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Keine Corona-Notbremse im Landkreis Stade

Baggern für das Breitband - EWE schließt im Kreis Stade 6.000 Haushalte an schnelles Internet an

Landrat Michael Roesberg, Oliver Grundmann und EWE TEL-Geschäftsführer Rudolf Markschläger (v.li.) beim ersten Spatenstich  Foto: Landkreis Stade
  • Landrat Michael Roesberg, Oliver Grundmann und EWE TEL-Geschäftsführer Rudolf Markschläger (v.li.) beim ersten Spatenstich Foto: Landkreis Stade
  • hochgeladen von Jörg Dammann

jd. Landkreis. Endlich kann die EWE loslegen und den Ausbau des schnellen Internets im Landkreis Stade weiter vorantreiben. Kreisweit rund 6.000 Haushalte sollen bis Jahresende an die Daten-Autobahn angeschlossen werden. Der Telekommunikations-Dienstleister stand bereits seit Juli 2017 in den Startlöchern, musste aber abwarten, bis grünes Licht aus Berlin und Hannover kommt. Dort waren die Fördergelder für den Breitband-Ausbau schon im April 2016 bewilligt worden, doch die bürokratischen Mühlen mahlen langsam. Jetzt aber dürfen sich etliche EWE-(Neu)Kunden auf superschnelles Internet freuen: Mehr als zwei Drittel der Haushalte bekommen das Glasfaserkabel auf Wunsch bis in die eigenen vier Wände verlegt. Diesen Daten-Turbo gibt es allerdings nicht gratis (siehe unten).

Die ersten Bagger sind im Auftrag der EWE jetzt in mehreren Orten des Landkreises angerückt, um die Trassen für die Glasfaserleitungen zu buddeln. Auch im Ahlerstedter Ortsteil Ottendorf, wo an vielen Stellen nur das berüchtigte "Dorf-DSL" mit Bandbreiten um ein Megabit pro Sekunde (Mbit/s) verfügbar ist, haben in dieser Woche die Erdarbeiten begonnen. Dort versammelte sich eine illustre Runde zum ersten Spatenstich: Bürgermeister der betroffenen Gemeinden und Behördenvertreter von Land und Bund waren dabei, als Landrat Michael Roesberg, der EWE-TEL-Geschäftsführer Rudolf Markschläger und der Bundestagsabgeordnete Oliver Grundmann (CDU) symbolisch zur Schippe griffen.

"In den kommenden Monaten wird die EWE im Landkreis rund 200 Kilometer Glasfaserkabel verlegen", berichtete Markschläger. Als regionaler Anbieter sei es der EWE besonders wichtig, auch in ländlichen Regionen möglichst viele Menschen mit einem zukunftsfähigen Internetanschluss auszustatten. Rund 4.200 Haushalte können direkt ans Glasfasernetz angeschlossen werden, das künftig Übertragungsraten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde ermöglicht. Das entspricht etwa 1.000 Mbit/s.

Bei den übrigen 1.800 Haushalten wird das Surftempo allerdings geringer ausfallen: Die EWE geht von Bandbreiten zwischen 30 und 100 Mbit/s aus. Als Tempobremse erweist sich in diesen Fällen das alte Kupferkabel der Telekom, das von den modernen EWE-Kabelverzweigern zu den Häusern führt. Eine andere Lösung ist hier aus Kostengründen nicht möglich, doch im Vergleich zu den bisherigen Datenraten werden auch diese Nutzer in ein neues Internet-Zeitalter "gebeamt." Da sich der Breitbandausbau in den ländlichen Bereichen nicht kostendeckend vornehmen lässt, erhält die EWE rund 4,8 Mio. Euro an Zuschüssen aus den Breitband-Förderprogrammen.

Die aktuelle Maßnahme umfasst kreisweit 67 Bereiche in 32 Gemeinden, die beim schnellen Internet "weiße Flecken" aufweisen. Damit ist das Projekt "Daten-Turbo" noch längst nicht abgeschlossen: Es gibt bereits eine Zusage aus Berlin, den Anschluss von weiteren 3.100 Haushalten im Landkreis finanziell zu unterstützen. Einen Förderbescheid über vier Mio. Euro hatte Landkreis-Vizechef Dr. Eckart Lantz vor ein paar Wochen in Berlin abgeholt.

Der Förderbereich umfasst im Landkreis Stade insgesamt 67 Teilgebiete. Es handelt sich um folgende Gebiete:

• Gemeinde Ahlerstedt: Ahrenswohlde (teilweise), Klein Wangersen (teilweise), Bokel (teilweise), Klethen (teilweise), Ottendorf (teilweise), Oersdorf (teilweise), Ahrensmoor (teilweise), Ahlerstedt (teilweise), Doosthof (teilweise)
• Gemeinde Apensen: Grundoldendorf (teilweise)
• Gemeinde Balje: Balje (teilweise), Hörne (teilweise), Außendeich (teilweise), Neuenhof (teilweise), Elbdeich (teilweise), Süderdeich (teilweise), Breitendeich (teilweise), Eggerkamp (teilweise), Baljerdorf (teilweise), Rittershausen (teilweise), Faulenhofe (teilweise)
• Gemeinde Bargstedt: Frankenmoor (teilweise)
• Gemeinde Beckdorf: Goldbeck (teilweise), Nindorf (teilweise), Beckdorf (teilweise)
• Gemeinde Bliedersdorf: Bliedersdorf (teilweise), Postmoor (teilweise)
• Gemeinde Brest: Wohlerst (teilweise), Bredenbeck (teilweise), Klein Reith (teilweise), Reith (teilweise)
• Gemeinde Burweg: Burweg (teilweise), Blumenthal (teilweise), Bossel (teilweise)
• Hansestadt Buxtehude: Ketzendorf (teilweise)
• Gemeinde Deinste: Deinste (teilweise), Helmste (teilweise)
• Gemeinde Drochtersen: Drochtersen (teilweise), Dornbusch (teilweise), Hüll (teilweise), Assel (teilweise)
• Gemeinde Engelschoff: Neuland (teilweise), Hammahermoor (teilweise)
• Gemeinde Estorf: Estorf (teilweise), Gräpel (teilweise)
• Gemeinde Fredenbeck: Fredenbeck (teilweise)
• Flecken Freiburg: Stellenfleth (teilweise), Esch (teilweise), Allwörden (teilweise), Freiburg (teilweise)
• Gemeinde Großenwörden: Großenwörden (teilweise)
• Gemeinde Grünendeich: Grünendeich (teilweise), Huttfleth (teilweise)
• Gemeinde Guderhandviertel: Guderhandviertel (teilweise)
• Gemeinde Hammah: Groß Sterneberg (teilweise), Hammah (teilweise)
• Flecken Harsefeld: Hollenbeck (teilweise)
• Gemeinde Heinbockel: Heinbockel (teilweise)
• Gemeinde Himmelpforten: Himmelpforten (teilweise), Breitenwisch (teilweise)
• Flecken Horneburg: Horneburg (teilweise)
• Gemeinde Jork: Lühe (teilweise), Höhen (teilweise), Borstel (teilweise), Neuenschleuse (teilweise), Wisch (teilweise), Gehrden (teilweise), Osterladekop (teilweise), Hinterbrack (teilweise), Königreich (teilweise), Jork (teilweise), Moorende (teilweise)
• Gemeinde Kranenburg: Brobergen (teilweise), Kranenburg (teilweise)
• Gemeinde Krummendeich: Krummendeich (teilweise), Eggerkamp (teilweise)
• Gemeinde Kutenholz: Aspe (teilweise), Kutenholz (teilweise), Sadersdorf (teilweise), Mulsum (teilweise)
• Gemeinde Oederquart: Oederquart (teilweise), Wetterdeich (teilweise), Gehrener Sietwende (teilweise)
• Gemeinde Oldendorf: Oldendorf (teilweise)
• Hansestadt Stade: Bützfleth (teilweise), Abbenfleth (teilweise), Stade (teilweise), Stadermoor (teilweise)
• Gemeinde Steinkirchen: Elbdeich (teilweise), Huttfleth (teilweise), Steinkirchen (teilweise)
• Gemeinde Wischhafen: Neulandermoor (teilweise), Hamelwördenermoor (teilweise), Dösemoor (teilweise), Wischhafen (teilweise), Wolfsbruch (teilweise), Hamelwörden (teilweise)

Kunden müssen Anschluss bezahlen

Die EWE will in rund zwei Wochen bekanntgeben, wann der Breitband-Ausbau in den 67 Teilgebieten erfolgt. Dann wird auch mitgeteilt, ob ein Glasfaser-Hausanschluss möglich ist. Wer in den betreffenden Bereichen mit Glasfaser versorgt werden möchte, muss einen entsprechenden Hausanschluss bei der EWE bestellen. Die Hausbesitzer werden von der EWE rechtzeitig kontaktiert.

Wer sich während der Baumaßnahmen dazu entschließt, ein Glasfaserkabel in sein Haus zu verlegen, erhält einen Anschluss bereits ab 399 Euro. Wesentlich teurer wird es, wenn der Bagger nachträglich noch einmal anrücken muss: Kunden, die sich zu einem späteren Zeitpunkt für einen Glasfaser-Hausanschluss entscheiden, müssen mindestens 999 Euro zahlen.

Dank moderner Verlegetechniken seien keine umfangreichen Erdarbeiten im Vorgarten erforderlich, so EWE-Projektleiter Ingo Lemme. Lediglich zwei kleine Löcher müssten gegraben werden. Lemme weist darauf hin, das Hausbesitzer mit dem Highspeed-Anschluss letztlich den Wert ihrer Immobilie steigern. Den meisten Hauskäufern sei eine schnelle Internet-Verbindung sehr wichtig. 

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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