Sie sind bei Streit gefragt: In Harsefeld treten zwei neue Schiedsleute ihren Dienst an

Ina Hildebrandt-Heins (li.) übergibt den Dienststempel an Werner Klintworth und Angela Ziegenhagen
  • Ina Hildebrandt-Heins (li.) übergibt den Dienststempel an Werner Klintworth und Angela Ziegenhagen
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jd. Harsefeld. Stabwechsel bei den Streitschlichtern: Die bisherige Harsefelder Schiedsfrau Regina Hildebrandt-Heins wurde jetzt im Rathaus offiziell verabschiedet. Sie hat ihr Ehrenamt nach fünfjähriger Tätigkeit niedergelegt. Auch ihr Stellvertreter Axel Stadie, der bei der kleinen Feierstunde nicht dabei sein konnte, scheidet aus dem Amt. Die Verabschiedung war gleichzeitig eine Amtsübergabe: Die neue Schiedsfrau Dr. Angela Ziegenhagen und ihre Stellvertreter Werner Klintworth übernahmen von ihren Vorgängern die Aktenordner, in dem die bislang verhandelten Fälle dokumentiert sind. Dazu gehört auch ein Protokollbuch aus der Vorkriegszeit. Denn das Schiedsamt hat eine lange Tradition. Es wurde in Preußen bereits 1827 eingerichtet.

In Harsefeld haben die Schiedsleute wesentlich seltener gewechselt als die Bürgermeister. Seit den 1920er Jahren gab es erst fünf Schiedsleute. Am längsten im Amt war Gustav Viebrock. Der Bauunternehmer sorgte 36 Jahre lang dafür, dass zerstrittene Zeitgenossen ihren Zwist beilegen. Allerdings hielten sich die Reibereien in Harsefeld auch immer in Grenzen. Mit 24 Fällen mussten sich Hildebrandt-Heins und Stadie während ihrer fünfjährigen Amtszeit befassen. 13-mal waren die beiden Schiedsleute erfolgreich und die Streithähne reichten sich am Ende die Hände. Die anderen Fälle landeten schließlich doch vor Gericht. Offenbar gibt es auch "Prozesshansel", die das vorgeschriebene Schlichtungsverfahren nur durchlaufen, um den Kontrahenten schließlich doch vor den Kadi zerren zu können.

Im Schnitt fünf Fälle pro Jahr klingt zunächst wenig: Doch bei den meisten Streitigkeiten ist es nicht mit einem Gespräch getan. Bis ein tragfähiger Kompromiss ausgehandelt wird, bei dem sich beide Seiten nicht über den Tisch gezogen fühlen, müssen die Streitschlichter meist einige Sitzungen anberaumen.

Auch Ziegenhagen und Klintworth werden sich wie ihre Vorgänger überwiegend mit Nachbarschaftsstreitigkeiten befassen müssen. Zu den "Klassikern" in Schiedsverfahren zählen zu breite Hecken und Zweige, die über die Grundstücksgrenze ragen. "Die meisten Fälle kommen aus Harsefeld", berichtet Ordnungsamtsleiter Harald Polter: "In den umliegenden Dörfern regeln die Leute die Sache oft selbst oder die dortigen Ortsbeauftragten sprechen ein Machtwort."

"Die wenigsten wissen, dass Schiedsleute nicht nur in zivilrechtlichen Fragen tätig sein dürfen, sondern auch in Fällen, in denen sonst der Staatsanwalt zuständig ist", erläutert Polter. Vorwiegend geht es um Anzeigen wegen Beleidigung, so Polter: "Dann ist eine ordentliche Entschuldigung vor dem Streitschlichter allemal besser als vor dem Strafrichter zu landen."
• Angela Ziegenhagen und Werner Klintworth werden am 13. August förmlich verpflichtet. Ab dann sind sie offiziell im Amt. Die Schiedsfrau ist unter Tel. 04164 - 811126 zu erreichen, ihr Stellvertreter unter Tel. 04164 - 1451.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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