Ärztehaus für Harsefeld: Planung geht weiter

Aldi ist endlich bereit, ehemaligen Markt an Harsefeld zu verkaufen

jd. Harsefeld. Die Planungen für ein Ärztezentrum im ehemaligen Aldi-Markt am Hohenfelde in Harsefeld können weitergehen: Ursprünglich wollte die Gemeinde den Kaufvertrag mit dem Discounter bereits im Februar unterzeichnen. Doch dann kam aus der Konzern-Zentrale in Essen die Nachricht, dass Aldi jegliche Veräußerungen von firmeneigenen Grundstücken zunächst auf Eis legt. Jetzt hat die Konzernspitze grünes Licht für den Verkauf des leerstehenden Marktes in Harsefeld gegeben.

Die Gemeinde hat bereits in einem Gutachten klären lassen, dass sich das Gebäude grundsätzlich für den Umbau in ein Ärztehaus eignet. Völlig unklar ist aber noch, wer diese Einrichtung künftig betreiben soll. Denkbar sind mehrere Modelle - vom einzelnen Arzt, der als selbstständiger Unternehmer Kollegen im Angestelltenverhältnis beschäftigt, über einen kommerziellen Investor bis hin zur Gemeinschafts-praxis, in der mehrere Ärzte gemeinsam das wirtschaftliche Risiko übernehmen.

Sollte das alles nicht funktionieren, könnte die Gemeinde in die Bresche springen und als Betreiber eines "Medizinischen Versorgungszentrums" (MVZ) fungieren. Das sei aber nur als letzte Option denkbar, so Gemeindedirektor Rainer Schlichtmann, der keinen Hehl daraus macht, dass er die privatwirtschaftlichen Betriebsmodelle vorzieht: "Am liebsten würde ich das Projekt allein mit unseren Ärzten vor Ort umsetzen." Wie berichtet, hatte sich Harsefeld im Vorfeld von der "Ärztegenossenschaft Nord" aus Schleswig-Holstein beraten lassen. Die Genossenschaft verwaltet in Büsum ein MVZ, das über eine gemeinnützige GmbH zu 100 Prozent der Gemeinde gehört. Dieses "Büsumer Modell" wird bundesweit in Fachkreisen als Vorzeigeobjekt präsentiert.

Die Einrichtung eines MVZ in öffentlicher Trägerschaft war anfangs von Bürgermeister Michael Ospalski favorisiert worden. Der hält sich nun zurück, weil er mit seiner Meinung in Konflikt mit der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) geraten ist. Diese hält nach wie vor die klassische Arztpraxis für das beste Modell. Nach kritischen Worten gegenüber der KVN, bei der er sich einigen Ärger einhandelte, hat Ospalski sich nun selbst zum Schweigen verdonnert, was die KVN anbelangt.

Zum Thema Ärtztezentrum spricht Ospalski allerdings deutliche Worte: "Wir haben in Harsefeld dringenden Handlungsbedarf, um einer in Zukunft drohenden ärztlichen Unterversorgung zu begegnen."

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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