Zwischenruf: Das ist Teenager-Voyeurismus

WOCHENBLATT-Redakteur Sascha Mummenhoff

Zwei Großfeuer binnen drei Tagen haben die Menschen im Landkreis Harburg aus ihrer vorweihnachtlichen Stimmung gerissen. In Eckel sind zwei Kinder gestorben; die Mutter kämpft um ihr Leben. In Brackel sind zwei Senioren vermutlich nur dank ihres Hundes noch am Leben.

In beiden Fällen stand ich mit meinem Fotoapparat vor den Brandruinen. Ich liebe meinen Beruf als Redakteur. Aber auf diese Einsätze würde ich gern verzichten. Ich fühle mich wie ein Voyeur. Aber darum geht es mir hier nicht.

Sowohl in Eckel, als auch in Brackel habe ich Schüler gesehen, die mit ihren Handy-Kameras Bilder machten. Besonders geschmacklos war eine Szene in Eckel. Während der Leichenspürhund in den Trümmern nach den sterblichen Überresten des zweijährigen Mädchens suchte, hielt ein pickeliger Teenager mit seiner Spiegelreflex drauf. Dazu ertönte das schrille Handy-Gebimmel seiner Freundin.

Ich frage mich, ob die Bilder demnächst in der Schülerzeitung erscheinen. Oder ob er sie für sein Facebook-Profil benötigt. Mein Appell an alle Eltern, bitte interessieren Sie sich dafür, was Ihre Kinder fotografieren.
Sascha Mummenhoff

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