Personalmangel und alte Gebäude / Wehren Drestedt und Wenzendorf stehen vor schweren Entscheidungen

In Drestedt fehlt Personal, in Wenzendorf ist das Feuerwehrhaus zu klein: Samtgemeinde-Bürgermeister Heiner Albers und 
Samtgemeinde-Brandmeister Carsten Beneke (kl. Foto re.)  stehen vor vielen Entscheidungen Fotos mi/archiv
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    Samtgemeinde-Brandmeister Carsten Beneke (kl. Foto re.) stehen vor vielen Entscheidungen Fotos mi/archiv
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Wehr fehlt das Personal / Arbeitsgruppe über gemeinsame Zukunft mit Brandschützern aus Wenzendorf

mi. Drestedt/Wenzendorf. Immer mehr Freiwillige Feuerwehren in Niedersachsen haben mit ernsthaftem Personalmangel zu kämpfen. Es fehlt an aktiven Kräften und oft auch am Nachwuchs. Auch in der Samtgemeinde Hollenstedt macht man sich Gedanken um die Zukunft der Wehren in Drestedt und Wenzendorf. Wie es mit den beiden Wehren weitergeht, soll jetzt eine Arbeitsgruppe klären.
Samtgemeinde-Brandmeister Carsten Beneke erklärt die Situation: Demnach besteht die Ortswehr in Drestedt noch aus 20 aktiven Kräften. Der Altersdurchschnitt liegt bei um die 40 Jahre. Die 2000 gegründete Jugendfeuerwehr hat derzeit kein einziges Mitglied. "Die Gesamtzahl der Einsatzkräfte in Drestedt ist derzeit zu gering, um langfristig die Einsatzbereitschaft der Wehr zu garantieren", so das Fazit des Samtgemeinde-Brandmeisters. Ähnliche, wenn auch kleinere Probleme gibt es in der Nachbargemeinde Wenzendorf. Die Wehr dort müsste als sogenannte Stützpunktwehr eigentlich über 40 aktive Kräfte verfügen. Derzeit besteht die Einsatzabteilung dort allerdings nur aus 38 Mitgliedern. Großes Plus ist hier allerdings eine gut besetzte Jugendfeuerwehr.
Für die Finanzierung und Ausstattung der Brandschützer ist die Samtgemeinde Hollenstedt zuständig. Nach Auskunft von Samtgemeinde-Bürgermeister Heiner Albers (parteilos) stehen in beiden der genannten Feuerwehren in der näheren Zukunft nicht zu unterschätzende Investitionen an. In Drestedt müsste zum Beispiel das Tragkraftspritzenfahrzeug nach 20-jähriger Dienstzeit ausgetauscht werden. In Wenzendorf muss eine Entscheidung über das dreißig Jahre alte Feuerwehrgerätehaus gefällt werden. "Das Problem ist, dass die damaligen Häuser nicht mehr den heutigen DIN-Normen entsprechen", erklärt Samtgemeinde-Bürgermeister Heiner Albers. Man stehe also nun vor der Frage: Wo lohnt sich eine Investition? "Heiner Albers: "Ich muss es auch vor der Politik vertreten, wenn wir in Drestedt eine sechsstellige Summe in ein neues Fahrzeug investieren." Ähnlich sehe es mit den Feuerwehrgerätehäusern aus. Hier werde es in Wenzendorf sicher um die Frage Anbau- oder Neubau gehen. Denn auch in Wenzendorf stehe man vor dem Problem, dass die alten Garagen für die neuen größeren Fahrzeuge zu klein sind.
"Wir müssen uns Gedanken über die Zukunft dieser Wehren machen", bringt Heiner Albers die unangenehme Wahrheit auf den Punkt. Von einer Abwicklung der Wehr in Drestedt oder einer Zusammenlegung der beiden Feuerwehren wollen Samtgemeinde-Brandmeister und Samtgemeinde-Bürgermeister aber noch nicht sprechen. Heiner Albers: "Wir sind am Anfang eines Weges dessen Ziel - und das will hier nochmal betonen - noch nicht feststeht." Carsten Beneke gibt außerdem zu bedenken: "Wir müssen vor jeder Veränderung in der Feuerwehrlandschaft prüfen, ob die Hilfsfristen noch eingehalten werden."
Mit all diesen Fragen soll sich nach dem Willen des Samtgemeinde-Bürgermeisters jetzt eine Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern der betroffenen Wehren, der Gemeindefeuerwehr, der Samtgemeinde und der Politik beschäftigen. Erste Gespräche mit den Mitgliedern der betroffenen Wehren seien sehr konstruktiv verlaufen. Es habe auch viele Ideen geben, von denen man die Umsetzbarkeit prüfen müsse.

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Keine falsche Hoffnung wecken

Eine Arbeitsgruppe zu gründen ist richtig und wichtig. Nur die Debatten dort sollten nicht hinter verschlossenen Türen stattfinden. Die Feuerwehren sind ein wichtiger Bestandteil der dörflichen Identität damit hat auch die Öffentlichkeit ein Recht auf eine transparent geführte Diskussion. Das Thema gehört deswegen nicht nur in eine Arbeitsgruppe, sondern auch in die Politik. Und über eines sollten sich alle Beteiligten klar sein: Fingerspitzengefühl hin oder her, am Ende des Tages wird es zu deutlichen Veränderungen kommen. Die Erfahrung zeigt, solche Debatten dem Sachzwang folgend fast immer in der Zusammenlegung enden. Alle Beteiligten sollte also nicht Hoffnungen wecken von denen sie jetzt schon wissen, dass sie nicht erfüllbar sind.
Mitja Schrader 

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