1.600 Unterschriften überreicht
Trinkwasserverband bekommt Druck aus der Samtgemeinde Harsefeld zu spüren

Nicht nur die Bürger überreichten ihre gesammelten Unterschriften, auch Ahlerstedts Bürgermeister Uwe Arndt (re.) übergab aus seiner Gemeinde eine Liste an Fred Carl
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jab. Harsefeld. 1.600 Unterschriften - diese stolze Zahl sammelten Bürger aus der Samtgemeinde Harsefeld in den Gemeinden Harsefeld, Bargstedt und Ahlerstedt, um beim Trinkwasserverband (TWV) Druck zu machen. Sie fordern Maßnahmen, die spürbar und vor allem zeitnah zu einer Verbesserung beim immer wieder niedrigen Wasserdruck führen. TWV-Geschäftsführer Fred Carl nahm die umfangreiche Unterschriftenliste entgegen. Auch Samtgemeinde-Bürgermeister Rainer Schlichtmann legte dem Geschäftsführer Forderungen vor.

Immer wieder streiken Waschmaschinen und Geschirrspüler. Diese aber nachts laufen zu lassen, das ist Steffen Queck und Daniela Worgt aus Harsefeld zu riskant. Zu hoch sei ihnen dabei die Brandgefahr und auch Fehlermeldungen würden sie so nicht mitbekommen. Duschen mit ausreichend Wasser aus dem Duschkopf wird u.a. bei Angela Cords regelmäßig zur Glückssache. Den Bürgern stinkt das gewaltig: "Abends überlegt man, ob man seine Kinder mit Feuchttüchern waschen muss", so Daniel Gauthier, Vater von drei Kindern im Alter von drei bis acht. Selbst wenn Wasser aus dem Hahn kommt, sei nicht immer gesichert, dass es auch warm ist. Das weiß Tobias Viets, dessen Fernwärmesystem bei niedrigem Wasserdruck streikt.
Bemängelt wird auch die fehlende Kommunikation vom TWV. Die Bürger fordern nun endlich Fakten, mit welchen Maßnahmen sie in welchem Zeitraum rechnen können. Sollte sich nichts tun, denken sie über eine Kommunalaufsichtsbeschwerde nach, so Queck.

Samtgemeinde-Bürgermeister Rainer Schlichtmann hat das Wasserdruck-Problem inzwischen zur Chefsache erklärt. Auch er fordert konkrete Maßnahmen vom TWV. Waren es 2018 und 2019 vor allem die Verbrauchsspitzen, die in erster Linie in den Sommermonaten zu einem niedrigen Wasserdruck geführt hatten, so tritt das Problem in diesem Jahr bereits im April auf - auch außerhalb der Verbrauchsspitzen. Auch in der Landwirtschaft seien Probleme aufgetreten, sodass Tiere nicht ausreichend versorgt werden konnten.

"Wir fordern im Namen unserer vier Mitgliedsgemeinden mit den betroffenen Bürgern konkrete Maßnahmen, die in einem überschaubaren Zeitraum zu einer ausreichenden Wasserversorgung in unserer Samtgemeinde führen", schließt sich Schlichtmann den Forderungen der Bürger an. Als mögliche Maßnahmen führte er unter anderem Verbesserungsarbeiten an der Druckerhöhungsstation im Bereich der Griemshorster Straße und den Austausch der Leitung im Butendiek sowie den Bau eines Trinkwasserbehälters an. Für die Umsetzung sollen gegebenenfalls auch Haushaltsmittel umgeschichtet werden, damit die Maßnahmen "nach vorne gezogen" werden könnten, meint Schlichtmann.

Schlichtmann kritisiert zudem, dass der TWV die Entwicklungsabsichten der Gemeinden seit rund 25 Jahren kannte. Somit wäre genügend Zeit gewesen, Planungen für eine ausreichende Wasserversorgung sowie deren Umsetzung vorzunehmen. Leitungen wie entlang der K26n wurden nicht, wie angekündigt, verlegt. Eine Druckrohrleitung von Heinbokel nach Harsefeld wurde wegen zu hoher Kostenschätzungen nicht verlegt. Eine Alternative sei nicht vorgelegt worden, so Schlichtmann.

Zu den konkreten Maßnahmen innerhalb der nächsten zehn Jahre äußerte sich Geschäftsführer Carl in einem Pressegespräch gemeinsam mit Schlichtmann am Montag im Harsefelder Rathaus. Die Ergebnisse gibt es am Samstag im WOCHENBLATT.

Nicht nur die Bürger überreichten ihre gesammelten Unterschriften, auch Ahlerstedts Bürgermeister Uwe Arndt (re.) übergab aus seiner Gemeinde eine Liste an Fred Carl
Überreichten die Unterschriften: Daniela Worgt (v.li.), Steffen Queck, Angela Cords, Tobias Viets und Daniel Gauthier mit Harsefelds Bürgermeister Harald Koetzing
Autor:

Jaana Bollmann aus Stade

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