Regisseur und Soziologe Nils Aguilar zeigt "Voices of Transition"
Harsefeld: Eine neue Kultur des Miteinanders

Nils Aguilar hat den Film "Voices of Transition" mithilfe Ehrenamtlicher gestemmt
  • Nils Aguilar hat den Film "Voices of Transition" mithilfe Ehrenamtlicher gestemmt
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Alexandra Bisping

ab. Harsefeld. Die Veranstaltungsreihe "Geht's noch anders? - Zeit für Alternativen" geht in die dritte Runde: Der deutschfranzösische Soziologe und Filmemacher Nils Aguilar (38) zeigt am Donnerstag, 9. Mai, um 19 Uhr im Kino Meyer Harsefeld (Marktstraße 19) seinen mehrfach ausgezeichneten Film "Voices of Transition". Anschließend gibt es ein Gespräch mit dem Regisseur. Der Eintritt ist frei.

"Für mich war klar, dass gerade in der Landwirtschaft ein riesiger Graben klafft zwischen dem, was sein sollte, und dem, was tatsächlich passiert", erklärt der Regisseur im Gespräch mit dem WOCHENBLATT seine Motivation für das Filmprojekt. Es sei für ihn schmerzhaft gewesen, zu sehen, „wie unserem Planeten durch Monokultur, durch Rodung und durch Erosion seiner dünnen Erdschicht im Grunde wie bei lebendigem Leibe die Haut abgezogen wird".

Ihm sei bewusst geworden, dass es mit der Art zu wirtschaften zusammenhängt, meint Aguilar. „Regenwürmer bauen Humus auf, Nützlinge schützen Pflanzen, Bakterien machen aus Luft Dünger: Natur arbeitet immer gratis. Die Agrarindustrie kann aber nur dann Geschäfte machen, wenn sie chemische Produkte wie Pestizide und Düngemittel verkauft. Das ist fatal. Echte Nachhaltigkeit gibt es nur, wenn wir die natürlichen Kreisläufe anregen.“

In seinem Film, der in vierjähriger Arbeit entstanden ist und 2012 seinen Kinostart feierte, wollte er das Problem aber von einer konstruktiven Warte aus betrachten. Da habe sich die Transition-Bewegung angeboten.

Transition - was ist das überhaupt? Nils Aguilar erklärt: „Die Transition-Bewegung geht von der Analyse aus, dass wir uns durch billige Energie in eine drastische Abhängigkeit von Energie verschlingender Technik begeben haben. Diese prägt unsere Lebensstile: Wir sind geradezu süchtig nach Tiefkühlpizza, Netflix und Kurzurlauben mit dem Flugzeug.“ Gekoppelt mit dem Klimawandel und der notwendigen Abkehr von fossilen Brennstoffen, bedürfe es einer drastischen Abwendung vom gewohnten Lebensstil, hin zum gemeinschaftlichen Tun.

"Mehr als 1.000 offizielle Initiativen zählt das Transition-Netzwerk inzwischen weltweit." Als Beispiele nennt Aguilar Münster (Nordrhein-Westfalen): Die Stadt habe es als Erste in Deutschland geschafft, einen Energieaktionsplan zu formulieren, um sich lokaler, energieärmer und klimaschützender zu versorgen. Oder die Tansition-Initiative Bamberg (Bayern), die sich im Anschluss an eine Filmvorführung von „Voices of Transition“ gegründet hat und als rasant gewachsenes Netzwerk nunmehr das lebendige Stadtbild prägt und „Politik von oben“ eines Besseren belehrt.

Doch zurück zum Film: "Voices of Transition" sei in mühevoller Arbeit entstanden, "ohne das Wissen, dass man für ein Projekt dieser Größenordnung enorm viel Geld und Know-how braucht", erinnert sich Nils Aguilar. "Es ist fast ein Wunder, dass der Film es bis ins Kino geschafft hat." Inzwischen wurde das Werk in 24 Sprachen übersetzt, berichtet der Regisseur stolz. "Und er hat zur Bildung unzähliger Transition-Initiativen und SoLaWis (Solidarische Landwirtschafte Betriebe) beigetragen.

• Die Veranstaltungsreihe "Geht's auch anders?" haben Frank Jablonski von der EEB (Evangelische Erwachsenenbildung Niedersachsen Nord), David Krüger aus Ahrensmoor und Regina Starzonek aus Apensen gemeinsam mit dem Kirchenkreis Buxtehude ins Leben gerufen (das WOCHENBLATT berichtete). Mehr über kommende Veranstaltungen in einer der nächsten Ausgaben.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.