Vortragsreihe "Geht's noch anders? - Zeit für Alternativen": Ilona Koglin und Marek Rohde referieren
Mit Sinn und Lebensfreude die Welt verbessern

Ilona Koglin und Marek Rohde

ab. Buxtehude. "Gemeinsam aktiv: Nachhaltigkeit selber machen": So lautet der Titel des Vortrags von Ilona Koglin und Marek Rohde, im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Geht's noch anders? - Zeit für Alternativen". Am Montag, 21. Oktober, referieren sie ab 19 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus in Ahlerstedt (Stader Straße 33). Der Eintritt ist frei. Dem WOCHENBLATT gewährten die Journalisten Einblick in ihre Arbeit und ihren Vortrag.

WOCHENBLATT: Was war die Initialzündung für Sie, aus dem "normalen" beruflichen Alltag auszusteigen und einen neuen Weg einzuschlagen?
Marek Rohde: Wir haben uns schon immer für Umweltschutz und Gerechtigkeitsfragen engagiert. Die Entscheidung, dafür auch unsere scheinbar sicheren Jobs zu verlassen, kam durch die Weltfinanzkrise. Uns wurde damals klar, dass wir uns in einer instabiler werdenden Scheinsicherheit befinden. Doch wenn es keine echte Sicherheit gibt, dann ist es doch im Leben vor allem wichtig, seinen Idealen und seinem Herzen zu folgen. Für uns hieß das konkret, uns als Journalisten hundertprozentig sozialen und ökologischen Fragen zu widmen - und auch selbst konsequent danach zu handeln.

WOCHENBLATT: Wie sieht Ihr Alltag aus? Was machen Sie anders als früher? 
Ilona Koglin: Zuerst haben wir unsere Ansprüche verändert. Materieller Wohlstand ist für uns nicht so wichtig, wie unserem Leben Sinn zu geben. Deshalb haben wir angefangen, unsere Werte immer konsequenter zu leben: in unserer Arbeit, bei unseren Zielen, unsere Art zu konsumieren, wie wir uns einbringen und wie wir mit anderen Menschen umgehen. Wir haben alle unsere Verhaltensweisen auf den Prüfstand gestellt und erkannt: Das ist gar nicht so schwierig. Vielmehr befreit es uns von vorher nicht erkannten Zwängen und schädlichen Gewohnheiten.

WOCHENBLATT: Konsumverzicht - was bedeutet das für Sie?
Rohde: Weniger zu kaufen bedeutet für uns einerseits, dass wir Dinge, die wir besitzen, mehr wertschätzen, besser behandeln und eine andere Beziehung zu ihnen haben. Verzicht klingt immer negativ. Was aber, wenn man auf etwas verzichtet, was einen selbst - oder andere - krank macht, unglücklich oder sonst in irgendeiner Weise schädigt? Es ist allein eine Frage der Perspektive. Uns tut die Konzentration auf das Wesentliche sehr gut und macht uns glücklich. Weniger zu konsumieren schenkt uns sehr viel Zeit und innere Ruhe für andere, wesentlichere Dinge im Leben.

WOCHENBLATT: Welcher Verzicht fällt Ihnen am schwersten? 
Koglin: Wenn es um Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit geht, taucht oft das Wort "Verzicht" auf. Doch unserer Ansicht nach geht es nicht in erster Linie darum. Verzicht bedeutet ja, dass ich etwas lasse, ohne zu wissen, was ich dafür bekomme. Wenn wir aber zum Beispiel unsere Essgewohnheiten umstellen, weil wir wissen, dass wir dadurch gesünder leben, eine sauberere Umwelt fördern und auch noch anderen Menschen ein glückliches Leben ermöglichen, ist das in Wahrheit kein Verzicht. Denn wir erhalten ja etwas anderes, viel Wertvolleres dafür.

WOCHENBLATT: Können Sie ein Beispiel geben, was Sie in Ihrem Vortrag in Ahlerstedt vorstellen werden?
Rohde: Bei dem Vortrag möchten wir die Besucherinnen und Besucher dazu einladen, mit uns gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Sich gegenseitig zu motivieren und ganz konkrete, persönliche Erfahrungen auszutauschen. Vor allem aber auch zu hinterfragen, was uns davon abhält, schon jetzt die Welt zu schaffen, die wir uns wünschen - und Ideen und Vorhaben mitzunehmen. Erfahrungsgemäß spielen Themen eine Rolle wie Ernährung, verpackungsfrei einkaufen, ethischer Konsum und Klima- und Umweltschutz.

WOCHENBLATT: Wo sollte oder könnte jeder bei sich anfangen, um nachhaltiger zu werden - was empfehlen Sie?
Koglin: Oft reichen kleine überschaubare Schritte, die man mit der Zeit ausbauen und steigern kann. Wichtig ist doch, dass man erst einmal die Erfahrung macht, dass es funktioniert. Dass viele kleine Schritte ein großes Ganzes ergeben. Wichtig ist auch, dass man sich nicht unter Druck setzt - weil man die großen, globalen Probleme sieht und denkt: "Was kann ich da schon tun?". Man sollte sich auf den eigenen Fortschritt konzentrieren, Freude und Erfolgserlebnisse dabei haben und bei der eigenen Gedankenwelt beginnen, bei den Geschichten, die man sich erzählt, den Dingen, die man tut. Nichts ist besser, als für sich und andere ein positives Vorbild zu sein. Das ist ein guter Anfang.

WOCHENBLATT: Was wünschen Sie sich, was das Publikum nach Ihrem Vortrag für sich mit nach Hause nimmt?
Rohde: Vor allem Mut, Inspirationen, Ideen, gute Laune und die Hoffnung, dass es sich lohnt, etwas für eine bessere Welt zu tun. Die Erkenntnis, dass jeder eigene Schritt, jede Entscheidung positive Auswirkungen haben kann.

• Ilona Koglin und Marek Rohde haben insgesamt vier Bücher geschrieben und arbeiten bereits an neuen Buchideen. Sie halten Vorträge, geben Workshops und suchen das Gespräch.
• Die Vortragsreihe "Geht's noch anders?" wird von der Evangelischen Erwachsenenbildung Niedersachsen in Kooperation mit Engagement Global und Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung organisiert. Unterstützt wird sie zudem von der Schule am Auetal, dem Aue-Geest-Gymnasium sowie dem ev.-luth. Kirchenkreis Buxtehude. Weitere Infos: www.eeb-stade.de.

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