Appel macht sich bereit für die Aufnahme 30 weiterer Flüchtlinge

Reinhard Kolkmann (li.) und Heiner Albers wiesen auf die drängende Situation hin
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bim. Appel. Die Gemeinde Appel will dem Landkreis Harburg auf der Fläche neben dem geplanten neuen Feuerwehrhaus und dem Kindergarten in Grauen 1.600 Quadratmeter für die Aufstellung eines Containers zur Unterbringung von bis zu 30 Flüchtlingen zur Verfügung stellen - vorbehaltlich einer positiven Entscheidung zum ehemaligen Altenheim, in dem ebenfalls Asylbewerber einquartiert werden könnten. Die Containeraufstellung soll aber nur im Zusammenhang mit dem Feuerwehrhaus-Neubau oder danach - also voraussichtlich im Jahr 2017 - erfolgen. Das entschied der Rat in seiner Sitzung im „Deutschen Haus“ einstimmig. Und auf diese Einstimmigkeit legte Bürgermeister Reinhard Kolkmann (Bündnis für Appel/BfA) auch großen Wert.
Wie mehrfach berichtet, gab es vor zwei Jahren heftige Proteste in Appel, als 53 Asylbewerber im ehemaligen Altenheim untergebracht werden sollten, da im Ort nur knapp 250 Menschen leben und es auch mit den zur Gemeinde Appel gehörenden Dörfern gerade einmal rund 415 Einwohner sind. Außerdem hat das Dorf keine Infrastruktur und keine Geschäfte. Damals hatte der Rat eine Unterbringung durch einen klugen „Schachzug“ verhindert: die Aufstellung eines Bebauungsplans für den Dorfkern, mit dem sowohl Neu- und Umbauten wie auch die zulässige Zahl der Wohneinheiten pro Gebäude geregelt wird, sowie eine Veränderungssperre, nach der bis 2016 keine baulichen Veränderungen vorgenommen werden dürfen, die nicht dem Bebauungsplan entsprechen. Zudem hatte der Rat dem Umbauantrag des Landkreises sein Einvernehmen versagt.
Letztlich hatte der Hotelier und CDU-Ratsherr Carsten Fock zehn Plätze im „Deutschen Haus“ geschaffen.
Die Kritik vor zwei Jahren sei wegen der damaligen Ausgangssituation berechtigt gewesen. Hätte Appel die avisierten 53 Asylbewerber zu dem Zeitpunkt aufgenommen, hätte das kleine Dorf bereits die frühere Quote der kompletten Samtgemeinde erfüllt. Doch der aktuelle Flüchtlingszustrom mache nun ein Umdenken nötig, wie Reinhard Kolkmann und Hollenstedts Samtgemeinde-Bürgermeister Heiner Albers betonten. Bis Ende 2016 müsse Appel 42, die Samtgemeinde Hollenstedt 286 Flüchtlinge aufnehmen.
Derzeit gebe es in Hollenstedt 58 Plätze sowie zehn Plätze in einem Privathaus, berichtete Heiner Albers. Weitere Plätze sollen demnächst entstehen: in Moisburg (zehn in einem Privathaus und 58 in einem Container), in Drestedt, Halvesbostel und Regesbostel jeweils 30 in Containern. Ein privates Objekt werde in Wenzendorf geprüft. „Wir hinken bei der Unterbringung im Landkreis hinterher. Alle anderen Samtgemeinden sind weiter“, warb Heiner Albers für eine positive Entscheidung. Es sei besser, an einigen Orten die Belegungszahlen zu erhöhen statt Turnhallen und Dorfgemeinschaftshäuser zu beschlagnahmen.
Die große Unbekannte in den Plänen der Gemeinde ist allerdings das 2009 geschlossene Altenheim, das immer stärker verfällt, und in das viel Geld investiert werden müsste, um es bewohnbar zu machen. Laut Carsten Fock habe der Landkreis nach wie vor Interesse an dem Objekt für die Unterbringung von Asylbewerbern. „Es ist nicht bekannt, ob der Eigentümer Umbaumaßnahmen vornehmen wird“, so Eckhard Gewert (BfA).
Während die BfA-Mitglieder wie Heiner Albers auf eine sofortige Entscheidung zum Container-Standort drängten, wollte die CDU noch mindestens ein halbes Jahr abwarten. Letztlich einigten sich die Ratsmitglieder auf den eingangs erwähnten Kompromiss.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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