Arbeitsgemeinschaft "in Hollenstedt gemeinschaftlich leben"
Dr. Henning Scherf . "Warum im Alter in einem großen Haus allein leben?"

Referent Henning Scherf (hinten) mit den Engagierten der Arbeitsgemeinschaft "in Hollenstedt gemeinschaftlich leben" (v. li.): Ilona und Rüdiger Vietze, Renate Freistadt, Ingrid Reichenbach-Voigt und Hans-Jürgen Freistadt
  • Referent Henning Scherf (hinten) mit den Engagierten der Arbeitsgemeinschaft "in Hollenstedt gemeinschaftlich leben" (v. li.): Ilona und Rüdiger Vietze, Renate Freistadt, Ingrid Reichenbach-Voigt und Hans-Jürgen Freistadt
  • Foto: AG iHgl
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bim. Hollenstedt. Diese große Beteiligung beweist, wie groß der Bedarf an gemeinschaftlichen Wohnprojekten ist: Mehr als 100 Interessierte fanden am Freitag den Weg in die Aula der Hollenstedter Estetalschule, um sich von Bremens früherem Bürgermeister Dr. Henning Scherf über das Leben in einer alternativen Wohnform zu informieren. Eingeladen hatte dazu die Arbeitsgemeinschaft "in Hollenstedt gemeinschaftlich leben" (iHgel).
Henning Scherf lebt seit 30 Jahren mit Ehefrau Luise und acht Freunden in einer Hausgemeinschaft und wirbt seit Jahrzehnten für dieses Gemeinschafts-Wohnmodell. Er berichtete leidenschaftlich und anschaulich mit vielen Beispielen von seinem Leben aus vielen Jahren gemeinschaftlichen Wohnens im Zentrum von Bremen. Seine Mitbewohner seien sozusagen seine “Wahlfamilie”. Mit Menschen verschiedenen Alters, sozialem Hintergrund und Erfahrungen zu leben, sei eine Bereicherung und eine fantastische Erfahrung. "Ich kann nun sogar kochen", denn es werde oft gemeinsam gekocht, einmal in der Woche zusammen gefrühstückt und viele gemeinsame Aktivitäten unternommen. “Einer der Bewohner hat sich sogar wieder verliebt”, so Scherf.
Doch auch gemeinsam jemanden beim Sterben zu begleiten, sei eine unschätzbare und nachhaltig prägende Erfahrung. Es sei schön, auch in diesem Stadium des Lebens nicht allein gelassen zu werden. "Ich habe nun auch keine Angst mehr vor dem Tod, weil ich weiß, auch ich werde diesen Schritt nicht allein machen müssen", so Scherf.
Und wie geht man damit um, wenn eine Wohnung frei wird? "Wir haben keine Verträge,” sagte er. "Wir haben uns versprochen, so zu leben, und da helfen keine Verträge. Es kam aber schon mal vor, dass sich die Bewohner bei der Nachbesetzung vergriffen hatten und der neue Mitbewohner dann doch nicht ins Konzept passte. Der wurde dann auch wieder hinauskomplimentiert.”
Henning Scherf machte den Anwesenden Mut, solche alternativen Wohnprojekte zu verwirklichen. "Warum ziehen wir es vor, weiterhin im Alter in unseren großen Häusern irgendwann ganz allein zu leben? Sogar auf die Gefahr hin, über unseren geliebten alten Teppich zu stolpern und dann völlig hilflos liegen zu bleiben,” gab Scherf zu Bedenken.
Bei der Umsetzung eines gemeinschaftlichen Wohnprojektes spielten auch die Kommunen und die Kirche eine Rolle. “Wohnprojekte gehören ins Zentrum”, so Scherf, der alle Fragen der Zuhörer geduldig mit Beispielen und umfangreichem Detailwissen beantwortete.
"Wir haben uns über so viele interessierte Besucher gefreut. Viele von ihnen gingen sicherlich mit Anregungen nach Hause. Der Arbeitsgemeinschaft 'in Hollenstedt gemeinschaftlich leben' hat Henning Scherf den Rücken gestärkt und Mut gemacht", so Ilona Vietze von der iHgel, die ein solches Wohnprojekt in Hollenstedt realisieren möchte.
• Die Arbeitsgemeinschaft trifft sich am Dienstag, 3. September, um 18 Uhr im Hollenstedter Küsterhaus, Am Markt 5a, um die Arbeit fortzusetzen. Interessierte sind herzlich willkommen.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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