Infos aus dem Kühlschrank: Harsefelder Seniorenbeauftragte wirbt für Notfalldose

Christa Wittkowski-Stienen zeigt das Formular 
aus der Notfalldose  Foto: jd
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jd. Harsefeld. Im Notfall zählt jede Minute. Doch wie kommt der Rettungsdienst ganz schnell an wichtige Informationen über einen Patienten, wenn dieser nicht mehr ansprechbar ist oder bewusstlos aufgefunden wird? Vor allem bei allein lebenden älteren Menschen ist das ein großes Problem. Diese haben zwar meist Impfpass, Medikamentenplan und manchmal auch eine Patientenverfügung akkurat an einem sicheren Platz irgendwo in der Wohnung verwahrt, doch oftmals wissen selbst Angehörige nicht, in welcher Schublade solche Unterlagen lagern. "Hier kommt die Notfalldose ins Spiel", sagt die Harsefelder Seniorenbeauftragte Christa Wittkowski-Stienen. Diese Dose soll alle relevanten Daten enthalten. Der ideale Platz dafür ist die Kühlschranktür.

"Die Idee mit der Notfalldose stammt nicht von mir", sagt Wittkowski-Stienen. "Aber ich finde die Idee so toll, dass ich sie gern weiterverbreiten möchte." Das Prinzip sei völlig simpel: Die kleine Dose enthält ein Formular, in dem Angaben zu Vorerkrankungen, Allergien oder eingenommen Arzneien gemacht werden. Der Vordruck ist kurz und knapp gehalten und in wenigen Minuten ausgefüllt. Anhand der Informationen kann sich beispielsweise ein Notarzt einen schnellen Überblick über den Gesundheitszustand eines Patienten verschaffen.

"In der Dose auch noch Platz für weitere Zettel", so die Seniorenbeauftragte: "Auf denen kann dann vermerkt werden, wer im Notfall das Haustier versorgt, oder ob ein Kind von der Kita abgeholt werden muss." Dei Dose eigne sich nicht nur für Senioren, sondern sei auch für jüngere Menschen sinnvoll", so Wittkowski-Stienen: "Wer will, kann darin auch Vollmachten oder Verfügungen verwahren." Im Gegensatz zu anderen technischen Notfall-Lösungen sei weder eine Registrierung erforderlich, noch werde eine regelmäßige Gebühr verlangt. "Ein 'Update' des Info-Zettels kann jederzeit per Hand vorgenommen werden."

Am besten sei die Dose im Kühlschrank aufgehoben, meint Wittkowski-Stienen. Selbst wenn sich jemand in einer fremden Wohnung erst mal orientieren müsse: Die Küche sei schnell gefunden und der Kühlschrank meist nicht zu übersehen." So sind alle relevanten Infos kompakt platziert und es wird wertvolle Zeit gespart."

Damit Notarzt oder Rettungssanitäter überhaupt wissen, dass eine Notfalldose vorhanden ist, werden zusätzlich zwei kleine Aufkleber mitgeliefert: Einer wird an den Kühlschrank geklebt, der andere kommt an die Innenseite der Haus- bzw. Wohnungstür. "Das ist eine richtig runde Sache", sagt Wittkowski-Stienen, die zunächst in der Samtgemeinde Harsefeld die Werbetrommel rühren will. "Ich werde dann auf Seniorennachmittagen die Dose vorstellen und bei Bedarf auch gleich beim Ausfüllen des Formulars helfen. Auch die Leiterin einer Harsefelder Senioreneinrichtung habe bereits Interesse bekundet, so Wittkowski-Stienen: "Wer mehr über die Dose wissen möchte, kann sich jederzeit gern bei mir melden."

Zum Preis von 2 Euro erhältlich

Die Notfalldose ist ab sofort zum Preis von 2 Euro in Harsefeld erhältlich. "Ich habe die Apothekerin Anette Rogen angesprochen, die ebenfalls von der Idee begeistert war", berichtet Wittkowski-Stienen. Rogen habe gleich eine größere Menge an Dosen bestellt. Wer die Dose haben möchte, bekommt sie in der Alten Apotheke und in der Post-Apotheke in Harsefeld.

Organisationsteams von Altennachmittagen, Leiter von Senioren-Einrichtungen oder auch Privatleute, die an der Dose interessiert sind und dazu eine Info-Veranstaltung ausrichten möchten, können sich an Christa Wittkowski-Stienen wenden: Tel. 04164 - 6253 oder E-Mail: christa.w@stienen.org 

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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