Turnhalle des Harsefelder Gymnasiums wird für 300 Flüchtlinge hergerichtet / Rassistische Aufkleber an der Eingangstür

In der Turnhalle (re.) sollen Flüchtlinge untergebracht werden. Direkt daneben befindet sich das Gebäude des Gymnasiums (li.)
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jd. Harsefeld. Wohl noch im November ziehen die ersten Flüchtlinge in die Sporthalle des Harsefelder Aue-Geest-Gymnasiums: Landrat Michael Roesberg hatte angekündigt, dass die Halle als Notunterkunft für rund 300 Menschen hergerichtet wird (das WOCHENBLATT berichtete). Damit bringt der Landkreis, der im Zuge der Amtshilfe für das Land Niedersachsen bereits Platz für 750 Flüchtlinge geschaffen hat, erstmals eine größere Anzahl außerhalb der Kreisstadt unter. Schulleiter Johann Book hat bereits ein Rundschreiben an Schüler und Eltern verfasst. Außerdem lädt Samtgemeinde-Bürgermeister Rainer Schlichtmann zu einem Info-Abend ein.

"Wann genau die Neuankömmlinge eintreffen und wie viele es sein werden, ist noch nicht bekannt", sagt Book. Nach seiner Kenntnis wird auch der Schulparkplatz nicht mehr zu Verfügung stehen. Dort soll ein großes Zelt errichtet werden, das als Aufenthaltsbereich für die Flüchtlinge dienen wird. Ihm sei mitgeteilt worden, dass man Freitagnachmittag damit beginne, Halle und Parkplatz herzurichten. Book ist bereits im Gespräch mit anderen Schulen, um Ausweichmöglichkeiten für den Sportunterricht auszuloten.

Book spricht von einer Situation, die für alle an der Schule neu sei: "Ich halte es für ratsam, die Sache ruhig auf uns zukommen zu lassen." Gravierende Auswirkungen auf den Schulbetrieb erwarte er nicht, so der Oberstudiendirektor. Wichtig sei es, allen Beteiligten die Berührungsängste zu nehmen: "Sollten Kinder unter unseren neuen Nachbarn sein, wäre es gut, wenn diese den Schul-Spielplatz mit nutzen könnten." Das gleiche gelte gegebenenfalls für den Schulhof. Inwieweit spezielle Unterrichts-Projekte zum Thema Flüchtlinge stattfinden, werde rechtzeitig im Lehrerkollegium besprochen.

• Der öffentliche Informations-Abend der Samtgemeinde zur Flüchtlings-Situation findet am Donnerstag, 19. November, um 18 Uhr im Forum des Aue-Geest-Gymnasiums statt. Auf der Veranstaltung werden die zuständige Landkreis-Dezernentin Nicole Streitz und Harsefelds Rathauschef Rainer Schlichtmann über die Lage im Kreis Stade bzw. in der Samtgemeinde Harsefeld berichten. Außerdem stellen die örtlichen Asyl-Arbeitskreise ihre Hilfsprojekte vor. Die Besucher sollen laut Schlichtmann die Möglichkeit haben, einen Blick in die dann als Notunterkunft hergerichtete Sporthalle zu werfen.

Aufkleber mit rassistischen Sprüchen

Kaum wurde publik, dass eine große Anzahl von Flüchtlingen in der Turnhalle des Gymnasiums Harsefeld untergebracht werden soll, klebten an deren Eingangstür zwei fremdenfeindliche Aufkleber - ebenso wie an einem Verkehrsschild vor dem Schulgebäude. Die rassistischen Sticker stammen von der "Identitären Bewegung", einer Organisation, die der niedersächsische Verfassungsschutz als rechtsextremistisch einstuft. Die Aufkleber seien sofort entfernt worden, so Book. Er schließt nicht aus, dass Schüler dahinter stecken: "Wer entsprechend vom Elternhaus beeinflusst wird, klebt womöglich ohne nachzudenken irgendwelche völkischen Parolen an Türen und Schilder." An der Schule werde man jeder Form von Fremdenfeindlichkeit entgegentreten, so Book.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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