Bisher gut durch die Corona-Krise gekommen
Bauen in Corona-Zeiten: Viebrockhaus in Harsefeld hat vieles umstrukturiert

Auch das gehört zu den Vorsorgemaßnahmen: Jeder Viebrock-Mitarbeiter wurde mit einer persönlichen Schutzausrüstung ausgestattet.
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  • Auch das gehört zu den Vorsorgemaßnahmen: Jeder Viebrock-Mitarbeiter wurde mit einer persönlichen Schutzausrüstung ausgestattet.
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jd. Harsefeld. Die Corona-Krise hat viele Wirtschaftszweige hart getroffen. Eine der wenigen Branchen, die bisher weitgehend unbeschadet die Auswirkungen der Pandemie überstanden haben, ist das Baugewerbe. Allerdings kann nicht die Rede davon sein, dass dort "Business as usual" betrieben wird. Corona wirbelte die bisherigen Arbeitsprozesse auf dem Bau durcheinander, die Baufirmen standen plötzlich vor ganz neuen Herausforderungen. Wie diese gemeistert wurden, zeigt ein Beispiel aus Harsefeld: Dort hat die Viebrockhaus AG ihren Sitz. Die Geschäftsführung ließ viele Abläufe in dem mehr als 1.000 Mitarbeiter zählenden Unternehmen umstrukturieren, um es sicher durch die Krise zu bringen.

"In unserem Unternehmen gibt es drei Bereiche, nämlich Vertrieb, Verwaltung und den gewerblichen Bereich, der das Bauen selbst umfasst", erläutert Viebrockhaus-Geschäftsführer Wolfgang Werner. Für jeden dieser Bereiche sei eine eigene Strategie in Sachen Corona gefahren worden. Während die Arbeit auf den Baustellen mit den entsprechenden Einschränkungen weitergeführt worden sei, habe man sich beim Vertrieb komplett umgestellt.

Die Musterhausparks und Stadtbüros seien gleich Mitte März geschlossen worden, so Werner. "Damit fehlte plötzlich der direkte Kundenkontakt." Der Vertrieb sei schnell auf Online-Beratungen umgestiegen. "Wir waren zunächst skeptisch, ob das funktioniert." Doch die Kommunikation mit den Kunden mittels Webcam habe hervorragend geklappt. Auch in Zeiten der Corona-Krise hätten die Vertriebsmitarbeiter eine Vielzahl an Abschlüssen getätigt. Bei der Geschäftsentwicklung könne man allenfalls von einer kleinen "Seitwärtsbewegung" sprechen.


Strenges Hygienekonzept


Inzwischen sind auch die Musterhausparks wieder geöffnet. Alles läuft nach einem strengen Hygienekonzept. Besucher müssen sich online anmelden. Beim größten Park in Fallingbostel können laut Werner täglich 120 wieder Termine gebucht werden.

"Auch unser Büroteam haben wir im März fast komplett ins sogenannte Mobile Office geschickt", berichtet der Geschäftsführer. Die meisten Mitarbeiter seien zuvor schon mit einem Notebook ausgestattet worden. Das ist das "Herzstück" beim Homeoffice. Hinzu kamen ein Monitor und eine Extra-Tastatur. Die ersten Mitarbeiter seien jetzt wieder vor Ort im Büro. Aber die gesamte Statik-Abteilung arbeite beispielsweise noch von zu Hause aus.

Homeoffice ist beim Bau nun mal nicht möglich: "Wir haben aber die Arbeitsprozesse umorganisiert", so Werner. Auf den Baustellen seien alle Abläufe entzerrt worden. "Nur jeweils ein Gewerk durfte im Inneren des Hauses und draußen ausgeführt werden." Das habe natürlich Auswirkungen auf den Zeitplan gehabt.

"Entsprechend mussten die Termine für die Fertigstellung eines Hauses teilweise um zwei, drei Wochen nach hinten verlegt werden", berichtet Werner. So etwas müsse natürlich mit den Bauherrn abgestimmt werden, denn diese seien oftmals ja auch an Fristen etwa bei der Kündigung der alten Wohnung gebunden. Man habe aber immer eine Lösung gefunden und die meisten Kunden hätten Verständnis gezeigt.

Dass gerade die Baustellen organisatorisch eine große Herausforderung darstellten, liegt auf der Hand: Viebrockhaus hat immerhin 56 Maurerkolonnen, 16 weitere kommen bei den Betonbauern hinzu. Sonst sei die vier- bis fünfköpfige Maurerkolonne gemeinsam in den Kolonnenfahrzeugen, den typischen "Viebrock-Bäckerwagen" zur Baustelle gefahren, so Werner. Damit nur noch zwei Personen in einem Auto sitzen, mietete Viebrockhaus kurzerhand mehr als 30 zusätzliche Pkw an.

Um das Infektionsrisiko zu minimieren, wurde zudem das Materiallager gesperrt. Bisher holten sich die Bauarbeiter und Haustechniker dort Kleinteile wie Kabel, Schellen oder Rohre direkt ab. "Jetzt haben wir eine firmeninterne Logistik aufgebaut, die diese Teile bei den Baustellen anliefert", sagt Werner.

Die vielen Sicherheitsmaßnahmen fruchteten: Bei Viebrockhaus gab es bisher nur einen einzigen Corona-Fall. Das war gleich Anfang März. Ein Vertriebsmitarbeiter in Süddeutschland hatte sich bei einem Kunden angesteckt, der in Italien war. 55 Mitarbeiter mussten bisher in Quarantäne, weil es in ihrem persönlichen Umfeld Erkrankungen bzw. Verdachtsfälle gab, doch ansonsten blieb das Unternehmen verschont.
Werner hofft, dass es weiterhin so bleibt: "Jetzt haben wir erst einmal drei Wochen Betriebsferien. Danach wollen wir prüfen, ob weitere Lockerungen möglich sind."

Viebrockhaus bietet tolle digitale Möglichkeiten für Beratung und Besichtigungen
Auch das gehört zu den Vorsorgemaßnahmen: Jeder Viebrock-Mitarbeiter wurde mit einer persönlichen Schutzausrüstung ausgestattet.
Geschäftsführer Wolfgang Werner hofft, dass das Unternehmen die Krise unbeschadet übersteht
Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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