Kritik am Landkreis Harburg
Elisabeth Bischoff kritisiert Naturschutzbehörde wegen des Radenbachs

Elisabeth Bischoff

mum. Undeloh. Die Gruppe Grüne/Linke im Landkreis Harburg erhebt schwere Vorwürfe gegen Landrat Rainer Rempe - konkret gegen die Untere Naturschutzbehörde. Es geht um den Radenbach bei Undeloh (Samtgemeinde Hanstedt), der mitten durch das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide fließt. Ursprünglich ein naturnaher Bach inmitten von feuchten Wiesen. "Ein Juwel für Naturliebhaber, für Landwirte aber nicht so gut zu nutzen", so Elisabeth Bischoff von den Grünen. "Daher hat ein Landwirt den Bach im Dezember 2018 ausgebaggert und so für einen raschen Wasserabfluss gesorgt, was laut Gesetz nicht erlaubt ist." Bis heute habe sich an den massiven negativen Auswirkungen für den Bach und die umgebenden Flächen im Naturschutzgebiet nichts geändert. "Zum Überfluss wurden auf denselben Flächen im Frühjahr vom selben Verursacher erneut widerrechtlich mehr als 100 Gehölze entfernt", so Bischoff. "Das gibt Anlass zu Vermutungen, dass diese erneuten Naturschädigungen bei einer unmissverständlichen, angemessenen Reaktion auf das erste Vergehen hätten vermieden werden können." Bischoff ist davon überzeugt, dass die Naturschutzgesetzgebung nur ihre Wirkung richtig entfalten kann, wenn die dazu geeigneten Instrumente auch angewandt und zeitnah umgesetzt werden.
Die Gruppe Grüne/Linke hat die jüngsten Vorkommnisse zum Anlass genommen und Akteneinsicht gefordert. "Mein Eindruck ist, dass dem Verursacher des Gewässerausbaus nicht klar und konsequent genug deutlich gemacht wurde, dass er sich mit seinen Aktivitäten möglicherweise strafbar gemacht hat. Außerdem wurden die ihm gesetzten Fristen immer wieder verlängert, sodass er sie vermutlich nicht wirklich ernst genommen hat", so die Grünen-Politikerin. "Wäre die Behörde hier strenger gewesen, wären vielleicht die Gehölze nicht der Rodungsaktion zum Opfer gefallen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Verursacher nicht wusste, dass er sich im Naturschutzgebiet befindet und dass dort eine Intensivierung der Landwirtschaft unerwünscht, ja sogar verboten ist." Sie hat nun bei der nächsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz einen Sachstandsbericht beantragt. Außerdem fragt sie an, wie der Landkreis sicherstellen will, dass die Schäden endlich, spätestens in der nächsten Vegetationsruhe, behoben werden.
"Naturfreunde wünschen sich an vielen Stellen der Umweltgesetzgebung strengere Vorgaben für die Landnutzung, da auch die Landwirtschaft ein Verursacher für den Verlust der Artenvielfalt in unserem Raum ist. Manches wäre aber schon gewonnen, wenn die Behörden mehr kontrollieren und bei Verstößen strenger reagieren würden", sagt Bischoff. "Wir brauchen strengere Gesetze im Naturschutz. Aber auch die aktuellen Gesetze, wenn sie denn konsequent angewandt würden, sorgen in vielen Fällen für den Naturschutz."

Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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