Kleiderkammer Hollenstedt wird gut angenommen / Helfer gesucht

Das Kleiderkammerteam:  Eva-Maria Böhme (2. v. li.) mit (v. li.): Brigitte Kowalick, Bärbel Krentz und Hildegard Meier mit Besuchern der Kleiderkammer   Fotos: mi
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  • Das Kleiderkammerteam: Eva-Maria Böhme (2. v. li.) mit (v. li.): Brigitte Kowalick, Bärbel Krentz und Hildegard Meier mit Besuchern der Kleiderkammer Fotos: mi
  • hochgeladen von Mitja Schrader

mi. Hollenstedt. Es sieht ein bisschen aus wie auf einem überfüllten Indoor-Flohmarkt: Kleiderständer sind dicht mit verschiedensten Jacken behängt, Hosen, Pullover, T-Shirts unterschiedlicher Größen warten auf Bügeln und in Kisten auf Kundschaft: Im Flur gibt es ein Regal voll mit Geschirr - von Kristall bis zum klassischen Zwiebelmuster Porzellan. Ein anderes biegt sich unter einem Berg von Kinderbüchern, CDs und Spielzeug. Die Kleiderkammer Hollenstedt ist ein Mikrokosmos für sich. Ein Querschnitt durch die Welt des Konsums und ein Symbol für eine Gesellschaft, in der es sich einige leisten können, allein nach der Mode zu kaufen, und bei anderen wiederum das Geld selbst für Notwendiges wie Bekleidung knapp ist.
Blaue Säcke vollgestopft mit fast allem, was die Textilindustrie zu bieten hat, stapeln sich im Verkaufsraum der Kleiderkammer "Wir haben schon einiges weggearbeitet, heute ist wieder eine große Lieferung gekommen", sagt Eva-Maria Böhme. Gemeinsam mit acht weiteren Helferinnen engagiert sich die Hollenstedterin in der Kleiderkammer. Wer sich die Spenden näher betrachtet, wundert sich, was so alles nicht mehr gebraucht wird. Hochwertige Jeans, kaum getragen, Anzüge, Hemden alles in gutem bis Top-Zustand. "Wir hatten hier schon einen Mantel der Edelmarke Wellensteyn, traumhaft schön und wie neu", berichtet Brigitte Kowalick. Außerdem seien in der Kleiderkammer auch schon Anzüge namhafter Hersteller so wie ein Brautkleid über die Ladentheke gegangen - alles Spenden.
Die Idee, in den Räumen des ehemaligen "Augustins Gasthaus" eine Kleiderkammer einzurichten, entstand von gut zweieinhalb Jahren. Initialzündung war, dass auch in Hollenstedt Flüchtlinge untergebracht wurden. "Wir hatten aber schon davor den Plan, eine Kleiderkammer einzurichten", sagt Bürgermeister Jürgen Böhme. Er betont: "Die Kleiderkammer richtet sich an alle Bedürftigen". Bedeutet: Jeder ist willkommen, man verzichte bewusst auf Berechtigungsscheine oder andere Nachweise. Jürgen Böhme: "Wir wollen hier unkomplizierte Hilfe und möglichst keine Bürokratie." Eine Bedingung für die Nutzung gibt es aber: Das Angebot der Kleiderkammer ist für den privaten Gebrauch, wer hier mit dem Lieferwagen vorfährt um sein Sortiment für den nächsten Flohmarkt aufzufüllen, kriegt nichts.
Das Angebot der Kleiderkammer hat sich mittlerweile herumgesprochen. "Ich finde hier immer viele schöne Sachen und wenn meinem Sohn Bekleidung zu klein geworden ist, dann bringe ich sie auch immer hierher", sagt Ramona Fischer.
Umsonst sind die Artikel nicht, aber der Preis ist eher symbolisch: Pro angefangenes Kilo Bekleidung werden 50 Cent berechnet.
Eine weitere Besonderheit der Kleiderkammer ist die angeschlossene Fahrradwerkstatt. Hier bieten Walter Gottschalk und Hans-Christian Nielsen Hilfe bei kleinen Fahrradreparaturen. Außerdem werden auch Räder verkauft.
• Öffnungszeiten Mi. und Do. 16 bis 18 Uhr (Mi. Spendenannahme), Fr. 17 bis 19 Uhr. Die Kleider sucht noch Helfer, wer Lust hast sich zu engagieren meldet sich bei der Gemeinde Hollenstedt Tel. 04165/80044 oder E-Mail: info@gemeinde-hollenstedt.de. Helfer werden gesucht

Das Kleiderkammerteam:  Eva-Maria Böhme (2. v. li.) mit (v. li.): Brigitte Kowalick, Bärbel Krentz und Hildegard Meier mit Besuchern der Kleiderkammer   Fotos: mi
Bärbel Krentz (li.) und Hildegard Meier 
zeigen Ricardo verschiedene Mützen

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