Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Wenigstens ein Foto bleibt: Harsefelder Samtgemeinde-Archiv bittet Eigentümer von Abriss-Häusern um Unterstützung

Ulrike Gerdts und Günter Kachmann sichten altes Bildmaterial Fotos: jd/Samtgemeindearchiv
jd. Harsefeld. In Harsefeld herrschte in den vergangenen Jahren rege Bautätigkeit. Nicht nur im neuen Wohnquartier am Redder wird fleißig gebaut - auch mitten im Ort tut sich einiges: Verschiedene Neubauten entstanden bzw. werden derzeit errichtet. Oft mussten dafür Häuser weichen, die das Ortsbild über Jahrzehnte mit geprägt haben. "Mit jedem Abriss verschwindet ein Stück altes Harsefeld", sagt Günter Kachmann. Der Fotograf im Ruhestand hat es sich zur Aufgabe gemacht, für das Harsefelder Samtgemeinde-Archiv die die Geschichte des Geestfleckens anhand von Fotos festzuhalten. Er bittet Eigentümer von Abriss-Häusern, sich im Archiv zu melden, bevor die Bagger anrücken: "Dann kann ich vor dem Abriss noch Fotos knipsen. Es gibt leider schon zahlreiche verschwundene Häuser, von denen das Archiv über keinerlei Aufnahmen verfügt."
Jüngstes Beispiel: Vor ein paar Wochen wurde der ehemalige Hof Dankers in der Straße "Im Sande" abgerissen. "Ich war vorher noch dort vorbeigefahren und hatte gesehen, dass das Dach abgedeckt war", berichtet Kachmann. Er habe sich nichts weiter dabei gedacht und vermutet, dass das Haus neue Dachpfannen bekomme. "Damit lag ich dummerweise daneben." Kurze Zeit später klaffte nur noch eine große Lücke, wo sich vorher die Hofstelle befand. "Wieder ein historisches Gebäude mehr, von dem wir kein Foto haben", ärgert sich Kachmann.
"Die Ortsentwicklung mittels Fotos zu dokumentieren, gehört mit zu unseren Aufgaben", sagt Archivleiterin Ulrike Gerdts. Alte Gebäude seien quasi steinerne Zeitzeugen. Bevor diese unwiederbringlich verschwunden sind, sollte einmal die Kamera gezückt werden. Dank der archivierten Bilder - Kachmann hat mittlerweile 25.000 Fotos eingescannt und digitalisiert - könnten sich auf nachfolgende Generationen ein Bild davon machen, wie Harsefeld früher einmal ausgesehen hat.
Das Archiv-Team bekomme meist gar nicht mit, wenn ein Abriss geplant sei, bedauert Gerdts. Zwar erhalte sie oftmals einen Hinweis aus der Rathaus-Verwaltung, wenn ein neues Bauvorhaben genehmigt werde, doch dann sei es oft schon zu spät.
Daher richten Kachmann und Gerdts einen Aufruf an alle Hausbesitzer: "Bitte teilen Sie uns mit, wenn Sie einen Abriss planen, damit wir gezielt noch ein paar Aufnahmen machen können." Auch wer noch alte Fotos mit Harsefelder Ansichten besitzt, wird gebeten, sich im Archiv zu melden: "Wir scannen die Fotos sofort ein und geben sie auf Wunsch gleich wieder mit", sagt Kachmann. Das gelte nicht nur für Papierabzüge, sondern auch für Negative und Dias.
• Das Archiv ist montags und mittwochs von 9 bis 12.30 Uhr zu erreichen unter ( 04164 - 887109. Außerhalb dieser Zeiten bitte bei der Telefon-Zentrale im Rathaus melden (( 04164 - 8870). Das Archiv-Team ruft dann zurück.