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"Kartoffelbeutler" als Umweltplage: Originelle Hinweistafel in Stade-Hagen fordert zum Umweltschutz auf

"Unsere Waldbewohner" steht auf dem Schild. Darunter sind Müllgegenstände aufgelistet, die regelmäßig in der Hagener Feldmark landen Fotos: jd
jd. Stade-Hagen. Die Bewohner des Stader Ortsteils Hagen können sich jeden Tag über die schöne Wohnlage freuen: Etwas abseits vom "Schuss" und umgeben von schöner Landschaft lässt es sich dort wunderbar leben. Wenn da nicht die kleinen Ärgernisse wären. Dazu zählt die ständige Vermüllung des Fredenbecker Weges. "Die Strecke gehört zu einem Rundweg, auf dem die Hagener gern spazierengehen", sagt Ortsbürgermeisterin Inge Bardenhagen: "Leider liegen dort immer wieder achtlos weggeworfene Abfälle." Meist handele es sich um leere Flaschen oder Getränkedosen, Zigarettenschachteln und Chipstüten. Aber auch Hausmüll und Elektroschrott werde einfach in der Feldmark entsorgt. Ein Bürger hat nun seinen Unmut über die Schmutzfinken auf witzige Weise zum Ausdruck gebracht: Er kritisiert die Zustände am Fredenbecker Weg mit einem ironisch gemeinten Schild.

"Unsere Waldbewohner (Leider noch nicht ausgestorben)" ist auf oben dem Schild zu lesen. Darunter werden neun dieser "Waldbewohner" aufgelistet: Dabei handelt es sich nicht um geschützte Tierarten, sondern um Gegenstände, die weder im Wald noch auf Feldwegen etwas zu suchen haben, sondern in den Abfalleimer gehören. Das schöne daran ist: Der unbekannte Schilderaufsteller erhebt nicht einfach den mahnenden Zeigefinger, sondern regt die Müllsünder augenzwinkernd zum Nachdenken an.

Für auf seine Tafel abgebildeten Verpackungsmüll hat er sich witzige Fantasienamen ausgedacht: So erhält die banale PET-Getränkeflasche den Namen "geknickter Dürstling", aus der leeren Chipstüte wird der "Kartoffelbeutler" und die Umverpackung des Bier-Sechserträgers heißt dort "pappiger Hopfling". Außerdem sind alle "Arten" - wie in der Biologie üblich - mit einer klangvollen lateinischen Bezeichnung versehen.

Das Schild selbst ist in sauberer handwerklicher Arbeit ausgeführt und am Fredendecker Weg zwischen der Sitzbank und dem dicken Jakobsweg-Findling platziert. Auch Bürgermeisterin Bardenhagen kann sich keinen Reim darauf machen, wer Urheber des originellen Schildes ist: "Die Idee finde ich gut. Diese Person würde ich gern kennenlernen."
Sie habe aber wenig Hoffnung, dass sich diejenigen, die den Müll verursachen, tatsächlich angesprochen fühlen. In Hagen und rund um das Dorf finden jedes Frühjahr eine große Müllsammelaktion der Dorfgemeinschaft statt, so Bardenhagen: "Ein paar Wochen später ist die Feldmark dann wieder zugemüllt."

Toll wäre es, wenn alle den Hinweis beherzigen würden, der unter den Abbildungen zu finden sei, meint Bardenhagen: "Helfen Sie mit, die Verbreitung dieser gefährlichen Tierarten zu stoppen. Sie sind extrem hartnäckig und oft gut getarnt", schreibt der anonyme Umweltschützer: "Aber einmal gesichtet, lassen sie sich problemlos einfangen." Da macht es doch Spaß, sich zu bücken, um etwa einen "gemeinen Weißblechling" (leere Dose) aufzusammeln und ihn in seinem "natürlichen Lebensraum" auszusetzen: dem Mülleimer.