Veranstaltungsreihe "Geht's noch anders? - Zeit für Alternativen" mit Referent Dr. Eckhard Gottschalk
Vom Rebhuhn zum Umweltschutz

Eine Rebhenne mit ihren Küken
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  • Eine Rebhenne mit ihren Küken
  • Foto: Dr. Eckhard Gottschalk
  • hochgeladen von Alexandra Bisping

(ab). Wie die Populationsentwicklung von Rebhühnern unter anderem mit dem Rückgang der Artenvielfalt zusammenhängt und was Eigentümer und Pächter landwirtschaftlicher Flächen tun können, um die Agenda 2030 voranzutreiben, erläutert Biologe Dr. Eckhard Gottschalk. Der Forscher aus Göttingen referiert im Rahmen der Vortragsreihe "Geht's noch anders? - Zeit für Alternativen" am Donnerstag, 14. November, um 19 Uhr in der Aula im Aue-Geest-Gymnasium (Brakenweg 2) in Harsefeld. Der Eintritt ist frei.

Seit 15 Jahren läuft das Rebhuhnschutzprojekt im Raum Göttingen, eine umfangreiche Forschungsstudie, die Dr. Eckhard Gottschalk, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Naturschutzbiologie der Universität Göttingen, leitet. Die einstmals weit verbreitete Vogelart ist seit 1980 europaweit um 94 Prozent zurückgegangen. "Wir wollten anhand unserer Forschungen beispielsweise ergründen, wo es Probleme gibt, ob diese jahreszeitenabhängig sind und welchen Anteil die Veränderung der Landschaften daran hat", erläutert der Biologe. "Und wir wollten herausfinden, was sich dagegen tun lässt." 

Dazu wurden mit zahmen Rebhühnern Wildvögel angelockt und telemetriert. Heißt: Die wild lebenden Rebhühner wurden mit einem amulettähnlichen Sender ausgestattet und anschließend wieder freigelassen. Mit einem Empfangsgerät wurden die Signale via Antenne ermittelt - die telemetrierten Vögel konnten dadurch geortet und beobachtet werden.

Während in Niedersachsen der Rebhuhn-Bestand in den vergangenen Jahren um die Hälfte eingebrochen ist, konnte die Anzahl im Landkreis Göttingen stabilisiert werden. Jährlich werden auf einer Fläche von rund 1.000 Quadratmetern 400 Paare gezählt. Der Bestand nehme weder zu noch ab, so Gottschalk. "Wenn er gleichbleibt, ist das schon ein Erfolg." Dafür sorgten extra angelegte Blühstreifen, die "rebhuhngerecht bewirtschaftet werden". Der Anteil der Blühflächen reichte allerdings nur lokal aus, um den Rebhuhnbestand auch anzuheben.

Ein weiterer Vorteil: Von den Maßnahmen für Rebhühner profitierten auch andere Arten wie Insekten oder Feldhasen, deren Bestand ebenfalls rückläufig sei. 

Wie die Kirche und Gemeinden sich beteiligen können, um mehr für den Artenerhalt zu tun, darüber will Dr. Eckhard Gottschalk in seinem Vortrag ebenfalls informieren. Gottschalk: "Die Kirche ist eine der größten Landeigentümer in Deutschland, damit hat sie eine gewissen Verantwortung." Agrarwirte seien gut beraten, wenn sie sich an Naturschutz- und Umweltmaßnahmen beteiligten. "Dafür, dass sie auf den zur Verfügung gestellten Flächen keine Ernte einfahren können, erhalten sie ja auch eine Kompensation."

Was seinen Vortrag in Harsefeld und die anschließende Diskussionsrunde betrifft, sagt der Biologe: "Ich würde mir wünschen, dass sich möglichst viele Besucher davon inspirieren lassen, ebenfalls Blühflächen anzulegen. Diese Flächen durchbrechen die Monotonie der Landschaft und viele Arten profitieren von ihnen."
Übrigens: Das Göttinger Rebhuhnschutzprojekt wurde von der „UN-Dekade für biologische Vielfalt” 2018 ausgezeichnet.

Europaweites Rebhuhn-Projekt
In fünf Regionen in Westeuropa wird ein gemeinsames Projekt zum Rebhuhnschutz, das sogenannte Interreg-Projekt PARTRIDGE, durchgeführt. Die Abteilung Naturschutzbiologie der Universität Göttingen leitet den deutschen Teil. Weitere Infos: www.northsearegion.eu/partridge.

Eine Rebhenne mit ihren Küken
Dr. Eckhard Gottschalk

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