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Alles klar für die Frauen-WG: Wohngruppe der Rotenburger Werke in Harsefeld startet im März

Heike Papa freut sich über die alten Türen...
 
... und Björn Protze über die moderne Küche Fotos: jd
jd. Harsefeld. "Dieses Haus hat Charakter", sagt Heike Papa. Die Mitarbeiterin der Rotenburger Werke ist für die Planung des zweiten Wohnprojektes der Behinderten-Einrichtung in Harsefeld zuständig. Mit dem Haus meint Papa die ehemalige Missionsstation der Steyler Schwestern direkt neben der katholischen Kirche. Als "spirituelle Wohngemeinschaft" hatte eine der Ordensschwestern einmal deren Zusammenleben in dem mehr als 100 Jahre alten Gebäude bezeichnet. Nun wird dort eine neue Wohngemeinschaft entstehen: Ab Mitte März werden dort sechs junge Frauen mit einer geistigen Behinderung einziehen. Sie sollen in der "Frauen-WG" so weit wie möglich ihren Alltag selbstständig bewältigen.

Die Umbauarbeiten in dem Altbau sind fast abgeschlossen. Von außen ist allerdings wenig zu erkennen: "Die Fassade wurde nicht angetastet", erklärt Papa. Die meisten Baumaßnahmen seien im Innenbereich erfolgt. "Wir haben zusätzliche Bäder eingebaut und Mauern durchbrochen, um Zimmer zu vergrößern." Zwei Zimmer sind nun mit Einzelbädern ausgestattet, die anderen Bewohnerinnen werden sich später zu zweit ein Bad teilen. Ein großes Zimmer im Erdgeschoss fungiert als Aufenthaltsraum und Küche. Die moderne Küchenzeile in schicker Optik ist bereits eingebaut: "Das ist eine Spende der EWE", berichtet Papa.

Rund 150.000 Euro haben die Rotenburger Werke in den Umbau des Missionshauses investiert. "Größere Sanierungsarbeiten mussten wir nicht vornehmen", sagt Papa: "Die Missionarinnen sind äußerst pfleglich mit dem Gebäude umgegangen." Besonders freut es sie, dass sie die Ordensfrauen kürzlich zu einer Besichtigung des Haus einladen konnte. Die Styler Schwestern hatten die katholische Gemeinde besucht und bei dieser Gelegenheit nebenan vorbeigeschaut: "Wir wurden von den Schwestern gelobt, wie schön wir ihre alte Wirkungsstätte renoviert haben", berichtet Papa.

Auch die künftigen Bewohnerinnen können das Innere des Hauses jetzt in Augenschein nehmen: Sie sollen darüber entscheiden, wer wo einzieht und wie ihre jeweiligen Zimmer eingerichtet werden. Ein Raum ist bereits mit einer Muster-Einrichtung versehen worden: "Mal sehen, wie es den Damen gefällt", sagt Papa, die bei einem Rundgang mit dem Reporter immer wieder in Verzückung gerät: "Wir haben die schönen hohen Decken so gelassen und außerdem die alte Original-Türen wieder eingebaut, die auf dem Dachboden lagerten." Auch die hölzerne Treppe konnte erhalten werden: "Das bedeutet allerdings, dass das Haus nicht barrierefrei ist und sich daher nicht für Menschen mit einem körperlichen Handycap eignet."

Die neue Wohngruppe ist quasi eine Außenstelle der seit November 2016 bestehenden Wohn-Einrichtung in der Schulstraße. Deren Leiter Björn Protze hält dieses Angebot für eine wichtige Ergänzung: "Ziel ist es, dass die Bewohnerinnen später ohne fremde Hilfe einkaufen gehen oder sich auch eigenständig auf den Weg zur Arbeit in einer Behinderten-Werkstätte oder anderswo machen."

Der Assistenzbedarf soll schrittweise gesenkt werden. Die Bewohnerinnen müssen dann in Eigenregie klären, wer wann kocht oder sauber macht. Wie eben in einer richtigen WG.