Sommerliche Ausflugstipps
Naturerlebnisse und Klostergeschichte in der Samtgemeinde Harsefeld

Für Kinder ist es ein spannender Spaß, zwischen den Findlingen herumzukraxeln
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  • Für Kinder ist es ein spannender Spaß, zwischen den Findlingen herumzukraxeln
  • Foto: Martin Elsen
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bo. Harsefeld. In der Sommerserie des WOCHENBLATT zu lohnenden Ausflugszielen in der Region geht es diesmal in die Samtgemeinde Harsefeld. Eingebettet in eine von den Eiszeiten geformte und mit ihren seichten Hügeln sehr anmutige Geestlandschaft am Rande des Elbstromtals liegen die Ortschaften. In ihrer Mitte thront die "Perle der Geest", wie Harsefeld auch gern genannt wird. Die Gegend besticht nicht nur durch Felder, Wiesen, Wälder und Flussläufe - ideal um die Natur zu erkunden -, sondern blickt angesichts des ehemaligen Benediktiner-Klosters auch auf eine lange Kulturgeschichte zurück. Von 1102 bis 1648 gehörte das Harsefelder Kloster zu den geistigen Machtzentren Norddeutschlands und war direkt dem Papst unterstellt. Die freigelegten Grundmauern im Klosterpark neben der St. Marien und Bartholomäi-Kirche legen ein Zeugnis von jener Zeit ab.

Wer in die Geschichte Harsefelds eintauchen möchte, kann an einer der thematischen Gästeführungen teilnehmen. Kostenlose öffentliche Gästeführungen finden von Mai bis September jeweils am zweiten Sonntag im Monat statt. Treffpunkt ist um 11 Uhr am roten Pfahl neben der Kirche. Wer möchte, kann das Klosterareal bis zu den Teichen auch auf eigene Faust erkunden. Tafeln erklären alles Wissenswerte. Besonderer Anreiz ist das Klosterpark-Quiz, bei dem auf der zwei Kilometer langen "Klostermeile" verschiedene Fragen zu beantworten sind.

  • Infos und Anmeldung zu den Führungen in der Tourist-Info Harsefeld, Tel. 04164 - 887-132 oder -135; ein Überblick über Sehenswürdigkeiten sowie Freizeit- und Kulturtipps sind auf www.harsefeld.de, Menüpunkt "Kultur, Sport & Tourismus", zu finden. Dort steht auch das Klosterpark-Quiz zum Download.

Eintauchen in einen "Urwald": Der "Braken" bietet Lebensraum für bedrohte Pflanzen- und Pilzarten

nw/bo. Harsefeld. Der Naturwald Braken bei Harsefeld ist ein Lebensraum mit Geschichte. In der waldarmen Region zwischen Elbe und Weser zählt er zu den herausragenden Landschaften. In dem historisch alten Wald, den bereits die Benediktinermönche des Klosters Harsefeld im Mittelalter vor Raubbau schützten, überlebte über Jahrhunderte eine charakteristische Fauna und Flora in hoher Artenzahl. Dazu zählen Kammmolch und Feuersalamander ebenso wie Leberblümchen und Stechpalme. Von gut 220 Pflanzenarten stehen über 30 auf der Roten Liste der bedrohten Spezies.

Durch umsichtige Forstwirtschaft konnten weite Teile des Braken als eindrucksvolle Urlandschaft erhalten bleiben. Buchen, Hainbuchen und Eichen sind hier ebenso zu finden wie Auenwälder aus Eschen und Erlen. Der Braken ist Quellgebiet mehrerer Bäche und Naturschutzgebiet mit dem europäischen Prädikat "Natura 2000". Auf gut ausgebauten Wanderwegen können Naturfreunde diese einzigartige Naturoase zwischen Harsefeld, Griemshorst und Hollenbeck erkunden.

Landwirtschaft früher: Historische Geräte im Museum Reith

bo. Brest-Reith. Eine Fundgrube an historischen und zum Teil skurrilen Gegenständen ist die Museumsscheune in Reith. Der Museumsverein Samtgemeinde Harsefeld präsentiert dort landwirtschaftliche Maschinen und Geräte aus vergangenen Zeiten. Die rund 220 Exponate geben Einblick in das landwirtschaftliche Leben vom 19. Jahrhundert bis etwa 1960. Im Mittelpunkt stehen Maschinen, die beim Kartoffelanbau Kartoffelernte zum Einsatz kamen. Zu bewundern gibt es außerdem Torfschleppen, Ackerwagen, Buttermulden, Bienenkörbe, Waschmaschinen und vieles mehr. Auch Kurioses ist dabei, wie eine Kaffeekanne, die einst aus einer alten Gasmasken-Dose aus dem Ersten Weltkrieg hergestellt wurde.

Bevor die Scheune ein Museum wurde, mieteten einige Reither 1992 das Gebäude an, um ihre gesammelten ausgedienten Maschinen und Geräte unterzustellen. Zwei Jahre später gründete sich der Museumsverein. Die Mitglieder restaurierten die Gegenstände und die Sammlung hat sich ständig erweitert. Auf dem Museumsacker werden wie vor 50 Jahren Kartoffeln angebaut. Schüler der Harsefelder Rosenborn-Grundschule und Vereinsmitglieder pflanzen, hegen und ernten die Erdfrucht.

  • Die Museumsscheune in Brest, Reith 2, hat keine festen Öffnungszeiten, Termine zur Besichtigung können individuell bei Hans Prigge, Erster Vorsitzender des Museumsvereins, Tel. 04762 - 183097 vereinbart werden.

Zeugen aus der Eiszeit: Im Harsefelder "Garten der Steine" gibt es Findlinge zu bestaunen

nw/bo. Harsefeld. Findlinge sind stille Zeugen der geologischen Geschichte des Planeten Erde: Von den Riesensteinen, die vereinzelt in der Landschaft liegen, geht seit jeher eine besondere Faszination aus. Sie wurden schon vor etwa 100.000 Jahren während der vorletzten Eiszeit von den Gletschern aus Skandinavien hierher geschoben. Im "Garten der Steine" auf dem Ehrenberg bei Harsefeld sind viele dieser Findlinge zu bewundern. Auf Tafeln wird leicht verständlich und anschaulich ihre Herkunft erklärt. Welche Gesteinsarten gibt es? Wie entstehen Steine überhaupt? Wie wurden Findlinge in vergangenen Zeitaltern genutzt? Ein Ausflug in den "Garten der Steine" beantwortet diese Fragen. Übrigens ist das Klettern ausdrücklich erlaubt. Neugierige dürfen die Steinhaufen erklimmen und die verschiedenen Gesteinsoberflächen mit den Händen ertasten. Besonders für Kinder ist das Klettern ein Spaß.

Vom "Garten der Steine" aus lohnt sich ein Spaziergang in das idyllische Auetal. Das Gebiet der Aue zwischen Harsefeld und Horneburg steht seit einigen Jahren unter Naturschutz. Es bietet besonderen Tier- und Pflanzenarten Schutz und dem Besucher Ruhe und Einsamkeit. Durch Holzstege und Brücken sind die Wege fast ganzjährig nutzbar. An einem zwei Kilometer langen Rundweg informieren Tafeln über das "Naturerlebnis Auetal". Ein zehn Kilometer langer Wanderweg führt über Issendorf, Gut Daudieck und Bliedersdorf mit seiner markanten Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert. Hinter Issendorf liegt eines der bedeutendsten Stein- und Hügelgräberfelder der Region, die „Nekropole Daudieck“, mit zwei begehbaren, etwa 5.500 Jahre alten Steingräbern.

  • Der "Garten der Steine" und der Ausgangspunkt zu den Wanderungen im Auetal befinden sich am Parkplatz beim Friedhof "Ehrenberg" in Harsefeld, Im Butendiek. Eine ausführliche Infokarte zum “Erlebnis Auetal” des Landkreises Stade kann bei der Touristinfo im Rathaus Harsefeld, Tel. 04164 - 887132, bestellt werden.

Wer gern in die Pedale tritt ...

bo. Harsefeld. Wer sich gern sportlich betätigen möchte, kann die Samtgemeinde Harsefeld auch per Fahrrad erkunden. Es gibt mehrere Rundrouten verschiedener Längen und Schwierigkeitsgrade. Auf der "Klosterroute" kommen Radler an kulturgeschichtlichen Stationen wie dem Harsefelder Kloster, dem alten Heer-, Handels- und Pilgerweg, der Museumsscheune Reith und den Kirchen in Ahlerstedt und Bargstedt vorbei. Die "Waldroute" führt auf ländlich-ruhigen Wegen durch Moor- und Waldgebiete zwischen Ahlerstedt und Apensen. Auf der "Steinroute" liegen der "Garten der Steine" in Harsefeld, der archäologische Lehrpfad bei Gut Daudieck, das Handwerksmuseum Horneburg und die Hünengräber bei Grundoldendorf.

Autor:

Susanne Böttcher aus Buxtehude

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