Lara-Maria Wichels aus Harsefeld spricht über ihre abwechslungsreiche Arbeit als Schauspielerin
Es ist nicht alles Glitzer und Glamour

Selbstbewusst: Lara-Maria Wichels will mehr, als nur süß und nett in die Kamera gucken Foto: Sophie Wolter
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jab. Harsefeld. Sie will nicht das typische süße Blondchen sein: Lara-Maria Wichels ist eine starke junge Frau, die sich tagtäglich neu in ihrem Traumberuf durchsetzen muss - auch, um nicht in eine Schublade gesteckt zu werden. "Ich habe keinen Stempel im Gesicht", sagt Wichels. Berühmt wurde sie durch die Fernsehserie "Rote Rosen", als "Hamburger Deern" und "Not Heidi's Girl" aus dem Internet. Dem WOCHENBLATT erzählt sie von den Kehrseiten des Erfolgs und dass nicht alles rosarot ist.

"Für mich kam nie etwas anderes in Frage", sagt Lara-Maria Wichels, wenn sie gefragt wird, wie sie zur Schauspielerei gekommen ist. Es sei einfach schon immer ihr Traum gewesen. Die junge Frau, die ursprünglich aus Harsefeld kommt, hat bereits als Kind den typischen Weg für diesen Beruf eingeschlagen - Schauspiel-AG in der Schule, Tanzunterricht, kleine Theaterstücke. Ihre erste richtige Rolle war die der Anna aus Blumenthal. Spätestens da stand für sie fest: Sie will definitiv Schauspielerin werden. Mit 17 Jahren begann sie an einer Schauspielschule Unterricht zu nehmen. "Das war teilweise ganz schön anstrengend, aber ich habe es durchgezogen", erzählt sie.
Auch jetzt ist das Leben als Schauspielerin kein Zuckerschlecken, das sieht sie auch bei ihren Kollegen. "Du bekommst nicht tausend Jobs und Angebote", so Wichels.

Man müsse zunächst eine Agentur finden und Kontakte knüpfen, Videos drehen für E-Castings und einfach gut sein, in dem, was man tut, und vor allem immer weiter dran bleiben, präsent sein, auf sich aufmerksam machen. So ergatterte sie auch die Rolle der Nathalie Greve in der Fernsehserie "Rote Rosen", für die sie täglich von Hamburg nach Lüneburg pendelte. Die Schauspielerin war plötzlich berühmt, wurde auf der Straße erkannt und nach einem Foto gefragt. "Mit Anfang 20 war das einfach alles so aufregend."

Wichels musste aber auch lernen, dass es nicht alle in der Medienwelt gut mit ihr meinen. Auf Internetplattformen erhält sie teilweise fiese Kommentare, Zeitschriften dichten ihr Liebesbeziehungen an. "Ich musste lernen, mich selbst zu schützen." Vielleicht sei sie damals zu naiv an die Sache herangegangen und habe zu viel von sich preisgegeben. Das seien Dinge, die einem niemand vorher erzählt, so die junge Frau. Inzwischen spiele sie in der Öffentlichkeit eine Rolle - die der "öffentlichen Lara-Maria Wichels".

Zeitweise zweifelte sie auch an ihrer Berufswahl. Sie nahm sich sogar eine kleine Auszeit in der italienischen Schweiz. "Ich habe dort eine Ausbildung zur Käserin gemacht", erzählt Wichels. Die harte, körperliche Arbeit in den Bergen habe ihr gut getan, meint sie, und sie zu einer nachhaltigeren Lebensweise animiert. Auch wenn sie heute keinen Käse mehr herstellt, kommt sie immer wieder gern dorthin zurück, um sich wieder zu erden. Auch bei ihrer Familie in Harsefeld findet sie die nötige Ruhe vom stressigen Alltag. Ansonsten reist sie gern, um sich eine Auszeit zu gönnen. Zuhause ist sie aber in der Großstadt Hamburg. Wichels lebt noch immer in der gleichen kleinen Wohnung, in die sie vor acht Jahren eingezogen ist.

Mit ihrer Hausgemeinschaft hat sie so etwas wie eine Familie. "Das Stadtleben ist super cool, aber manchmal auch anstrengend." Irgendwann werde sie aber an einen anderen Ort ziehen, an dem es etwas ruhiger ist. Vielleicht wird sie auch Kinder haben, das könne sie sich jedenfalls vorstellen. "Es gibt nichts Cooleres als Kinder", so Wichels.

Zurzeit ist das Ohnsorg Theater ihr Hauptarbeitsplatz. Gerade hat sie in der
Liebeskömodie "Hartenbreker" eine Hausangestellte gespielt und war mit dem Stück auf Tour. Das nächste Stück - Ein Mann mit Charakter - ist schon in Planung. Dort wird sie an der Seite von Heidi Mahler, der Tochter von Heidi Kabel, spielen.
Mit den Jahren hat die junge Frau gelernt, die Jobangebote zu hinterfragen. Sie nimmt nicht mehr wahllos alles an - auch, um sich nicht zu viel zuzumuten. Sie versucht dabei auch ganz bewusst, mit den Attributen der kleinen, blond gelockten jungen Frau mit den großen Kulleraugen zu brechen. "Ich bin nicht eine Farbe. Ich bin bunt", erklärt sie.

Gern würde sie einmal die Hauptrolle in einem Kinofilm verkörpern - am liebsten eine Actionheldin, die die Welt rettet. Bis es so weit ist, möchte sie aber erst mal weiter Filme machen, sei es vor oder hinter der Kamera. "Ich möchte Geschichten erzählen, die in den Köpfen der Menschen etwas ändern", so Wichels. Ihr größtes Ziel bei all der Arbeit: "Ich will immer authentisch bleiben."

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