brandstifter in Jesteburg

as. Jesteburg. Samstagabend, 17.45 Uhr: Polizei und Feuerwehr werden zur ehemaligen Kampfsportsschule Nordheide an der Schützenstraße/Ecke Schierhorner Weg in Jesteburg gerufen. Der Anrufer soll gedroht haben, die Kampfsportschule in Brand zu setzen. Dichter Rauch dringt aus dem Gebäude. Eine Mülltonne explodiert.  Dieses Szenario ist Teil eines spektakulären Übungseinsatzes, den die Freiwillige Feuerwehr der Samtgemeinde Jesteburg jetzt durchgeführt hat. Mit pyrotechnischen Effekten haben "die...

Service

Wildunfälle, was tun?
Unfallgefahr durch die Zeitumstellung – Wildtiere kennen keine Winterzeit.

Wissenschaftler werten über 30.000 Datensätze des Tierfund-Katasters aus. Besonders risikoreich ist die Zeit von 6 bis 8 Uhr morgens. Ende Oktober wird die Uhr wieder auf Winterzeit umgestellt. Somit erhöht sich die Gefahr für Wildunfälle drastisch!„Die Wildtiere sich an ihren Tagesablauf gewohnt und ziehen zu bestimmten Zeiten in andere Reviere und überqueren hierbei die Straßen.“ So Bernard Wegner von der Jägerschaft LK Harburg. Zudem hat sich die Siedlungs- und Verkehrsflächen in den letzten...

Panorama
An rund 40 Wochenenden, in ca. 7.000 Arbeitsstunden, haben ehrenamtliche Helfer etwa 1.200 Tonnen Material bewegt - die Hälfte davon mit Schaufel und Schubkarre. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Das Leuchtturmprojekt "JestePark" spricht Besucher aller Altersgruppen an, die sicher nicht nur aus Jesteburg anreisen werden
39 Bilder

Eine Oase, nicht nur für Lütte
Der JestePark ist eröffnet

as. Jesteburg. Nach unzähligen ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden, viel Muskelkraft und Schweiß kommt jetzt ein Mammutprojekt zum Abschluss: Am Samstag übergab der Förderverein Jesteburger Spielplätze den "JestePark am Seeveufer" (Seeveufer) in Jesteburg der Öffentlichkeit. Aus einem maroden Spielplatz ist ein Leuchtturmprojekt geworden: Auf 7.500 Quadratmetern erstreckt sich jetzt eine naturnahe Bewegungs-, Spiel- und Erholungslandschaft für Kinder und Jugendliche. Ort der Begegnung...

Wirtschaft
Auch am Geldautomaten ist Vorsicht geboten: Niemals zulassen, dass jemand beim Eintippen der PIN zuschaut

Karteninhaber aufpassen: Geheimnummer muss auch geheim bleiben
Wegen Corona: Mehr Fälle von EC-Karten-Missbrauch

(jd). "Bitte möglichst nur Kartenzahlung": Solche Hinweisschilder finden sich seit Ausbruch der Pandemie an vielen Kassen. Das Bezahlen mit "Plastikgeld" in den Geschäften hat nach Auskunft der hiesigen Banken und Sparkassen in Corona-Zeiten deutlich zugenommen. Angestiegen ist aber auch die Zahl der Betrugsfälle, die im Zusammenhang mit der missbräuchlichen Nutzung der Girocard - oftmals als EC-Karte bezeichnet - stehen. Das WOCHENBLATT fragte bei Geldinstituten in der Region nach, wie groß...

Panorama
Die Ampelanlage an der K13 ist weitgehend fertiggestellt. Es müssen aber noch Restarbeiten ausgeführt werden

Kreisstraße zwischen Dibbersen und Vaensen
Wann wird die Ampel eingeschaltet?

os. Dibbersen. Droht Buchholz eine weitere Ampel-Dauerbaustelle? Diesen Eindruck bekommen derzeit Passanten, die an der Kreisstraße 13 zwischen der Buchholzer Ortschaft Dibbersen und der Kernstadt unterwegs sind. Die Ampelanlage an der Ausfahrt der Brauerstraße ist zwar weitgehend fertiggestellt, in Betrieb ist sie aber noch nicht. Wie berichtet, errichtet die Wirtschaftsförderung im Landkreis Harburg (WLH) die neue Anlage. Sie kommt damit laut WLH-Geschäftsführer Jens Wrede dem Wunsch der...

Politik
Nach dem Willen der rot-schwarzen Koalition in Hannover soll bei den Ausschuss-Sitzen künftig ein anderes Zählverfahren gelten

Grüne scheiterten mit Resolution
Neues Berechnungsverfahren: Kleinere Parteien kommen in den Ausschüssen künftig zu kurz

jd. Stade. Der neugewählte Stader Rat konstituiert sich am 8. November. Dann geht es auch um politische Arithmetik: Die Ausschüsse müssen neu besetzt werden. Die Zahl der Sitze im wichtigen Verwaltungsausschuss und in den Fachausschüssen richtet sich nach den Mandaten, die die Parteien im Rat erzielt haben. Das heißt: Von der Größe einer Fraktion ist abhängig, wie viele Mitglieder diese in einen Ausschuss entsenden darf. Nun will die Landesregierung das dafür zugrundeliegende...

Panorama
Kommen diese Woche wieder zu Dreharbeiten nach Immenbeck: Die Schauspieler Sven Martinek (li.) und Ingo Naujoks. Auf dem Archivfoto mit ihrer Kollegin Julia Schäfle

Straßensperrung für "Morden im Norden"
In Immenbeck wird wieder gemordet

tk. Buxtehude. Wenn Krimifans von dieser Straßensperrung hören, wird es vermutlich klingeln: Am Donnerstag und Freitag, 21. und 22. Oktober, wird die Immenbecker Straße von 8 bis 19 Uhr, freitags sogar von 11 bis 23 Uhr gesperrt. Der Grund: Dreharbeiten. Vor genau zwei Jahren war Immenbeck ebenfalls für zwei Tage dicht. Für die Krimiserie "Morden im Norden" wurde dort eine Szene mit den beiden TV-Kommissare Finn Kiesewetter (Sven Martinek) und Lars Englen (Ingo Naujoks) gedreht. Dieses Mal sind...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen