Ein neues Haus, aber kein Telefon?
Ahlerstedter Bürgermeister verzweifelt: Neubaugebiete bekommen keinen Telefonanschluss

Von Glasfaserkabel werden die künftigen Bewohner des Neubaugebiete nur träumen können. Es werden dort nicht einmal Kupferkabel verlegt
  • Von Glasfaserkabel werden die künftigen Bewohner des Neubaugebiete nur träumen können. Es werden dort nicht einmal Kupferkabel verlegt
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jd. Ahlerstedt. Ein neues Haus, aber weder Telefon noch Internet: Das könnte Häuslebauern in der Gemeinde Ahlerstedt widerfahren. In den Ortsteilen Wangersen und Kakerbeck entstehen derzeit zwei kleinere Neubaugebiete. Die künftigen Bewohner werden die ruhige Wohnlage schätzen. Doch es könnte ruhiger sein, als ihnen lieb ist. Denn die Ruhe wird nicht einmal vom Klingeln eines Telefons unterbrochen. Weil schlichtweg das Telefon nicht funktioniert. "Sowohl Telekom als auch EWE haben es abgelehnt, die beiden Neubaugebiete mit Telefon- und Internetanschlüssen zu versorgen", berichtet Ahlerstedts Bürgermeister Uwe Arndt. "Nicht einmal ein Kupferkabel wollen sie verlegen."

Im Dörfchen Kakerbeck werden 13 Bauplätze geschaffen, in Wangersen zehn. Diese Zahl an potenziellen Neukunden sei beiden Unternehmen wohl zu mickrig, meint Arndt. Er habe zuerst von der EWE und dann von der Telekom eine Abfuhr erhalten. Die EWE habe zwar Leerrohre in die Erde gepackt, aber die seien für Glasfaserkabel gedacht, die vielleicht irgendwann einmal verlegt werden.
Denjenigen, die nach der Erschließung des Baugebietes in Wangersen in den kommenden Wochen mit dem Hausbau loslegen könnten, wäre mit dieser Option auf absehbare Zeit aber nicht geholfen. "Die EWE wird wahrscheinlich warten, bis wieder ein neues Förderprogramm mit staatlichen Zuschüssen aufgelegt wird", vermutet Arndt. Bis zur Umsetzung könnten aber Jahre ins Land gehen.

Arndt wäre daher zunächst mit einem Kupferkabel zufrieden, obwohl das aufgrund mangelnder Bandbreiten fast einem Rückschritt in die Internet-Steinzeit gleichkäme. "Hauptsache, überhaupt einen Anschluss", meint der Bürgermeister. "Doch die EWE hat es abgelehnt, ein Kabel zu verlegen - mit der Begründung, die Wirtschaftlichkeit sei nicht gegeben."

Als er die gleiche Auskunft dann von der Telekom erhielt, habe er sich erneut an die EWE gewandt, so Arndt. Dort wiederum verwies man auf das Telekommunikationsgesetz, wonach die Telekom verpflichtet ist, die Grundversorgung in Sachen Telefonie sicherzustellen. Der Ahlerstedter Bürgermeister wird - mittlerweile sichtlich genervt - jetzt wieder bei der Telekom anklopfen.

Immerhin hat sich seine Beharrlichkeit schon einmal gelohnt. Den gleichen Ärger gab es bei der Erweiterung eines Gewerbegebietes. "Dort ging es um lächerliche 80 Meter Kupferkabel", berichtet Arndt. Es sei das gleiche Spiel gewesen: Die EWE hat ein Leerrohr verlegt, aber Glasfaser wird erst später kommen. "Und die Telekom sagt, sie darf keine Kabel in Leerrohre der EWE packen", berichtet Arndt.

Nach vielen Telefonaten erhielt er schließlich eine Zusage von der Telekom-Planungsabteilung in Bremen. "Die verwalten ein eigenes Budget und hatten Verständnis für mein Dilemma." So musste im Gewerbegebiet auf derselben Strecke innerhalb weniger Wochen gleich zweimal gebuddelt werden: Erst kam das Leerrohr der EWE in den Boden, dann wurde daneben das Kupferkabel der Telekom verlegt.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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