Diskussion wieder angeheizt
Ospalski-Grundstück in Harsefeld rückt erneut in den Fokus

Hier soll bald gebaut werden: Um das Grundstück im Handelsweg wurde schon ein Bauzaun aufgestellt
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jab. Harsefeld. Wieder einmal wird das Grundstück am Handelsweg, das der Frau von Ex-Bürgermeister Michael Ospalski gehört, Thema im Harsefelder Rat sein. Der geplante Waschpark ist noch immer nicht errichtet. Daher stellt die Freie Wählergemeinschaft (FWG) jetzt einen Antrag auf Rückübertragung des Grundstücks. Diskutiert wird darüber in der kommenden Ratssitzung am Donnerstag, 16. Juli.

Der Sachverhalt stellt sich für die FWG ganz einfach dar: Im Dezember 2018 hatte der Rat beschlossen, einen Vertrag mit Astrid Ospalski abzuschließen, der festlegt, dass das Grundstück bis zum 30. Juni 2020 mit dem Waschpark bebaut sein muss. Ansonsten kommt es zur Rückübertragung an die Gemeinde zum Preis von 35 Euro pro Quadratmeter. Bis heute sei kein Vertrag unterschrieben worden. Bisher liege nicht einmal eine Baugenehmigung vor, so die FWG.

Zwar sei die Verwaltung stets über den Sachstand informiert worden, dennoch ist aus Sicht der FWG kein ernsthaftes Bestreben von Astrid Ospalski vorhanden, das Bauvorhaben wie angekündigt umzusetzen. Dabei sei es der FWG auch egal, ob es Schwierigkeiten bei der Bauantragsstellung gegeben habe. "Verschleppungstaktik" lautet der Vorwurf.

Der Landkreis Stade äußerte sich auf WOCHENBLATT-Nachfrage nicht zum Stand des Bauantrags und beruft sich dabei auf den Datenschutz.

Der ehemalige Harsefelder Bürgermeister und stellvertretende Landrat Michael Ospalski kritisiert den Antrag aufs Schärfste, denn "18 Jahre lang hat niemand nach dem Grundstück gefragt". Ospalski: "Wir wollen bauen, keine Frage. Der Bauantrag wurde bereits im April 2019 gestellt, die Unternehmen sind beauftragt, die Halle schon bestellt, um keine Zeit zu verlieren, sobald der Antrag vorliegt." Die Familie habe bereits viel Geld investiert, demnächst sollen die Versorgungsanschlüsse gelegt werden. Seit Montag steht bereits der Bauzaun. "Jeder Tag ohne Baugenehmigung kostet uns nur weiter Geld", so Ospalski. Für die Verzögerung macht er den Landkreis verantwortlich, der wegen der Corona-Pandemie zur Sicherheit der Mitarbeiter mit einer anderen Struktur gearbeitet hätte. Er hofft aber, dass die Baugenehmigung im August bzw. September vorliegt.

Für Ospalski ist es im Übrigen ein Unding, dass seine Frau als Eigentümerin und Bauantragsstellerin immer wieder Schläge einstecken müsse und angegriffen werde. "Den Antragsstellern der FWG gehe es nicht um die Sache. Sie wollen lediglich ihren Privatkrieg führen", ist er überzeugt.

Den neuen Vertrag mit der Gemeinde hätten die Ospalskis nicht unterschrieben, da sie erst mit einer Baugenehmigung eine feste Zusage treffen konnten. Die Gemeinde hätte sie auch immer unterstützt. "Wenn etwas gegen mich vorliegt, wird die Gemeinde oder der Landkreis schon eingreifen. Die Ratsmitglieder sollten ihre Gemeinde nach vorne bringen, statt sich um so etwas zu kümmern."

Zwanzig Jahre Diskussionen um ein Baugrundstück

Im Jahr 2001 kaufte Astrid Ospalski das 5.500 Quadratmeter große Grundstück im Handelsweg für umgerechnet rund 150.000 Euro von der Gemeinde Harsefeld. Vertraglich wurde festgehalten, dass das Grundstück innerhalb von drei Jahren bebaut werden muss. Ansonsten muss es zum Erwerbspreis an den Flecken zurückgegeben werden, falls dies verlangt wird. Auf dem Grundstück wurde bisher lediglich eine Fläche von 200 Quadratmetern gepflastert, dadurch galt sie als bebaut.

Rund 16 Jahre nach dem Erwerb verkaufte Ospalski mit Genehmigung der Gemeinde eine Teilfläche von 2.000 Quadratmetern an den Inhaber eines benachbarten Gewerbebetriebes für 238.000 Euro. Gleichzeitig verzichtete die Gemeinde auf das Rückkaufsrecht. Die übrigen Quadratmeter sollten später für 420.000 Euro für den Bau eines Seniorenheims verkauft werden, was allerdings auf Widerstand in der Politik stieß und nicht umgesetzt wurde. Damals war Michael Ospalski noch als Bürgermeister im Amt. Ein erneuter Verkaufsversuch - diesmal für 560.000 Euro - über einen Makler scheiterte. Der Rat setzte nach hitziger Diskussion erneut eine Frist fest, bis wann das Grundstück durch Ospalski bebaut sein muss: 30. Juni 2020. Diese Frist ist verstrichen.

Die sogenannte Grundstücks-Affäre, in der ihm vorgeworfen wurde, sich über den Verkauf des Grundstücks seiner Frau, die die Fläche von der Gemeinde gekauft hatte, übermäßig bereichern zu wollen, statt es selbst zu bebauen, zwang Ospalski schließlich 2019, sein Bürgermeisteramt niederzulegen.

Autor:

Jaana Bollmann aus Stade

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